Branding gibt dir keine Sicherheit (sondern etwas Besseres)
Shownotes
Viele Unternehmen bauen ihre Marke auf und denken danach: Jetzt sind wir geschützt. Jetzt läuft es. Doch genau dieses Denken macht sie verwundbar – weil Sicherheit im Branding eine Illusion ist.
In Folge 087 sprechen Vinz und Paul über den Unterschied zwischen Sicherheit und Klarheit – und warum dieser Unterschied darüber entscheidet, wie du in Krisenmomenten reagierst.
Du bekommst: 👉 Eine klare Einordnung, warum Branding keine Lebensversicherung ist – und was es stattdessen leistet 👉 Fünf reale Szenarien, in denen Klarheit den Unterschied macht: Marktveränderung, Mitarbeitererwartungen, Zielgruppenentwicklung, Krisen, Substanzverlust 👉 Konkrete Beispiele aus der Praxis – von Disney über Ubisoft bis zum KI-Hype 👉 Drei Fragen, mit denen du sofort prüfen kannst, ob du wirklich Klarheit hast 👉 Den Unterschied zwischen einer Botschaft, die zu einem Medium passt – und blindem Trend-Mitlaufen
Takeaways: Branding gibt dir keine Garantie. Aber es gibt dir einen Fixpunkt. Einen Nordstern, auf den du dich beziehen kannst, wenn alles andere in Bewegung gerät. Das setzt voraus, dass du Branding nicht einmal definierst und dann vergisst – sondern es lebst, weiterentwickelst und aktiv anwendest. Wer das tut, reagiert in Krisen ruhiger, klarer und wirkungsvoller.
Welche Entscheidung hast du zuletzt aus Angst getroffen – und welche aus Klarheit?
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Transkript anzeigen
Vinz: Wenn du Branding betreibst, ⁓ dich sicher zu fühlen, hast du irgendetwas an der ganzen Geschichte nicht verstanden. Das sage ich jetzt, obwohl wir immer quasi das Gegenteil behaupten. unter dem Strich ist Branding keine Sicherheit. Branding ist Klarheit. egal wo im Leben, Sicherheit ist eine Illusion und Klarheit ist Führung. Und mit diesem Statement begrüsse ich alle zuerlosenden, zuergläubigen und natürlich dich, lieber jetzt kannst du mir einen Kuttel Was sagst du zu meiner Aussage, zu meiner Provokante?
Paul: Willkommen zu Mach mal Marke, dem einzigen deutschsprachigen Branding-Podcast ohne Bullshit. Viel Spaß! Also erstmal vielen Dank dafür. Ich finde sie sehr schön formuliert, weil es ich selber immer in einer anderen Art und Weise verpacken würde. Ich dachte nämlich direkt an meinen Spruch und das ist, andere machen halt deine Verpackung schön und ich kümmere mich eher den Inhalt mit dem, was ich mache, in Hinsicht Klarheit für die Substanz finden. Und du hast es gerade in einer neuen Richtung aufgemacht, sagen, diese Verpackung, die brauchst du manchmal Sicherheit zu haben, damit du sagen kannst, der Inhalt hat auch einen Wert dahinter. Aber was du eigentlich, glaube ich, gerade aufmachst, und jetzt können wir gleich mal ein Tarrades reden, ist ja dann schon, der Inhalt muss erstmal stehen, damit man da drum eine gute Verpackung machen kann. Oder? Und wenn du dir halt mit dem Inhalt unsicher bist, dann müssen wir mit Branding auch gar nicht erst weitermachen.
Vinz: Ja, ja, ja. Es geht eigentlich mehr darum, wie im Leben. Der Mensch, wir alle, wir wollen uns in allem sicher sein. Wir hassen die Veränderung. Und wir haben das ja auch schon paarmal schon gesagt, dass quasi Branding quasi deine Lebensversicherung als Unternehmen Aber ...
Paul: Ja, dann räum mal auf.
