Keine Funktion, keine Wirkung — Warum Design alleine deine Marke nicht rettet (Form follows Function)

Shownotes

Viele Unternehmen haben ein Logo, eine Website, einen Social-Media-Auftritt. Und trotzdem kommen falsche Anfragen, fühlt sich das Team nicht zugehörig, und niemand erinnert sich. Das Problem ist nicht das Design – es ist die fehlende Funktion dahinter.

In Folge 099 nehmen Paul und Vinz das Prinzip »Form follows Function« auseinander – und machen klar, warum es kein Designprinzip ist, sondern ein Markenprinzip.

Du bekommst:

  • Die drei Ebenen von Markenfunktion: Kunde, Unternehmen, Markt
  • Warum »der Beste sein« dich austauschbar macht – und was stattdessen zählt
  • Wie eine klare Funktion Entscheidungen vereinfacht – intern wie extern
  • Warum Design immer das Ergebnis ist – und nie der Anfang
  • Drei Fragen, mit denen du sofort prüfst, ob deine Marke eine Funktion hat

Takeaways: Wer keine Funktion hat, braucht keine neue Form. Wer die Funktion kennt, dem folgt die Form fast von selbst – im Design, in der Kommunikation, im Content. Das ist keine Theorie. Das ist der Unterschied zwischen Marken, die wirken, und Marken, die nur aussehen.

Frage an euch: Habt ihr die Funktion eurer Marke schon klar definiert – oder merkt ihr gerade, dass noch etwas fehlt?

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Transkript anzeigen

Vinz: Es gibt einen Form follows Der kommt ursprünglich aus der Architektur. Es heisst nichts als die Form folgt der Funktion. Für alle, kein erst kommt der dann kommt Und genau das wird im Branding leider vielfach. komplett Dann heisst es eben oftmals zuerst Logofarbe, Webseite und dann hofft dass das dann schon irgendwie genau dort ist der Fehler. Viele Bauern haben zuerst die ohne je die Funktion Und das soll es heute Nichts Form follows Function. Warum deine Marke vielleicht gut aussieht. aber unter dem Strich nichts Lieber wenn du diese Aussage hörst, was kommt dir in den Sinn? Geschichte, die du schon erlebt hast? diese mal raus.

Paul: Willkommen zu Mach mal Marke, dem einzigen deutschsprachigen Branding-Podcast ohne Bullshit. Viel Spaß! Ich musste direkt ans Studium denken, weil ich das damals am Bauhaus in Weimar das erste Mal gehört habe vom Follows Function. Und es ist, ich, auch so ein insgeheimer Bauhaus Mythos, dass das irgendwie mit dazu gehört und wird von allen gelebt. Und dann habe ich damals im Studium das erste Mal von Schweizer Grafik Design gesehen. Und das war so der heilige Gral in Hinsicht Reduktion aus Wesentliche und erst die Funktion, dann die Form. alles von vorne bis hinten durchgestaltet und jetzt lebe ich hier und muss sagen ich dann ganz vielen punkten oder ganz vielen ebnen sieht man dieses diese gestalterische schweizer handschrift dann noch sehr viel was ich cool finde als als alter grafik designer ja da im studium habe ich das mitbekommen würde sagen dass ich dem grundlegend eigentlich zustimmen kann der einzige knackpunkt den ich manchmal sehe, ist, dass das zu einem krassen Minimalismus führt. da finde ich jetzt eine aktuelle Gegenbewegung ganz spannend. Ich habe nämlich in letzter Zeit immer wieder Videos gesehen, wo Vergleiche aufgemacht werden zwischen so sieht eine Straßenlaterne heute aus, so sah sie im 19. Jahrhundert aus, so sieht die Straßenbank heute aus, so sah sie damals aus. Und fast immer ist es halt der Punkt, dass heutzutage Dinge extrem

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: die Funktionen reduziert wurden und dadurch keine Seele mehr haben. Und ich finde aber den Faktor Seele gerade auch im Branding extrem relevant. Und dieses Beispiel Straßenlaterne, das ist ja die Frage, warum gucken wir uns oder warum stehen überhaupt noch diese alten Straßenlaternen da, weil die halt eine Geschichte erzählen, weil er irgendwie unter dem Leuchtkopf oben noch irgendein alter Tigerkopf aus dem Arsch von der Fledermaus rausguckt und das irgendwie ganz viel aufgeladen ist mit

Vinz: Mhm.

