Betrieb statt Marke: Warum KMU bedeutungslos bleiben (und was wirklich hilft)
Shownotes
In Folge 083 räumen wir mit einem gefährlichen Irrtum auf: »Es läuft« heißt noch lange nicht »Wir sind eine Marke«. Viele KMU machen einen guten Job — aber bleiben trotzdem bedeutungslos, weil sie nicht spürbar werden. Und genau das rächt sich später: bei Kundschaft, Talenten und Vertrauen.
Die wichtigsten Takeaways:
- Ein Betrieb löst Aufgaben, eine Marke stiftet Bedeutung.
- Emotionen sind entscheidend für die Bindung von Kunden und Mitarbeitern.
- Die Herausforderung besteht darin, nicht austauschbar zu sein.
- Markenidentität stärkt die Mitarbeiterbindung und das Unternehmensimage.
- Differenzierung durch eine klare Markenstrategie ist notwendig.
- Praktische Fragen helfen, die eigene Markenidentität zu definieren.
- Emotionen wecken vereinfacht die Kommunikation nach außen.
- Ein starkes Fundament ist entscheidend für den Markenerfolg.
- Markenentwicklung erfordert ein Bewusstsein für die eigene Identität.
- Der Vergleich von Marken und Schuhen verdeutlicht die Notwendigkeit von Funktionalität und Stil.
Wenn dein Unternehmen nur gebraucht wird, aber niemand es spürt: Dann bist du ein Betrieb. Noch keine Marke.
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Vinz: Liebe Paul, hallo. habe ein neues Thema mitgebracht. Und zwar geht es heute darum, warum dein Unternehmen kein Marken ist, sondern nur ein viele Unternehmen funktionieren unter dem fast schon und bleiben trotzdem bedeutungslos. Was ich damit meine, so in der sagen halt viele Geschäftsführerinhaber, hey, es läuft. Wir haben einen guten Umsatz, die Kunden sind da, die Prozesse greifen. Und trotzdem findet sich niemand emotional abgeholt. Oder man kriegt halt vielfach die falschen Kunden, mühsame Kunden, die diskutieren. findet halt nicht die Talente, die man sich als Mitarbeiter Und irgendwie fühlt sich die Zukunft ... will funktionieren, heisst noch lange nicht Marken Und das soll es heute gehen. Lieber Paul, an was denkst du, wenn du jetzt hier mein geschmeidiger Intro hörst?
Paul: Willkommen zu Mach mal Marke, dem einzigen deutschsprachigen Branding-Podcast ohne Bullshit. Viel Spaß! Ich denke so an das klassische KMU, was einen guten Job macht, gut funktioniert, nette Leute hat, die das auch schon ewig lang so machen. Ist irgendwie alles eingespielt, reibungslos. Denke auch irgendwie an den Handwerksbetrieb, mit dem wir jetzt zusammen schaffen wollen, privat für Hausrenovation und so. Da wird die Welt nicht bewegt, aber da wird auch kein Fundament aufgebaut für die Zukunft. Und die große Frage,
Vinz: Hm.
Paul: die dann im Raum steht, wie soll es weitergehen, ist ja immer, wenn entweder ein Großteil an Kundschaft abspringt oder sehr gute, wichtige Leute, die seit Jahrzehnten dabei waren, gehen. Und das ist ja manchmal auch gehen mit Ansage, wenn die einfach in den Ruhestand gehen. Oder wenn irgendeine Art Geschäftsführerwechsel ansteht, Generationwechsel. Und bis dahin läuft aber so ein Schiff solide. Aber mehr eben auch nicht. Und... Mir blutet da immer das Herz, weil ich mir denke, ey, die ganzen Betriebe haben so viel Potenzial. Gerade mit Blick auf Handwerk, die ermetzt von allen KMU nochmal speziellere Probleme heutzutage, aber auch da ist es die Kunst, die richtigen Leute für die Zukunft zu gewinnen. Und sie hätten so viel Potenzial. Also gerade mit Blick auf Social Media und all dem, was uns Nicole letzte Woche im Interview noch erzählt hat. Denkt man immer so, es gibt so viele Geschichten da draußen, die geteilt und erzählt werden können. Sogar wenn wir ans Interview von Michi zurückdenken, wo er von der einen Geschäftsführerin von einem Laser-Unternehmen geschrieben hat, die eine riesengroße Reichweite auf LinkedIn hat, weil sie einfach charmant ihren Alltag beschreibt. Und da merkst du ja schon anhand des Punktes Alltag beschreiben. ist nichts Besonderes für dich als die Person, die du im Unternehmen bist. Aber es ist für die Welt spannend. Und
Vinz: Hm.