Vinz: Ich habe mir das immer wieder durch den Kopf gehalten. Eigentlich ist es so, dass im Leben sicher ist. Du kannst es auch so sehen. Viele Unternehmer denken vermutlich insgeheim, wenn unsere Marke stark ist, sind wir abgesichert. Oder wenn wir uns gut positionieren, passiert uns nichts. Oder wenn wir sichtbar sind, läuft es. Auf einmal gibt es aber Moment, keine Ahnung, der Markt bricht ein, Fachkräfte fehlen, Bedürfnisse ändern sich, in eine neue Technologie kommen und plötzlich verschiebt sich irgendein Faktor in dieser Maschinerie. Das ist wie im Leben auch. kann auf einmal irgendwas passieren und es zieht den Boden unter den Füssen weg. Auch wenn du, blöd gesagt, versichert bist. Du dich auch emotional, psychisch irgendwie nicht Deshalb finde ich, ist Branding ... Wenn du ein gutes Branding hast, hast du schon mal mehr als andere. So ist es nicht gemeint. Aber man soll sich dem auch nicht ausruhen. Und was meine klare Aussage eigentlich am Ganzen ist und was in dieser Folge wirklich gehen soll, ist, Branding ist in dem Sinn keine Versicherung, dass dir nie ... nie mehr irgendwas Schlechtes passiert. Sondern Branding ist vielmehr eine Orientierungshilfe, dass wenn etwas passiert, du in der Lage bist, aktiv agieren, passiv zu reagieren. Und das soll's gehen.
Paul: Das tut jetzt aber ein bisschen weh, Vince, weil ich diesen Begriff immer so gerne verwende. Ich bin ja derjenige, dann ankommt und sagt, guck mal hier, wenn sich der Markt verändert, dann hast du mit Branding wenigstens eine Lebensversicherung, die dich schützt dagegen. Das heißt, es ist ja schon eine Art oder ich hab's immer so als Sicherheit verstanden zu sagen, guck mal, es ändert sich was. Du hast aber dein Branding in der Hinsicht, als dass du deine Markensubstanz kennst und genau weißt, wenn sich etwas ändert.
Vinz: ⁓ Mhm.
Paul: bleibt dir das, was ich trotzdem mache, unveränderlich. Also ein ganz praktisches Beispiel, du bist jetzt irgendeine IT-Bude, du hast dich auf ein Softwareprodukt spezialisiert und das wird von heute auf morgen nicht mehr gebraucht. Wenn deine ganze Marke sich das Softwareprodukt kümmert oder dreht, dann hast du ein Problem. Aber wenn du sagst, wir haben als Grundverständnis, als Markensubstanz den Ansatzpunkt zu sagen, wir finden mit
Vinz: Mh. Mhm.
Paul: technischen Möglichkeiten immer die besten Lösungen für dich, dann ist ja das Produkt austauschbar. Das heißt, dann ist die Software eine von vielen, aber dein Markenkern bleibt bestehen und das gibt dir in solchen Situationen Sicherheit. Aber ich verstehe, was du... Okay, gut, gut, gut.
Vinz: Das ist genau das, was ich meine. Es ist einfach anders umgedenkt. Das ist genau das, was du gesagt hast. Aber Sicherheit ist halt das Gefühl. Du wählst dich in Sicherheit, die eigentlich gar keine ist. Aber Klarheit, das was Branding ist, ist eine aktive Entscheidung. Du definierst klare Grundregeln für dein Unternehmen. Das heisst, wenn Fall XY eintritt... Dann weisst du, was du zu tun hast. Dann kannst du eben aktiv reagieren, dich hinter deiner sogenannten Sicherheit zu verstecken und hoffen, dass nichts Es geht mir eigentlich das. Dass du das eigentlich nur, wenn du mal das Branding gemacht hast, nicht das Gefühl hast, dir passiert nie mehr etwas.
Paul: Okay. Das ist auch noch ein wichtiger Punkt. Du musst es ja schon anwenden und leben. Also nur weil du mal irgendwann das Branding definiert hast, heißt das nicht, dass es fünf Jahre danach immer noch eins zu eins so viel funktioniert, wie du es damals definiert hast. Sondern es bedeutet, wenn du es definierst, dass du eine Basis hast, das als Kultur zu leben und immer weiterzuentwickeln. Das ist ja auch der spannende Punkt. Also gerade wenn man Entwicklung wirklich als das betrifft, was im Namen drinsteckt, dass du etwas
Vinz: Genau. Mhm.
Paul: auseinanderwickelst, also zum Kern hinkommst, dann guckst natürlich, dass du mit damit dann wiederum weiterarbeiten kannst und nicht, cool, wir haben es entwickelt, wir legen uns irgendeine Datei-Ablage und machen damit nichts, weil das arbeitet ja dann schon für sich hin.