Paul: Mythos ja einfach ein Lied man sich damit auseinandersetzt und ich finde das was extrem magisches und schönes und würde sagen vielleicht haben wir diesen Begriff Formvolles Funktion auch irgendwie zu weit gesponnen. Es kann ja auch eine Funktion sein, dass das Ding nicht nur Licht macht, sondern auch eine Geschichte erzählt. Und wenn man das so weit genug wieder öffnet den Raum und weggeht vom ganzen Minimalistischen, bin ich immer noch fest der Überzeugung, man sollte erst wissen, was man machen möchte und warum das einem wichtig ist.

Vinz: Mhm.

Paul: Und dann kann man es aber auch richtig schön und verspielt und mit Schnörkeln machen, wenn das der Funktion dient.

Vinz: Da wird man ja gerade nostalgisch ums Herz, Paul. Jetzt verstehst du endlich, warum ich mich für das Thema so interessiere. Nein, aber es ist genau so. Ich finde, der Knackpunkt am Ganzen ist, der Leitspruch zuerst die Funktion, dann die Form. finde ich mal so per se gut. So schaffen wir ja auch. Branding zum Beispiel. Aber was du auch gesagt hast, die extremen, die dann halt...

Paul: Kannst du mal sehen.

Vinz: teilweise misinterpretiert werden. Ja, eben dort beginnt es. Und das ist halt etwas, was ich auch immer wieder predige. Jedes Extrem hat dann irgendwo seine Tücke und ist dann auch irgendwann schlecht. Egal in welchem Bereich, auch abseits des Brandings. Und darum braucht es immer eine gesunde Balance. das predigen wir ja auch immer. Die meisten, die den Fehler machen im Bereich Branding unterwegs sind oder das Gefühl haben, ist relevant für sie, haben Sachen im Kopf wie Logo, Webseiten, Social Media, generell Design. Und die sagen dann, ja, sieht doch gut aus. Aber unter dem Strich, unter der Hube des Kars, keine Ahnung, haben sie das Problem, dass die Kunden nicht verstehen, was sie eigentlich machen. Sie kriegen falsche Anfragen. Mitarbeiter fühlen nichts, haben keinen Bezug, keine Kultur. Und niemand erinnert sich einfach daran. Weil eben die Marke keine klare Funktion erfüllt und einfach nur oberflächlich vielleicht mega cool und minimalistisch aussieht oder halt völlig überladen. Aber es ist halt mehr Shine als Sein. Und das ist halt, auf was ich heute will, ist... Design ist eben nicht der Anfang, sondern Design ist das Ergebnis. Denn wenn eine Marke eine klare Funktion hat, wird die Form automatisch folgen. Und wenn sie hingegen keine klare Funktion hat, dann kann keine Form der Welt sie retten. Und wirklich 100 %ig. Wie soll ich sagen? adaptieren oder das kommunizieren, die Marken eigentlich Im Vergleich habe ich noch schöne Marke ohne Funktion. Das wie ein schönes bei niemand weiss, wie man damit arbeitet oder für was es da ist.

Paul: zur hilfe würde ich einfach umdrehen und zu sagen die form dient ja einer funktion und im idealfall nimmst du was in die hand und es fühlt sich direkt stimmig an und du arbeitest gerne mit dem gerät sei es jetzt eine gartenschere oder was auch immer es heißt rasierapparat oder was man auch immer hat und das ist ganz klar dass irgendwie die die form direkt die funktion unterstützt in dem das aufeinander abgestimmt ist

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: Und sich darauf das Wesentliche reduzieren, das ist immer die Kunst. Aber da würde ich noch mal an den Anfangspunkt von wegen Geschichten erzählen und Dinge ausdekorieren und schmücken zurückkommen, weil mir das gerade noch in den Sinn kommt. Reduktion darf man auch nicht falsch verstehen. am Ende ist Reduktion heißt nicht alles weg sparen, nur noch die reine Form übrig zu haben, sondern Reduktion kann auch sein, sich auf ein Thema, auf eine Geschichte, auf ein ja.

Vinz: Mhm.

Paul: wesentliches Merkmal der Marke zu reduzieren. wenn das Merkmal darin besteht, dass man bunt und schrill und wild ist, dann muss das die Form auch so übertragen. Dann darf die laut und verspiegelt und ganz viele tausende Elemente haben. Dann dient das nämlich der Funktion und der Reduktion auf das eine Thema was relevant ist.