Paul: warum nicht diese spannenden Geschichten teilen und warum sich da nicht einen bestimmten Ruf erarbeiten. Auch wenn alles schon so läuft, wie es laufen sollte. Man kann mit Marke nur gewinnen, würde ich immer meinen.
Vinz: Mhm. Ja, du das Ende gut zusammengefasst. Ich habe es mir folgendermassen notiert, kurz und knapp oder kurz und bündig. Ein Betrieb löst Aufgaben. Eine Marke stiftet Bedeutung. Das heisst, wenn ein Unternehmen nur faktisch funktioniert, aber eben nicht emotional nach innen oder aussen wirkt, dann wird es zwar gebraucht, Aber es wird nicht gespürt, gefühlt. Weisst du, was meine? Das ist ja genau das Gefährliche. Also nicht unbedingt jetzt, weil es läuft. Aber eben irgendwann in der Zukunft. Weil Marken, die werden nicht einfach ersetzt, weil sie schlecht weil sie egal sind, böse gesagt. Austauschbar sind. Und das haben wir ja auch schon ein paar Mal angesprochen. Genau, einfach so der...
Paul: Das ist aber auch so eine Zeitsache aktuell. Ich habe das Gefühl, leben in Zeiten, wo alle Sachen auf irgendeine Art Weise besonders sein müssen. Und wo auf der anderen Seite es so richtig ist wie nie zuvor, dass du ganz bestimmt deine eine Zielgruppe ansprechen musst, weil du sonst austauschbar bist. Und das kann gut funktionieren. Also denke jetzt so am Handwerksbetrieb, dass man sich vielleicht einfach kennt über irgendeinen Verein oder eine gemeinsame Aktivität.
Vinz: Mhm.
Paul: Und sobald ich eine Person kenne, nehme ich natürlich auch den Betrieb, der dazugehört. Also wenn ich den Tischler schon aus dem Fußballverein kenne, dann gehe ich auch zu dem Tischler, weil der ist ja im gleichen Verein wie ich. Aber das holt ja bei weitem nicht alle Leute ab. Und du kannst aber heutzutage als Tischler, wenn du dich zeigst und bewusst eine junge Zielgruppe jetzt schon ansprichst, mit dem Wissen, dass sie bald die Nächsten sind, die in eine eigene Wohnung ziehen, die Kinder bekommen werden, die erwachsen werden. Mit diesem Wissen kannst du dir praktisch Zielgruppe vorbereiten. Das auch ein bisschen das, was Chris erzählt hat im gemeinsamen Gespräch über Community Building. Das, 1,5 Grad macht, sehr groß skaliert zu sagen, wir holen genau die jungen Leute ab, die in den nächsten zehn Jahren Eigenheimen werden. Und dann brauchen die nämlich unsere Produkte. Und wir sind dann die einzige Marke, die eben nicht nur eine Wärmepumpe hinstellt, sondern die für eine gesamte
Vinz: Mh.
Paul: Einstellung oder Lebenseinstellung oder Philosophie steht. Und das ist eigentlich der geheime Zaubertrick. Du kannst mehr sein als nur die Tätigkeit, die du ausführst.
Vinz: Mhm. Ja, genau. geht ja auch, dass wir immer mitgeben, dass Branding ist, Emotionen zu wecken. Denn Emotionen bindend, verkaufend, Fakten, machen es nachher rechtfertig. Egal, auf welcher Ebene. Egal, ob du Kunde oder Mitarbeiter bist. Du willst dich an irgendeine Zugehörige fühlen. Darum hast du es auch schon Man muss sich ein bisschen differenzieren. Und heute ist halt Sie halt viel das Gefühl, sich zu differenzieren, muss man einfach noch lüter und noch schriller sein. Nein, im Gegenteil. Du kannst auch minimalistisch, bewusst dich differenzieren. Und eben, genau. Genau, einfach bewusster sein. Und was ich hier noch aufgeschrieben habe, ist, zu funktionieren. Das spielt ja dort auch ein. Aber das finde ich, halt das das was du verkaufst, versprichst.