Vinz: Mhm. Genau, muss eben auch wirklich gelebt werden. Und darum haben wir hier vielleicht für das Verständnis noch einen Satz zusammengeschwurbelt, dass es noch etwas klingt. zwar in einer Welt, die sich permanent verändert, ist eben nicht der abgesichert, der auf Stabilität setzt, sondern eben der, der weiss, wofür er steht und wie er das schlussendlich auch anwendet. Und das ist Branding. Also es ist eigentlich ein ein Instrument für aktive Nutzung.
Paul: Ja, eigentlich kann man da ja dann doch wieder den Begriff Identität mit ins Spiel bringen. Denn das ist ja das Rausfinden. Was macht deine Identität, also deine Persönlichkeit aus? Und wir alle verändern uns mit der Welt mit. Niemand von uns bleibt wirklich stehen, also manche vielleicht gedanklich. Aber ich meine, diese Persönlichkeit, die ist ja darauf ausgelegt, mit anderen zu interagieren. Und wenn sich alles dich rum ändert, bleibt trotzdem deine Persönlichkeit so, du bist.
Vinz: Ja. Mhm.
Paul: Aber du änderst dich natürlich mit, den ganzen Prozessen. meine, alleine wie wir alle arbeiten heutzutage, das hat sich ja fundamental geändert. Ich weiß noch, als ich in die Schule gegangen bin, kamen Tages meine Eltern die Ecke und meinten, wir haben dir deine erste E-Mail-Adresse gesichert, weil wir in einem Artikel gelesen haben, die gehen gerade ganz schnell weg und wenn du nur deinen Namen haben willst, das war damals irgendwie Paul Stolle zusammengeschrieben, Ed, und dann der E-Mail-Horse dahinter, dann ...
Vinz: Ja.
Paul: war das für die so dieses wir haben das für dich gesichert. Das war das Arbeiten damals. Da war schon eine Mail, komplett digitale Herausforderung. Und heutzutage arbeiten wir halt grundlegend anders. So meine meine Persönlichkeit hat sich nicht grundlegend verändert, aber die Art und Weise, wie die Gesellschaft funktioniert oder so, dass das eben schon.
Vinz: Hm. Das ist auch ein Faktor. Ich vergleiche es immer sehr gerne mit Persönlichkeitsentwicklung. Branding ist eigentlich nichts anderes als mehr im Bei dir selber als Person, wenn du dich selber kennst, weisst, wie du reagierst, einen Plan B hast, was auch immer, dann kann dir nicht so schnell den Boden unter den Füssen wegreissen, wenn etwas passiert. Aber an dem Punkt, kommst, musst du dir Gedanken machen, die mit dir selber auseinander setzen. Oder auch schon mal auf die Schnarre geflogen sein. Und das dann in Wype passieren lassen, deinen Fehler lernen und mutig sein. Und genau so es bei einem Unternehmen, Branding. Du musst auch einfach mal ... dich mit dem auseinander setzen, was du eigentlich machst und das etwas festhalten. Und dann eben, wie du auch immer sagst, einfach in der Schublade lassen, sondern ... Es ist ein Instrument zum Gebrauchen.
Paul: Ja, und das ist vor allem dann gefragt, wenn irgendeine Krise oder eine große Veränderung vor der Tür steht. Also das passiert ja immer wieder, dass man dann auf irgendeine Situation reagieren muss. Und das ist ja der Moment, wo alle das Gefühl haben, sie müssten was sagen oder sich im Zweifel raushalten, wenn es wichtige Entscheidungen geht. Und dann kommt ja ganz schnell Chaos als Grundzustand und Angst mit ins Spiel und sich dann aber genau in dem Moment darauf zu fokussieren oder ...
Vinz: Mhm. Genau.
Paul: zu besinnen, zu sagen, als Marke stehen für diesen Kernaspekt. Das ist unser Nordstern oder das ist unsere große Idee, die wir haben. Auch dazu hatten wir ganz am Anfang mal eine Folge gemacht. Das ist ja wirklich der Grund, warum man Branding macht, damit man darauf zurückgreifen kann. Zu sagen, guck mal, die sind wir als Unternehmen, diese Persönlichkeit haben wir. Wir sind eben nicht von einem einen Produkt abhängig. Deswegen können wir uns jetzt auch so verhalten, das werden die Leute wahrscheinlich von uns erwarten. Also machen wir das entweder ganz bewusst oder Wir machen ganz bewusst was anderes, was eben nicht das ist, was alle anderen machen. Und da kommt halt Branding wirklich als Backup ins Spiel.
Vinz: Yes. Ich habe hier fünf reale Szenarien, Miniscenarien oder einfach Argumente mitgebracht, dass man das vielleicht noch bisschen besser versteht, warum Klarheit stärker ist als Sicherheit.