Vinz: Hm. stimme ich völlig zu. Darum sagen wir aber auch wenn du zuerst die Strategie hast, das Fundament, dann ergibt sich in der Regel alles. Du hast Klarheit. Dann ist allen klar, wie das Ding aussehen, wirken oder kommunizieren Genau. Ich habe für heute drei ... Punkte, Hauptpunkte mitgebracht. Weil sich jetzt vielleicht die einen oder andere fragen werden, wie finde ich meine Funktion, was ist konkret damit gemeint. Und da habe ich habe ich drei Punkte vorbereitet, es greifbarer zu vielleicht zu ist damit, was ist der Sinn und Zweck dieser ganzen ist die Funktion für den Kunden. Warum soll man dich wählen? Die Leitfrage, die man sich stellen kann, was veränderst du konkret für den Kunden? Nicht einfach sagen, wir sind gut oder wir bieten Qualität zu den üblichen Flossklappen, die wir auch schon auseinandergenommen haben, sondern wirklich sagen, Was wird besser? Was wird einfacher? Oder welches Problem wird gelöst? Das unklare Beispiel wäre zum Beispiel, wir machen hochwertige Metallarbeiten. Kann vieles sein. Klar heisst zum Beispiel, wir bauen langlebige Gartenanlagen, auch in zehn Jahren noch funktionieren. In diesem ersten Punkt ist die Funktion nichts anderes als der Nutzen für den Kunden. Egal ob Dienstleistung oder Produkt. Würdest du da zustimmen oder hast du Ergänzungen?

Paul: Ja absolut. Einzige Ergänzung, darf auch das Bedürfnis des Kunden, der Kundin sein. Also es muss nicht mehr der Nutzen sein, das Ergebnis. Je nachdem was man hat, kann es auch gut das Bedürfnis sein, ⁓ sich daran erkannt zu fühlen. So beispielsweise IKEA. Das Ergebnis ist der eingerichtete Raum. Das ist der klare Nutzen, man davon hat.

Vinz: Genau. Mhm. Kota Punkt.

Paul: Das Bedürfnis ist aber ein Bedürfnis nach Gemütlichkeit oder nach einem Ort, wo man gerne zu Hause ist. Und das ist auch wiederum der Nutzen auf der bedürfnisorientierten Ebene. Und das finde ich ganz spannend, weil das je nachdem irgendwie noch eine emotionalere Bindung aufmacht.

Vinz: Mhm. Guter Input, zum Glück sind wir zum zweiten. Du siehst noch. Wir haben viel Potenzial verloren. Ja, nein, stimmt. Stimmt völlig. Ich würde es gleich weitermachen mit dem zweiten Punkt. Und zwar ist das schlussendlich die Funktion für das Unternehmen selber. Also wie hilft dir deine Marke intern? Und...

Paul: Ja. ⁓ Ja, sag mal.

Vinz: Eine starke Marke ist nicht immer nur für den Kunden oder für das Externe, sondern auch vor allem für dich als Unternehmen. Sie hilft dir schlussendlich, schneller zu entscheiden, klarer zu kommunizieren und weniger zu diskutieren. Als Ergebnis sparst du extrem Ressourcen, bist klarer, kannst fokussierter agieren. Das Beispiel wieder ohne Klarheit wäre einfach die Frage, im Raum ist, die wir auch schon folgt darüber gingen, ja, machen wir jetzt diesen Auftrag, sollen wir, ja oder nein. Mit Klarheit, mit dieser Marke Klarheit kannst du einfach sagen, ja oder nein passt nicht, wir. Und da ist einfach die Funktion, der Entscheidungsfilter, habe ich jetzt einmal so benannt.

Paul: Ja, ich würde es klares Ziel nennen oder habe das zumindest mitbekommen in den letzten Jahren, dass man vielleicht sich noch auf eine Marke halbwegs einigen kann, aber die Leute mitunter nicht mal wissen, welches Ziel man als Unternehmen überhaupt erreichen will. Und nein, mehr Gewinn und mehr Umsatz ist jetzt kein primäres Ziel. Da gibt es andere Ziele, die viel identitätsstiftender sind. Zu sagen, wir wollen, weiß nicht, Unternehmen

Vinz: Mhm.