Paul: Ich wollte gerade sagen, einfach bewusster sein.
Vinz: Das muss ja Hände und Füsse haben. Und das ist ja nicht das Ziel, sondern das Ziel sollte sein, das grössere Ziel, eine Bindung aufzubauen mit den richtigen Leuten auf allen Ebenen. Und da kann man sich auch, das hast du schon ein paar Mal gesagt, kann man sich einfach die Frage stellen, würden wir uns vermissen oder nur ersetzen? Und um das geht
Paul: da bist du ziemlich schnell austauschbar und machst dich eben abhängig von einzelnen Personen. Also kann ja sein, du bist ein Unternehmen, es läuft alles gut und du hast einen Vertrieb, der sehr gute Arbeit macht. Dann hängst du manchmal an einer Vertrieblerin oder an einem Vertriebler und die bringen gefühlt das ganze Geschäft ins Laufen und wenn die von heute auf morgen aber kündigen und weg sind, was passiert denn dann? Und dann kannst du ja noch hoffen, dass deine Arbeit gut genug war, dass die Leute das in Erinnerung behalten, aber die ganzen etablierten
Vinz: Mhm. Mh.
Paul: die haben heutzutage ein riesengroßes Problem, was Nachwuchs betrifft in der Hinsicht, dass es sehr schnell sein kann, dass neuer Betrieb kommt mit weniger Erfahrung, weniger Expertise und so weiter, die aber öffentlichkeitswirksam zeigen, was sie machen. So die machen auch nicht groß was anderes, aber die zeigen sich und die sind jung und hip und cool und dreimal darfst du raten, wen dann die nachfolgende Generation bevorzugt. So natürlich die Leute, die über ihren Beruf was sagen und was teilen und wo du auch spürst,
Vinz: Mhm.
Paul: die machen das mit Leidenschaft. Und ich will jetzt nicht abstreiten, dass ältere Leute nicht mehr mit Leidenschaft arbeiten. Das äußert sich vielleicht in einer anderen Form. Ich glaube, die meisten Leute, die ein Unternehmen haben oder Unternehmen aufgebaut haben, die brennen für die Sache. Aber dieses Brennen und dieses innere Feuer, was da lodert und dieses Weiterkommen wollen und so, das muss schon irgendwie auch übertragbar sein auf die Marke.
Vinz: auch das Markenfundament, von dem wir immer reden. Es geht nicht einfach nur ⁓ eine JGPT-Vision, sondern es soll wirklich höheres Ziel sein, dass die Leute sich aber auch dazu gehörig fühlen können. Das ist intern wie extern. Intern ist es vor allem ... für das Team, für das Unternehmen, für die Mitarbeiter, dass der Motor zusammengeschweißt wird. Und jedes Zahnrad dreht halt seinen Partner so ein, dass die PS schlussendlich auch auf den Boden kommt. Das heisst, dort hast du dann einfach mal einen gestärkten Rücken. Und dann hast du einfach Möglichkeit, dann gegen aussen zu zeigen. Also die Emotionen. gegen Aussenspürbarungen machen, vor allem auf Seiten Kundschaft. Aber eben auch Marktpotenzielle, was kann ich, Partner, wie auch
Paul: jetzt gerade überlege, früher war es ja mitunter so, dass du deinen Meisterbetrieb ausgesucht hast aufgrund des Meisters oder der Meisterin, die dann dort geschafft haben, weil du genau wusstest, ich will von der Person lernen. das ist so, ich kenne es viel aus dem Kunsthandwerk, da hat das eine größere Bedeutung oder was so Instrumentenbau betrifft, da gibt es nicht so viele. Aber da weißt du genau, die haben unterschiedliche Schulen, unterschiedliche Ansätze.
Vinz: Mhm.