Paul: Sehr gut, jetzt kam ich mir gerade vor wie in so einem Krisenstab. Wir müssen jetzt die Notfallpläne durchgehen.
Vinz: Genau. Ja und vielleicht noch kleine Call to Action eingeschoben. Wenn euch das interessiert, dann abonniert den Kanal, teilt fleissig. Wenn ihr vielleicht jemanden kennt, dem das helfen kann. Und wenn ihr einfach nichts von diesen spannenden Markeninhälten verpassen
Paul: Ansonsten macht jetzt auch einfach aus und hört nicht mehr zu. Das brauchen wir dann auch nicht. Genau, mach weiter Vince, danke dir!
Vinz: Ja, das könnt auch machen. Ich starte mit dem ersten Punkt. Und zwar spreche ich fast mit der Ville in jeder Folge an. Der Markt wird sich verändern. Und das garantiert. Keine Ahnung, es gibt neue Anbieter, neue Technologien, wie jetzt KI. Oder einfach generell neue Spielregeln, die sich mit der Zeit durch etablieren. Es gibt einen Big Player, der neue Standards setzt. Die anderen sind schon fast gezwungen, ⁓ nachzugehen. Und dort ist es halt auch so, wenn deine Marke nur auf aktuelle Umstände passiert, dann wirst du bei jeder Veränderung nervös. Das ist eben das Chaos, das du gerade angesprochen hast. Aber hingegen, wenn sie auf Klarheit passiert, also wirklich du einen Markekern hast, du Grundwerte hast, weisst, wer du bist, was du machst, für wer etc., dann bleibst du... handlungsfähig. Das heisst, du kannst dir einfach diesen Gegebenheiten automatisch anpassen. Weil du halt nicht das Rad neu erfinden musst, sondern halt einfach nur Faktor X, in dem Fall den Markt analysieren kannst und halt die, ja, alles bisschen fein gestieren. Und da wäre halt wirklich Klarheit der innere Fixpunkt, der dir einfach die Richtung nach wie vor gibt, auf lange Sicht.
Paul: los kleine Ergänzung, Entschuldigung, aber das fällt mir noch ein. Du weißt halt auch, wofür dich Menschen mögen und wofür du stehst, fernab von Produkt und Qualität. Also den ganzen austauschbaren Faktoren, die irgendwann wegbrechen werden. Sondern Menschen schätzen dich für etwas anderes. Und wenn du das weißt und definiert hast, kannst du damit auch arbeiten, ⁓ eine Lösung zu finden. Also da auch nochmal der Punkt Community, den ich gern mit ins Spiel bringen würde. Wenn du das schaffst, so eine Community aufzubauen, einfach einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in dem Punkt.
Vinz: Punkt Wäre ich auch altbekanter Klassiker, der wir immer gerne aufrollen, und zwar Mitarbeiter, verändern ihre Erwartungen. Da haben wir ja auch diversen Interviews schon viel darüber geredet oder generell Einzelfolge dazu Zum Beispiel das altbekannte Verge Life. Verständnis, das sich je länger ändert. V.a. mit den jüngeren Generationen. Aber auch die älteren Semester, die auch keinen Bock mehr haben auf irgendwelchen Bullshit. Generelles Führungsverständnis vielleicht. Wie ein Unternehmen funktionieren soll, aufgebaut sein soll. Dass das nicht mehr so oldschool-hierarchisch ist, sondern ein bisschen lockerer. Vielleicht auch rohlebasiert. Da gibt es ja verschiedene Modelle. Ein wichtiger Punkt, den wir auch immer ansprechen, die Sehneinheit. Also der Grund, warum man es in einem Unternehmen Eigentlich haben die Leute ja Spass an einer Beschäftigung. Aber eben, sie machen es auch gerne. Wenn man dann Sinn dahinter sieht, ist es für alle einfacher und lässiger. Und da halt auch wieder, wenn du Wenn du nur Sicherheit versprichst als Marke, Unternehmen, so ein klassischer Satz, bei uns bleibt alles wie es ist, dann wirst du zwangsmässig irrelevant, weil sich halt die Zeiten und die Erwartungen der Menschen ändern. Hingegen, wenn du Klarheit hast, wenn du wirklich sagen kannst, dafür stehen wir, so führen wir oder dafür stehen wir nicht. und züchtest automatisch die Leute an, die das leben oder eben leben wollen. Auch wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
Paul: würde ich zum einen gerne einen Mini-Call to Action setzen. jetzt irgendjemand beim Thema Führung das Gefühl hat, der oder die weiß sehr, viel zu dem Thema und wird gerne als Gast zum Interview vorbeikommen, dann schreibt uns gerne mal an oder schreibt mich auf LinkedIn an. Dann können wir da was zusammen abmachen. Oder falls ihr irgendeine Person kennt, wo ihr der Meinung seid, die sollte mal in einem Podcast vorbeischauen, schreibt das auch gerne, weil
Vinz: Mh.