Paul: das ganz konkret erreichen. Wir wollen uns dahingehend entwickeln. wenn wir das wissen und wir hatten das in letzten Folge mit dem Mondbeispiel, wenn wir wissen, wir sind die NASA und wir wollen den ersten Menschen der Welt zum Mond bringen, dann gibt es kein klareres Ziel als diese eine Aussage. Und dann führt aber diese klare, reduzierte Aufsage aus Wesentliche auch dazu, dass sich damit alle identifizieren können. Und wenn es bei einem Hotel dann eher ist, bei uns ist, jede Person, reinkommt,

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: König oder Königin, so dann kann daraus auch was größeres ganzes entstehen, wo sich alle damit indifizieren können, egal in welchem Bereich die gerade unterwegs sind und arbeiten. Und das ist so wichtig als gemeinsames Ziel. Nenn es jetzt Nordstern, Vision, Mission, was auch immer. Ich finde, das sind nur Namen für bestimmte Statements, die dann am Ende dabei rauskommen. Aber es steht und fällt mit den Zielen. Und wenn man das Ziel nicht hat, wie willst du dann deine Funktion finden?

Vinz: Mhm. Absolut,

Paul: die du konkret hast.

Vinz: Absolut. Ja. Danke für die Ergänzung. Tipptopp. Ja, ich merke, es ergänzt sich recht gut. Als ob wir einen Podcast zusammen hätten. Voll gut. Genau. Schnapszahl.

Paul: Ich für die Meta eben noch heute zuständig. Stell dir vor, Folge 99, um das mal anzumerken. Und das jetzt noch als kleiner Wink mit dem Zaunsfall hier. Wir haben schon 98 andere Folgen aufgenommen, also plündert mal das Archiv, hört euch noch ein bisschen durch und wenn es euch gefällt, hinterlasst eine Bewertung, denn das hilft uns, dass noch mehr Leute dieses Format entdecken und finden. Bitte danke. Und jetzt geht es wahrscheinlich weiter mit dem dritten Punkt, oder?

Vinz: Genau. Punkt 3 ist nichts anderes als die Funktion im Markt. Wofür wirst du wirklich wahrgenommen? Wenn zum Beispiel über dich redet. Was sagt diese Person? Heisst es dann einfach, sie machen alles oder sie sind für XY... ...der, da oder was habe ich was bekannt. Es ist die Frage, für welche konkreten Bilder du in den Köpfen der Leute ansprechen willst. Bist du einfach irgendeiner beliebigen Baufirma? Oder bist du die Firma, die historische Gebäude richtig gut saniert? Dann bist du für etwas Bestimmtes, Präzises in den Köpfen der Leute bekannt. Das ist auch die Funktion. Die klare Einordnung im Kopf. Mit was wirst du verbunden? Nope.

Paul: Da kann ich noch den guten Tipp mitgeben. Sei nicht der oder die Beste im Markt, sondern sei der oder die Einzige, die eine bestimmte Sache macht. Denn damit kann man sich am besten bemerkbar machen und vor allem in den Köpfen in Erinnerung bleiben. Weil dieses Beste sein oder die beste Qualität haben oder den besten Service, das ist austauschbar. Das kann auch oder beurteilt jeder Mensch anders und bewertet das anders. Das kann man gar nicht fassen und zu sagen, sind die einzigen, die dies, das oder jenes machen, wir sind die einzigen, deren Proteinshakes in einer bunten Verpackung kommen, dann wären wir halt dafür bekannt. So, ob wir jetzt genau den gleichen Proteinshake haben wie alle anderen auch, spielt in der Hinsicht keine Rolle. Wenn wir dafür die einzigen sind, die einen veganen Proteinshake machen in unserem Bereich, dann ist das dann wiederum der Fall. Und wenn wir merken, wir sind gar nicht die einzigen, die vegan sind, dann brauchen wir halt einen neuen Faktor. wo wir die einzigen sein können im Bereich alle veganen Proteinshakes beispielsweise. Keine Ahnung, wie ich jetzt auf Proteinshakes kam, aber das war gerade im Bild, weil ich an Holy gedacht habe wiederum. Hört noch mal in das Interview mit Lisa rein, da kam das nämlich vor und siehe da, so was bleibt dann tatsächlich auch über eine Woche in Erinnerung im das noch als Entscheidungs- oder Unterscheidungsmerkmal, was extrem wichtig ist.

Vinz: Mhm. Aha. Mhm. Auf Wiedersehen.