Paul: Wenn du in die Lehre gehst, überlegst du dir natürlich vorher, bei wem will ich unterrichtet werden für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, ⁓ dieses ganze Wissen aufzulaufen. Also das ist so, will ich nicht sagen Persönlichkeitskult, aber da hängt es viel von Persönlichkeit ab tatsächlich. Und Betriebe können das aber genauso auf die Marke transportieren, dass man mit Stolz, wenn man dort arbeitet, sagen kann, ich arbeite bei dem Betrieb. Und wenn der Betrieb angesehen ist und alle ein gutes Bild davon haben und
Vinz: Mh. Mmh.
Paul: alle mit Begeisterung davon erzählen und das vielleicht sogar überregional. So von wegen ich bin in dem Betrieb, über den gerade alle Leute berichten, weil der einfach cool ist, weil der irgendwie Handwerk aufs nächste Level hebt oder was auch immer. Dann erfüllt das auch die Mitarbeitenden mit Stolz und dann berichtest du ja noch lieber oder noch eher von deiner eigenen Arbeit. Also dann entstehen so ganz, ganz viele Mitnahmeeffekte und das ist Gold wert so allein für die die interne Stimmung. Und dann kommst du halt rein in
Vinz: Mhm.
Paul: einen Bereich, wo du anfängst zu gestalten, vor allem Zukunft deines Umfeldes zu gestalten oder des Marktes zu gestalten. Und auch der Wettbewerb fühlt sich da unter Druck gesetzt. Im Vergleich zu dem anderen Zustand, wo nichts passiert, irgendwie Frustration, Resignation, Stillstand herrscht, na, das Gefühl haben wir, gut, das ist bald vorbei. So, da passiert nicht mehr viel. Und alleine rein psychologisch ist das halt so ein riesengroßer Unterschied, ob du deine Leute motivieren kannst, jeden Tag gerne Höchsteilstung zu geben. Bestes Beispiel Formel 1, wo du wirst eigentlich schlecht bezahlt, wenn du in der Boxengasse hockst. Aber Leute machen das aus Leidenschaft, einfach Teil von diesem krassen Event zu sein und von dieser unglaublichen Leistung, dass da irgendwie eine Hundertschaft an Personen die schnellsten Autos der Welt auf die Strecke bringen und da über Zehntelsekunden mitfiebern, ob so ein Auto gewinnt oder nicht.
Vinz: Mhm.
Paul: Das ist ja auch eigentlich verrückt, aber das funktioniert ja nur über diese Magie. Sogar wenn du es runterbrechst, es halt, ja, keine Ahnung, es fährt halt ein Auto schnell im Kreis über 60 Runden. eigentlich ist es halt viel mehr und das ist dieses Aufgeladene.
Vinz: Ja, ist so. Es ist so. Und ich habe noch aufgeschrieben, die Fondation im Inneren Wenn das Fundament, der innere Kern, so läuft, er soll, wie soll das dann gegen die Außenträte werden? Wenn jeder Mitarbeiter blöd gesagt, Mühe zu lächeln hat, wenn das Marketing-Team irgendwelche grossen Parolen ausschwenkt, dann läuft etwas falsch. Und es ist scheissegal, ob du ein grosser Konzern bist oder ob du selbstständig bist. Wenn du nicht selbstbewusst hinter dem stehen kannst, wofür du stehst, dann kannst du es auch nicht gegen aussen treten. Dann kannst du auch nicht selbstbewusst vor einem Kunden her stehen oder vor einem Mitarbeiter oder vor einem Partner, was auch immer. Das ist halt
Paul: Übrigens noch ein Beispiel, was mir gerade einfällt, ist Hotellerie. Also wenn du überlegst, dass Leute, Pagen sind in einem großen teuren Hotel, dann bedeutet das nicht, dass sie da sich die goldene Nase verdienen. Die werden auch bloß sehr schlecht bezahlt, wie alle anderen Leute im Servicebereich auch. Aber die sind halt mit Stolz dort, weil du genau weißt, ist ein wichtiges Haus mit Geschichte. Da sind tolle Gäste, die dort jeden Tag ein und aus checken. Und wenn
Vinz: ... Mh.