Paul: Das stelle ich mir noch als ein sehr spannendes Interviewformat vor, mal über das Thema Führung und Marke gemeinsam zu sprechen. Und zu den anderen Punkten, die du gerade gemeint hast, habe ich direkt im Kopf das große mysteriöse Wort Haltung. Zu sagen Haltung bedeutet ja in bestimmten Situationen Verantwortung zu übernehmen für etwas. Und es bedeutet dann für mich in so einem Kontext zum Beispiel, genau zu wissen, wir wollen ... auf so eine Art wirken, wir wollen so miteinander umgehen und arbeiten bei der jetzigen Herausforderung. Was bedeutet das denn konkret für uns? Also dann kannst du dich halt darauf berufen und sagen, wenn wir jetzt Verantwortung übernehmen sollen für unsere Leute, was bedeutet das dann konkret in Hinsicht Work-Life-Balance? Was wollen die denn gerade? Wollen die Sicherheit haben? Wollen die Flexibilität haben? Wollen die nach Corona gerne wieder alle ins Büro kommen oder wollen die das halt bewusst nicht? Haben die sich vielleicht auch daran gewöhnt und ich muss mich als Führungskraft umstellen?
Vinz: Hm.
Paul: und eine neue Gegebenheit akzeptieren. Was konkret brauchen die denn, ⁓ richtig gute Arbeit zu machen oder mit mir gemeinsam halt dieses Ziel, diesen Nordstern erreichen wollen als Marke? Das sind ja die Grundfragen, die du dir stellen solltest und dann kannst du damit arbeiten. Auch da ist Marke in meinen Augen immer die Basis für alles, was danach kommt. Und es ist eben nicht bloß Employer Branding. Das ist eine Form davon, genauso wie Marketing auch eine Form von von einem ganzen Markenkosmos
Vinz: Ja, das hast du völlig korrekt ergänzt aus meiner Sicht. Punkt 3. Der dritte im Bund, zwar die Zielgruppe, entwickeln sich weiter oder ändern sich generell. Bedürfnisse verschieben sich, gewissens wird weniger wichtig, gewissens wichtiger. Das Kaufverhalten kann sich ändern.
Paul: Glück gehabt!
Vinz: Das merkt z.B. die Gastronomie monatlich. In dem Monat ist dann immer viel los. Mit dem Monat weniger. Oder generell, wenn Krisen ⁓ sind. Das merkt man einfach. Und natürlich auch die Kommunikationskanäle wechseln. Was früher noch die Print war und Marktschreier mussten buchladen. Das ist halt heute Social Media oder so ist irgendwelches. Digitales Zeug. Hier auch natürlich. Ich sage jetzt auch nichts. Wer sich hier auch wieder auf Sicherheit setzt, dann klammert sich fest. Wer Klarheit hat, kann sich bewegen, ohne sich selber zu verlieren. Und das trotz Wechsel von z.B. auch einem Medium. Weil du kannst es ja dort auch z.B. mit einer Art und Weise einfach crossmedial ... ... kohärent umsetzen.
Paul: Sag, sag nichts,
Vinz: Aber wenn du halt blöd gesagt sagst, wir haben seit 30 Jahren in der Gipfelzeitung jeden Monat unser Sinn gerät, aber die Gipfelzeitung interessiert dich nicht mehr, aber du beharrst darauf, weil es einmal funktioniert hat, dann ist es ein Schuss ins eigene Genü. Klarheit ist eigentlich für mich da gesagt. Beweglichkeit. mit Rückgrat oder Cochones. Also du bleibst geschmeidig, aber gleichzeitig halt auch standhaft. Ich stör schon sie mann.
Paul: Jawoll. Ja, ja, ja. Corona ist geschmeidig standhaft. Da kam jede Botschaft an. Ein Spaß beiseite.
Vinz: Okay.