Paul: Und das können auch das noch als Anmerkungen, das können auch kleine Details sein. Kann auch irgendwas ganz Banales sein, was eher auf die Teamkultur abzielt, weil du halt ein Handwerksbetrieb bist. Aber wir sind die einzigen, die 50-50 Frauen und Männer haben, angestellt. So, das ist vielleicht auch der Hälfte aller Leute, die das hören, komplett egal. Aber es ist auf der anderen Seite so ein random Fakt, den sonst niemand hat. den sonst niemand raushaut, dass man vielleicht gerade dadurch in Erinnerung bleibt. Weil das wiederum eine Geschichte ist, die du weitererzählst, weil du zum ersten Mal daran denkst, ja komisch, alle anderen Handwerksbetriebe haben das irgendwie nicht. So und vielleicht gibt es welche, die sind komplett von Frauen geführt. Die denken sich dann wiederum, hey hallo, wir sind 100 % Frauen, falls Gleichberechtigung bei euch ein Thema ist, hier, aber du bist, weil du dich so positioniert hast, damit mit deiner Geschichte in den Köpfen automatisch verankert. Egal was der Rest macht. Und das ist diese Magie von sei die einzige Person, die das macht und nicht die beste Person, die das macht.

Vinz: Aber wenn man diese drei Sachen hat, die Funktion der Marken Klar. Was jetzt kommt, ist die Form. Jetzt kommt Design, Kommunikation, Auftritt. Plötzlich wird alles einfach und ergibt auch irgendeinen Sinn. Die Webseite wird klar, man weiss überhaupt, was man da draufstehen welche Bilder kommen da drauf, welche Vibe erzeugen Die Texte werden klar, wir wissen, was Kunden interessiert, was den Markt wie wir Borkner werden, wie reden wir, das Design wird logisch, sind wir blau, grün, violett oder was, Gucker was, gesprengt. Und auch der Content fällt schlussendlich leichter. Weil es plötzlich nicht mehr das ewige Grübeln ist, von wegen, was wir jetzt raushauen, was wir überhaupt sagen sondern es fällt leicht. Weil man halt einfach sein Spracherohr gefunden hat, seine Themen kennt und es flutscht eigentlich auf einmal. Weil man halt weiss wofür das Ganze effektiv existiert und da ist.

Paul: Da muss ich auch wieder an das Beispiel von Holi zurückdenken. Die hatten mir im Gespräch im Interview mit Lisa gesagt, die können so selbstverständlich auf die ganzen Content Creators zugehen, weil die so eine klare, deutliche Marke haben. Und ich hatte irgendwie gerade das Beispiel Möbelhaus als kleines KMU-Unternehmen im Kopf. So die könnten dieses Prinzip komplett für sich vereinnahmen, indem sie nicht ankommen und sagen, haben keine Chance gegenüber den großen anderen Möbelhäusern, sowas wie Ikea oder keine Ahnung, welche es da noch gibt mit XXXL hintendran. Aber die könnten dann sagen, okay, wir haben vielleicht für uns als Grundbedürfnis ausgemacht, ein gemütliches Zuhause. Was bedeutet denn diese Funktion, die wir erreichen wollen für die Zielgruppe übertragen auf die Form? So, dann sollte ja unsere Website gemütlich sein. dann sollte das ein Ort sein, den man abends 10 auf der Couch aufmacht, weil man in einem noch nicht gemütlichen Zuhause sich auf eine Website, die wie ein gemütliches Zuhause ist, wiederfindet. Vielleicht bedeutet das aber auch, dass wir Post oder einen Umschlag oder irgendwas Wertiges direkt nach Hause schicken, weil ja Zuhause der Ort ist, wo man sich wohlfühlen soll. Vielleicht besuchen wir dann auch Menschen im Kundenservice Zuhause. Also ich will einfach nur aufzeigen, alles, was man danach tut. beruht auf diesem Grundgedanken Form follows function. Also egal was wir tun, es basiert alles auf der gleichen Positionierung, auf der gleichen Marke. Und dann können wir halt abstimmen. Was müssen wir dafür tun? Und kommt vielleicht auch zu einem Beschluss, dass nur weil alle anderen Möbelhäuser Newsletter haben, das vor uns überhaupt nicht relevant ist, weil wir ein gemütliches Zuhause haben. Ist Newsletter lesen, Werbe-Newsletter, abends auf dem Sofa, was gemütliches, wahrscheinlich eher nicht. Zerstören wir damit unsere eigene Markenphilosophie und unsere Kultur wahrscheinlich schon. Und auf einmal kommen wir bei dem Punkt an, den du am Anfang angesprochen hast, zu sagen, womit halten wir uns selber auf und wo können wir ganz klare Grenzen setzen und sagen, das passt nicht zu unserer Marke, also machen wir es auch nicht. Fertig.