Paul: Gäste zufrieden sind, dann bist du auch zufrieden und das ist irgendwie, das ist in dem Kontext viel entscheidender als die Bezahlung. Und du machst das eben auch, ⁓ Teil von etwas zu sein. Und da kommt ja dieser andere Arbeitsaspekt mit rein. Also wir arbeiten nicht alle nur, ⁓ über die Runden zu kommen. Das natürlich auch, aber wir arbeiten halt liebend gerne, wenn wir das Gefühl haben, wir können Teil von einer größeren Geschichte sein. Wir können da draußen wirklich was gestalten und was bewirken und selbst so ein
Vinz: Mh.
Paul: Ein Anführungszeichen kleiner oder einfacher Job hat dann auf einmal eine Bedeutung. Das, keine Ahnung, auch wenn du ein Regal einräumst, dann bist du Teil von einem großen System, IKEA beispielsweise, und hat die Bedeutung, dass du gemeinsam Menschen zu einem schönen Zuhause verhilfst. So, und das ist ja, das ist eigentlich super simpel, wie man mit ein paar, mit ein bisschen Storytelling und Psychologie Menschen für eine Sache begeistern kann.
Vinz: Mmh.
Paul: fällt halt schwer, wenn ich dich für was anderes begeistern als einen anderen Kollegen, weil ich selber nicht mehr genau weiß, wofür eigentlich.
Vinz: Ja. Gleichzeitig ist es auch klarer, dass man zeigen kann, kommunizieren kann, spürbar macht. Dann es besser an der Marke als Filter. Du zeugst automatisch die richtigen Leute an auf allen Ebenen. Da ist auch der Unterschied. Der Betrieb versucht, eher sammelt möglichst viel. Und an der Marke filtert bewusst die richtigen Leute. Das ist auch einfach so ein positiver Nebeneffekt, der das auch noch mit sich bringt, wo aber viele auch sich davor fürchten. Aber das sage ich nur, hey, hebt den Mut zur Differenzierung, weil es bringt nichts, alle anzusprechen, wenn sich dann schlussendlich niemand wirklich abgeholt fühlt. Ich habe hier noch ein Beispiel. eine kleine Formulierung aufgeschrieben. so, Bürgig statt Effizienz. Der Betrieb, oder was ich auch schon viel miterlebt habe, so, wenn man das Betriebsdenken hat, dann fragt man eigentlich in der Regel immer, wie machen wir es günstiger, schneller, besser. Aber wenn du dann so bisschen in den Marktenken drin bist, mit Weitblick auf die Zukunft raus, dann fragst du eher Sachen wie, wie ... Wie bleiben wir relevant, spürbar und glaubwürdig? Beides ist nötig, aber nur das Zweite, das dreht langfristiges Unternehmen.
Paul: Ja. Und dafür brauchst du das Bewusstsein erstmal dafür oder im ersten Schritt. Weil wenn du das nicht verstanden hast, dass es eigentlich nur darum geht und dass dieser Effekt aber dazu führt, dass sehr viel Positives mitschwingt, sei es jetzt Arbeitsmoral, Arbeitseinstellungen, Produktivität, auch Professionalität, alles drum und dran und die ganzen Außenwirkungen und der innere Zusammenhalt. Ja, dann ist für dich wahrscheinlich Marke dann immer noch bloß
Vinz: Genau.
Paul: Das schöne Design und Logo und mehr nicht.
Vinz: Vielleicht noch ein greifbares Beispiel. Es kann ein Unternehmen sein, egal in welcher Branche. sagen wir keine Ahnung. Schreinerei. Oder zwei Betriebe. Gleiche Branche, gleiche Leistung. Schreinerei. Firma A ist sauber, korrekt, clean, top, aber austauschbar. Macht alles für alle. Und Firma B ... Sie fahren einfach eine Linie. Sie haben ihren Stil. Sie ist aber auch menschlich. Dort spürt man ein bisschen, dass das Leute mit Ecken und Kanten Sag ich jetzt, behaupte ich jetzt einfach Firma B. Sie zeugt automatisch die richtigen Bewerbungen an. Sie wird eher empfohlen. Sie bekommt schon am Anfang Vertrauen, bevor überhaupt gekauft wird. Einfach weil man merkt, dass da steht, Menschen dahinter, die Bock haben auf das, was sie machen, die hinter der Firma stehen können, die hinter dem Handwerk stehen Nicht, sie besser sind, weil man einfach weiss, wer sie sind und weil sie echt sind. Und das macht einen Unterschied.