Paul: Ich mache gerne den Vergleich auf zwischen einem Medium, was du hast und einer Botschaft, die du hast. Und wenn du guckst, welches Medium ist gerade im Trend und was können wir da für eine Botschaft senden? Da hast du an dem Punkt eigentlich schon verloren. Also zu sagen, alle sind auf TikTok. Was können wir denn jetzt auf TikTok machen, damit wir mitmachen können? Das ist für mich eigentlich schon fast eine Red Flag. Zu sagen, dann lass es lieber ganz. Und der umgekehrte Weg wäre viel logischer zu überlegen. Wir haben unsere feste Botschaft. Auf welchem Medium kann denn die ihre volle Wirkung entfalten? Ist da vielleicht TikTok gerade die relevante Plattform oder passt das nicht zu unserer Persönlichkeit, zu unseren Werten? Wo sollte dann unsere Botschaft rein? da gibt es ja noch die Gipfelzeitung. Dann packen wir das lieber da rein. Weißt du, das finde ich dieses
Vinz: kommt natürlich auch immer darauf an, wo die Leute sind, die man erreichen will. Das ist natürlich auch ein wesentlicher Faktor. Wir sagen auch immer, kläre deine Zielgruppen und die Hälfte von der Miete ist eigentlich schon deine.
Paul: Ja, ja, natürlich. Das nimmst du mit. ist ja auch jetzt als Mini-Weg, wie wir so ein Branding angehen, das beginnt ja immer bei Angebot und Positionierung, dann die Substanz finden und dann geht man in die Kommunikation und hat da schon vorher die Zielgruppe geklärt und weiß dann halt, wo ist die, welche Botschaft soll die abbekommen und wie kann man das perfekt zusammenbringen, die beiden Sachen. Aber ich würde eben nicht, also was ich einfach wichtig finde, ist nicht zu sagen, da gibt es irgendein Medium, da müssen wir jetzt rein und wir wissen halt gar nicht, wie wir damit umgehen sollen.
Vinz: Mhm.
Paul: sondern eher zu gucken, was ist denn unsere Botschaft am Anfang und wo ist diese Botschaft gut aufgehoben. Bevor man dann, weil der andere Weg führt halt dazu, zu sagen, auf TikTok sind wir so, auf Instagram sind wir so. Wenn man eine Printkampagne sieht, dann stellen wir uns ganz anders vor. Dann hast du halt drei unterschiedliche Versionen von der Marke. Und das ist ja der Fehler, den man einfach vermeiden will.
Vinz: Nein, gut, das Ich verstehe mich nicht falsch. Das ist ja, was du gesagt hast, der Kern. Das gehört ja im Zmargen-Fundament ein. Botschaften, Art und Weise, Tonalität. Aber ich finde dennoch, dann wird es spannend, herauszufinden, wie man eine gleichbleibende Botschaft, eine gleichbleibende Tonalität auf verschiedenen Medien, die anders kommuniziert wird. trotzdem koherent auftreten, aber die gleichen blöden Spieleregeln anpassen. Das heisst, ein Unternehmen, auf LinkedIn und TikTok unterwegs ist, kann dann genau kreativ werden, durch die Klarheit und den Spagat zu schaffen. Vom LinkedIn, der dann eher bisschen seriöser, businessmässig zu TikTok, wo man auf gut Deutsch gesagt «Scheiss» machen kann und witzig sein kann. Und das geht ja
Paul: können wir so stehen lassen, finde ich gut.
Vinz: Okay. Der vierte Punkt wäre eher die Krisensituation, die sicherheitsdenklich entlarven könnte. Corona war in letzten Jahren ein grosses Beispiel. Was dort alles hoppsgegangen ist und gleichzeitig Neues erschienen ist, ist ja auch das Beispiel Nummer eins. Es viele Punkte rein. Wir haben wirtschaftliche Einbrüche, die auch durch solche Krisen ausgelöst werden. Oder Lieferketten, die wegbrechen oder komplett anders funktionieren. Oder gesellschaftliche Spanungen, die wir aktuell auch voll drin sind. Mit diesen ganzen Kriegen, mit diesen ganzen Fronten, die sich verhärtet in diversen gesellschaftlichen Bereichen. Das stellt das Unternehmen automatisch auf Probe. Da habe ich mir auch gesagt oder gedacht, was ich aussage, Unternehmen ohne Klarheit reagieren eher hektisch. Die machen dann irgendwelche Hauruckaktionen, weil sie sehen, der Peter macht das jetzt auch, darum muss ich das auch machen. Aber Unternehmen mit Klarheit hingegen, die agieren fokussiert, vor allem in diesen Bereichen. Das ist dann wie beim Persönlichen. Wenn man sich selber kennt und weiss, was man kann und eben nicht, dann reagierst du automatisch viel ruhiger und zielgerichteter. Und, ... Genau.