Vinz: Ich glaube, ist auch einfach der generelle Vibe, man versprühen will. Ich finde es immer ... So die schrecklichsten Beispiele, obwohl es am naheliegendsten ist, meistens sind es irgendwelche Läden, Geschäfte oder Baren oder was auch immer, die eigentlich im Kern immer schon so Raumkonzept haben. Weisst Die ja auch irgendeinen Irgendeinen Vibe vermitteln wollen. Aber wenn es dann In allen digitalen Kanälen, egal Webseiten oder Social Media, ist dann meistens komplett etwas anderes. Das verkrampfte, sterile, kleine, das ist der Gucker. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du eine mega gemütliche Stell dir eine mega gemütliche Whiskey-Bar vor, mit Lädersesseln und so. Ein bisschen dämriges Licht, gute Musik. Also einfach warm. Wohlig. Und dann gehst auf die Webseite und es sieht einfach aus wie eine verdammte Versicherung oder so. Und das ist so... Das geht mir teilweise nicht in Kopf, aber wie du gesagt hast, das ist so ein einfacher Trick. Einfach sich überlegen, was für einen Vibe wir verspüren Und dann musst du das einfach auf allen Berührungspunkten durchziehen.

Paul: und da würde ich gerne mal ein Mini-Rant starten gegen all die Leute, die Premium Branding verkaufen, weil Premium kann auf der einen Seite natürlich bedeuten, dass du all diese Kontaktpunkte mit deiner Marke natürlich durchgestaltest und es gut machst. Premium muss aber nicht jedes Mal bedeuten, dass du alles mit Gold und Edel und Bling Bling besetzt, damit es möglichst edel aussieht. Also definiere mal edel. Für mich ist es auch edel, wenn die Whisky Bar

Vinz: Mhm. Ja.

Paul: richtig geilen, grafischen, zeitgemäßen Webauftritt haben, weil das für mich einfach transportiert, dass die Jungs und Mädels, die den Laden dort betreiben, Geschmack haben, sodass die genau wissen, das ist unser Stil und den wissen wir, den ziehen wir durch und du fühlst dich entweder auf unserer Website wohl oder du wirst dich auch nicht bei uns in der Bar wohl fühlen und dann ist das einfach so eine durchgehende Geschichte, erzählt wird und das unterschätzen ganz ganz viele Leute. Also selbst bis hin zu

Vinz: Hm. Genau.

Paul: den ganzen mittelständischen KMUs im Handwerksbereich, die mir, weiß ich nicht, zum Teil, als wir uns die Wärmepumpe haben installieren lassen, kriege ich jetzt immer noch einen Magazin von denen und ich finde, Magazin passt hinten und vorne nicht zu dem, sie eigentlich oder was sie eigentlich machen und weil das so ganz klassisch und bieder ist und ich finde, damit verbauen die sich halt unglaublich viele Möglichkeiten, aber ich weiß genau oder ich wette das, würde ich meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sie das halt machen, niemanden zu vergraulen. ⁓ allen Leuten zu gefallen. ich nehme aber genau dadurch gefälsert an niemanden so richtig. Weil ich mir auch nicht vorstellen kann, dass das Zielpublikum meine Eltern sind und die jetzt von dem Heft angesprochen sind. ist ein solides, halbwegs neutral gestaltetes Heft. Das tut niemandem weh, aber genau das ist ein Problem. Wir leben auch in einer Zeit, wo Dinge halt bewusst radikal oder mal laut oder deutlich oder klar gemacht werden müssen. Wir sind so drauf und entweder du passt zu uns oder du passt nicht zu uns.

Vinz: Mmh. Mmh.