Paul: würde ich direkt noch ergänzen, das hängt nicht mit dem Design ab, das mir als Kunde gefallen muss, sondern es geht wirklich darum, dass es ein Design ist, was zu dem Unternehmen passt. Also ich finde es maximal sympathisch, das überhaupt nicht meine Stilrichtung ist, aber ich das Gefühl habe, die haben es geschafft, so wie sie sind, rüberzubringen, zu transportieren und darzustellen. Wenn das natürlich mein Lieblingsstyle ist, dann ist es umso schöner, aber das wirst du nie schaffen.
Vinz: Mhm.
Paul: Und das haben wir ja auch schon ein paar Mal betont. Lieber erreichst du einer Person und sei es jetzt dein jüngeres Ich perfekt und erreichst alle anderen, die auch so sein wollen, anstatt dann wieder ins Wischiwaschi zu verfallen. Und dann machst du, wie bei deinen ganzen nostalgischen Betrieben, den großen Fehler, dass du auf einmal clean und minimalistisch auftreten willst, obwohl du ein Jahrhunderter alter Betrieb bist mit ganz viel Tradition und das aber in keinster Art und Weise kommunizierst oder zeigst. nur dazugehören zu wollen. Dieser Seelentausch, der ist natürlich auch nicht Teil davon.
Vinz: Mh. Ich kann jetzt sagen, Nostalgie kann auch clean und minimalistisch sein. Kannst einfach mit anderen Stilmitteln, ja genau, kannst z.B. mit einer Bildwelt arbeiten. Also dieser Mix, ja. Aber eben, gibt es unendliche Möglichkeiten. Aber es geht halt wirklich das Gesamtbild. Und wie du gesagt hast, muss einfach, es muss einfach kohärent sein. Es muss einheitlich sein.
Paul: Jaja, mit Persönlichkeit einfach.
Vinz: glaubwürdig sein und man muss einfach spüren, dass es nicht einfach so ein zusammengewürfelter Scheiss-Dreck sondern es ist ja etwas, das verhebt. Genau.
Paul: Yes.
Vinz: Ja, ich habe hier noch einen praktischen Leitfaden, der drei Aufgaben mitgebracht hat, man sich selber fragen Nummer eins wäre, frag dich einfach, was willst du mehr stehen? Mit was willst du nicht in Zusammenhang gebracht werden? Das ist auch einfach mal eine Umkehrung. Alle wollen immer... Irgendetwas haben, was willst du denn bewusst nicht mehr sein? Wie willst du nicht mehr wirken? Frage 2 wäre, wofür sollen oder wofür wollen wir dann in drei Jahren bekannt sein? Also was ist unser Aushängeschild, mit was will man dann effektiv in einen Topf geschmissen werden? Und das muss nicht unbedingt, keine Ahnung... Dienstleistung sein oder ein Produkt, das man anbietet, im besten Fall auch einfach mal eine Emotion. Oder, oder, oder, ja. Und äh, dritte Frage Ich habe das jetzt einfach mal so definiert, aber würde das denn unser Team genau gleich so formulieren? Und wenn man dort sagen kann... Nein. Dann ist es gut, aber dann prüfe es. Wenn man sagen muss, was die meisten vermuten, dann würde ich dem einfach mal nachgehen. Dort beginnt es schon Die Einheitlichkeit interne Schaffung, das Fundament. Wenn das nicht steht, dann steht der ganze Karren auf wackeligem Grund. Kannst du das ergänzen mit etwas Schlauem?
Paul: Yes. Ich finde die Punkte schlau genug. Ich kann immer nur empfehlen, die Prozesse das Team direkt mit reinzuholen, ⁓ einerseits zu feiern, wo man aktuell steht und was man alles erreicht hat und andererseits aber auch ganz offen auf den Tisch zu bringen, was alles nicht funktioniert. Und das ist weiß der Schlüsselmoment oder der Aha-Moment, wo rauskommt, was den Leuten in einem Team ganz bewusst fehlt. Und es können manchmal Kleinigkeiten sein.
Vinz: Ha Hm.