Paul: hat man jetzt auch gut an dem ganzen KI-Hype gesehen, wie Unternehmen halt mega schnell viel Geld in irgendwelche KI-Lösungen investiert haben, nur weil sie das Gefühl haben, das macht Mitbewerber XY auch gerade. Und letztlich hat das nicht wirklich geholfen, außer dass man Geld ausgegeben hat. Man wollte halt schnell mit dabei sein, ja nicht abgehängt zu werden. Statt sich da in dem Moment mit Ruhe kurz zu besinnen, was man überhaupt davon erwarten kann oder was man überhaupt möchte.
Vinz: Mhm.
Paul: und in welchem Rahmen das Ganze stattfinden soll. Weil sonst sind ja alle überfordert. Also du überträgst ja dann auch eine Überfordertheit als Marke auf dein gesamtes Team. Und das führt ja dann nur dazu, dass eigentlich niemand genau weiß, wofür wir genau stehen und was wir überhaupt gerade wollen und warum wir tun, was wir tun, sondern man macht es halt und das ist wie so ein so aufgeregter Hummelschwarm. So alle schwören irgendwie herum oder wie so ein Ameisennest, in das man ausversehen reinsticht und alle sind
Vinz: Ja.
Paul: alles sind wild unterwegs und gefühlt sieht aber nichts strukturiert aus oder funktioniert so wie es funktionieren sollte.
Vinz: Aber ich finde auch einen wichtigen Faktor, den niemand anspricht, dass man das auch in den grossen Konzernen z.B. Disney oder so, die am Laufmeter irgendwelche Filme verkacken, nur weil sie der Profitgeilheit hinnaheifern. Du merkst es automatisch bei diesen Konzernen. Und ich habe das Gefühl, bei Apple geht es denen auch langsam nicht mehr lange. Also das sind wir eigentlich schon mitten drin. Wo halt einfach das, das, sie mal gestanden sind, Innovativität oder Kreativität, dass sie das einfach komplett über Bord werfen, nur weil sie das Gefühl haben, sie müssen einfach noch mehr Geld scheffeln. Oder? Also das ist jetzt das persönliche Statement von mir. Aber das ist halt ein grosser Punkt, der halt, ja bevielfach untergeht. Alle wollen immer noch profiten, um mehr und höher und schneller. Aber checken schlussendlich nicht, sie wegen dieser Sache ihre eigentliche Substanz verlieren, die sie eigentlich mal hatten. Und so, je länger sie vor allem hart eingeschworenen Marken befürworten oder Fans, je länger sie vor den Kopf stossen. Und dann sind sie verwundert. wenn sie auf einmal geblieben sind. Ich als alter Zocker bin hier und wieder mal mit einem einen Ohr an den Puls vor Zeit. Da gibt es auch ganz grosse Studios, die dichtmachen. Zum Beispiel Ubisoft oder solche Sachen. Das sind ja Milliardenkonzerne und sie kriegen es nicht auf Kette, weil sie einfach nur profitgeil sind.
Paul: Ja, gibt's übrigens auch so als. Richtiger Zocker wäre ich nie. Aber ich hab mal die Geschichte von Need for Speed angeschaut, von der Rennserie. Und die haben das so gut aufgedröselt, eben wirklich dargestellt, so was waren die Highlights in diesen dutzenden Spielen, die die da rausgeballert haben. Und wo lagen die ganzen Probleme, dass sie es nie geschafft haben, der Community mal zuzuhören, warum die ein bestimmtes Spiel für eine Sache gefeiert haben.
Vinz: Mhm.
Paul: und dann die besten Sachen zu nehmen, daraus ein richtig gutes Rennspiel zu machen. Und stattdessen haben sie mit mehreren Studios zusammen geschafft, einfach innerhalb eines Jahres jeweils ein neues Spiel rauszuhauen, was immer schlechter wurde, was keine Entwicklung dargestellt hat, sondern es ging, wie du gerade meintest, nur Gewinn, nur ⁓ dabei zu sein. Und was man aus all den Faktoren oder aus all diesen Geschichten lernen kann, ist eigentlich, halt zu, was eure Community von euch sich wünscht.
Vinz: Hm.