Paul: Man kann oder darf Statements setzen, gerade eben, wie du meinst, Whiskey Bar oder auch als Möbelhaus. Man darf Leuten auch zumuten, dass man seinen eigenen Geschmack nach draußen transportiert und zeigt. Und das soll jetzt kein Freifahrtsschein wiederum sein. Zu sagen, nur weil dir als Inhaber lila als Farbe megagut gefällt, muss das ganze Ding lila sein. Das hat manchmal überhaupt keine Relevanz vorm Photos Function. Oder du sagst, bei uns ist es so persönlich und nahbar, ihr wisst nicht nur, dass meine Lieblingsfarbe lila ist, sondern dass ich eine Familie habe mit drei Kindern, kleinen Elektrobus, wir haben ein Haus auf dem Land, ich teile mein ganzes Leben eigentlich auf Social Media. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, dahingestellt. Aber dann hat das eine Relevanz, dass Lila meine Lieblingsfarbe ist und dass diese verdammte Lila überall vorkommt als Statement. Ja, dann habe ich aber auch wieder eine ganze Geschichte, die dahinter steht. Und das ist irgendwie für mich ist das ja genau, das ist irgendwie so logisch so.

Vinz: Ja, das ist Funktion.

Paul: Ich würde jetzt ganz plump sagen, ganzheitlich zu denken. Zu sagen, woher kommt denn irgendeine Designentscheidung oder überhaupt irgendeine Entscheidung, die ich treffe, worauf basiert die? Und wenn das keinen Grund hat, darf man erst recht hinterfragen, ob das dann sinnvoll ist oder nicht. Alles baut aufeinander auf.

Vinz: Hm. Ich habe hier noch drei Fragen mitgebracht, man sich stellen 1 ist, was ist die klare Funktion unserer Marke für den Kunden? Frage 2. Wo hilft uns unsere Marke intern wirklich oder eben auch nicht? Und die dritte Frage. Wofür sollen wir im Markt in einem Satz stehen? Und wenn man das nicht klar beantworten kann, dann fehlt dir keine Form, sondern eben die Funktion.

Paul: Yes, genau so ist es.

Vinz: Genau. Ja. Hast du noch etwas? Nee? Okay. Ja.

Paul: Ich will für einmal gar nichts dazu sagen. ist, das ist alles gut. Obwohl, ein letzter Tipp ist mir gerade noch eingefallen. Am besten, wenn man die Antwort sagt, noch zwei, drei Mal warum fragen dahinter, ⁓ wirklich auf den Grund zu kommen, was einem wichtig ist. Weil wenn dann als Antwort kommt irgendwie, weil Mitbewerber XY das macht, man fragt dann drei Mal warum oder im Idealfall fünf Mal warum, sagt man meist, dann ist man an dem Punkt wirklich

Vinz: Mhm.

Paul: am Urbedürfnis zu kratzen, warum man den ganzen Bums überhaupt macht und warum einem das wichtig ist.

Vinz: Mhm. Ja. Finde ich gut. Ich habe noch meinen Schlusssatz dabei. Zwar ... kurz und bündig eine starke Marke ... ... sieht nicht einfach gut aus, sondern sie erfüllt in erster Linie einen Zweck. Und genau diesen Zweck entscheidet schlussendlich, ob man die versteht oder eben übersieht. Ja. Das wäre es.

Paul: Yes! Freue mich drauf!

Vinz: Für mehr Reichen.

Paul: ja perfekt. Dann würde ich sagen, du hast fertig. Ich habe auch nichts mehr sagen, das war eine gute Folge 99 und es ist irgendwie auch krass, dass wir erst in Folge 99 darüber gesprochen haben, über so einen halbwegs annähenden Designpunkt. Ich glaube, wir hatten eine andere Folge, es noch um das Thema Design ging und ansonsten haben wir das ziemlich krass ausgespart. Also wer bis hierher durchgehört hat, erstens schreibt uns mal eine Nachricht.

Vinz: Danke vielmals.

Paul: Und wenn ihr jetzt nicht richtig Marke macht, dann wissen wir auch nicht weiter. Aber wir werden auf jeden Fall Folge 100 raushauen und danach die nächsten Folgen hinterher ⁓ weiter zu streuen, dass es eben nicht nur Design geht. Das ist relevant für den ersten Eindruck, aber wie Vinz das heute dargelegt hat. Solange keine Funktion da ist, bringt das auch nichts. Deswegen nochmal von Herzen Danke dafür.

Vinz: Danke auch und bis zum nächsten Mal.

Paul: Bis dahin zum kleinen Jubiläum. freue mich drauf. Ciao!

Vinz: Ciao.

Paul: Merci fürs Zuhören. Teilt die Folge gerne mit allen Leuten, die einen neuen Auftritt brauchen oder Marke machen sollten. Hinterlasst Kommentare, Likes und Abos und habt Spaß beim Marke Besten Dank und bis bald.

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