Paul: oder erwartet und geht mit denen in den Austausch, dann findet ihr am besten raus, was man da draußen entwickeln kann. Oder guckt halt, wer welche Filme warum gerne schaut. Aber nicht nur auf die nackten Zahlen, weil die in dem Kontext wenig verraten. Und dann braucht es halt ganz oft auch einfach Mut. Also das führt ja auch dazu, dass wenn du diese Klarheit hast als Marke, kannst du auch mutig agieren und rausgehen, weil du dann wiederum diese Sicherheit hast zu sagen, wir wissen, wofür wir stehen und wir wissen auch, was unsere Zielgruppe von uns erwartet.
Vinz: Hm.
Paul: Also können wir etwas anderes machen, als der Markt da draußen macht. Und das macht uns besonders so einzigartig. Und dann, das ist ja der Punkt, wo Magie entsteht und wo es richtig cool wird als Marke.
Vinz: Ja. Ja. Man kann sich eigentlich auch einfache Fragen stellen, ⁓ selbst zu checken, wo ich gerade ob ich Klarheit habe. Da ich mal folgende drei Sachen mitgebracht. Die erste Frage, die man sich stellen kann, wofür wir stehen, auch wenn der Markt sich dreht. Welche Konstanten sind bei uns so zentral, die unumstöslich Die zweite Frage wäre, welche drei Dinge würden wir selbst in einer Krise auf gar keinen Fall opfern? Was sind unsere drei Grundfehler, die wir als Unternehmen ausmachen? Und der dritte Punkt wäre, welche Entscheidungen treffen wir gerade aus Angst oder eben aus Klarheit? Und wenn man diese Antworten nicht klar formulieren kann... fehlt auch nicht unbedingt Sicherheit, dann fehlt eben die Klarheit. Weil aus Klarheit kann eben dann schnell mal falsche Sicherheit entstehen, wenn man Klarheit zu sicher ist. Aber jetzt wird es zu viel. das äh...
Paul: Boah, runter von den Metaebenen hier, Vince. Kommt doch keiner mehr mit.
Vinz: Das wäre es eigentlich. Ich weiss nicht, hast du noch etwas anzknüpfen? Weil es das habe ich nicht.
Paul: Ich hab also ganz ehrlich, ich hab so viel dazwischen geplappert. Ich glaube, wir haben alle Punkte besprochen, die dazu gehören und relevant sind. Falls auf eine Frage sind, schreibt uns gerne an. Also wir sind immer neugierig ⁓ euer Feedback. Und wenn ihr Ideen und Wünsche habt, was wir gerne mal besprechen sollten, vielleicht auch mit euch oder mit Kommentaren von euch, dann schreibt uns. Also mich kann man ganz einfach auf LinkedIn anschreiben.
Vinz: Nein, das ist sicherlich. Mhm.
Paul: Vince kann man auch einfach anrufen, der hängt jeden halben Tag am Telefonhöre oder halt Mail schreiben, weil das Anruf dann doch zu direkt ist. Aber ihr kennt uns ja schon durch den Podcast. Also macht einfach so der Austausch ist uns da echt wichtig und bringt uns weiter und das ganze Format vor allem weiter.
Vinz: Yes. Dann habe ich noch mein gefühlstausliche, emotional geschwängerte Statement, das nicht fehlen darf. Und zwar... Genau. zwar... Sicherheit, lieber Paul, ist eine Illusion, beruhigt. Klarheit hingegen ist eine Haltung, dreht. Und nur wer weiss, wofür er steht,
Paul: Ich glaube, du hast aber noch so Statement, oder? Fürs Wandtattoo, genau.
Vinz: wenn alles andere in Zwangke kräftet. Yes. Die werden immer kitschiger, ich das Gefühl.
Paul: Danke dir für diese schöne Folge. Ich überlege schon jetzt für die Postproduktion, ich dann noch irgendwie so Regenbogen einfügen sollte im Hintergrund oder irgendwie so Sternenschweif darunter Vielleicht sollten wir das dann in Zukunft mit einfließen lassen.
Vinz: Genau. Yes. Hey, danke vielmals. Danke für das Zuhören und wie Paul gesagt hat, egal welche Anregung hinterlässt. Von daher bis zum nächsten Mal.
Paul: Besten Dank für alles und bis dann, Vince. Ciao!
Vinz: Ciao!
Paul: Vielen Dank fürs Zuhören. Ihr wisst, was zu tun ist mit Abos, Kommentaren und Likes. Aber eine Sache liegt uns an Herzen und das sind Apple Podcasts oder Das hilft uns nämlich das ganze Format bekannt zu Danke euch und bis bald.
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