Paul: die aber dafür entscheidend sind, ob eine Kultur intern funktioniert oder nicht. Und wenn es die Kultur nicht gibt, dann gibt es auch die Marke nicht. Dann ist nämlich die Marke nur so eine schön aufgesetzte Verpackung, wo aber wirklich nichts dahinter steht. Und diesen Prozess ehrlich anzugehen und auch regelmäßig zu wiederholen, das ist ganz wichtig. Und gerade am Anfang sich die Ziele so zu setzen, dass sie alle auch verstehen. Also das hatten wir auch schon ein paar Mal. Ein reines Umsatzziel, damit kann eine Personen, die angestellt ist, wenig anfangen. Und im Zweifelsfall setzt das Menschen auch unter Druck, genau zu wissen, wir haben das Umsatzziel, also muss ich so und so viel Beitrag leisten und beisteuern und erarbeiten und schafft es vielleicht nicht. Und andere sind schneller und besser. Und dann gibt es so soziale sozialen Sprengstoff, wenn man so will. Und andererseits kann man es aber auch so formulieren, dass man wirklich das Gefühl hat, wir tragen hier alle einen gerechten Teil dazu bei.
Vinz: Hm.
Paul: das auf die Beine zu stellen und das ist ein schönes Gefühl. Also auch da wieder ganz viele Emotionen, da mit unterbewussten Rolle spielen, die man aber wirklich achten sollte.
Vinz: Vier der Fall. Ja. Und vielleicht noch am Rande, dass ich es einmal gesagt habe. Ich habe auch Emotionen. Hunger, Durst, bei denen bin ich etwas müde. Aber nein, Spass bis hinten. Für viele tönt das Thema Emotionen wecken. Mit einem Unternehmen, einer Marke, immer noch fühlst du spürst Und ja, es ist auch so, im ersten Moment denkt man das. Aber es hat so viel Macht, wenn man das bewusst oder wirklich umsetzt. Vor allem für die internen Strukturen, für das ganze Team, dass man wirklich an einem Strang züchtet. Aber schlussendlich vereinfacht man sich damit auch extrem viel gegen aussen. Auch im Marketing. Wenn man definiert, klar, was man stehen Wer sind wir? Für was stehen wir? Und dann muss man nicht jedes Mal, wenn man eine Kampagne fahren will, irgendwelche, weiss ich dahergelaufenen Umratzeuchen, die dann wieder so ein Geschisseneskonzept für sehr viel Geld aus dem Boden stampfen. Weil man hat dann einfach ein Fundament. Man kann jedem Kreativen das Buch in die Hand drücken und der sollte dann wissen, was er zu tun hat. Also... Einfach nochmals erwähnt, tacheles, Klartext. Ja, so etwas kostet, aber es ist jeder Rappen wert. Und da kann ich aus Erfahrung sprechen. habe sehr viele Kunden, die skeptisch sind in diesem Bereich. Aber wenn sie Blut gelegt haben, dann ... versteht es der Zauber auf einmal. Yes.
Paul: Ja, und da kann man immer nur sagen, kaufst du billig, kaufst du zweimal. Und der andere Punkt, mir gerade im Kopf ist, dass Markenentwicklungen ein bisschen wie Schuhe kaufen. Denn wenn du Schuhe kaufst, guckst du automatisch danach, egal ob du willst oder nicht, bei anderen Leuten auf die Schuhe, was die für Schuhe kaufen. Und bei Markenentwicklung ist es genauso. Wenn du einmal verstanden hast, was wirklich dahinter steht, dann
Vinz: Ja, es Ja.
Paul: kannst du als kleine Übung mitnehmen. Achte mal auf deine Emotionen, wenn du einkaufen gehst. Warum du in welchem Laden gerne einkaufst oder auch online, wo du dich auf einer Seite länger und gerne aufhältst und wo eben auch nicht. Und was deine Mitbewerber bei dir auslösen. Warum findest du dir jetzt besser oder bist du einfach nur leidisch oder sieht es wirklich besser aus? Aber warum ist das der Fall? Also dieses Hinterfragen, da kommst du immer auf emotionale Bedürfnisse zurück, wenn du das paar Mal warum fragst und Da, wenn du deine eigene Marke definiert hast, wird dir viel klarer und bewusster, wie sich andere präsentieren und zeigen und warum es bei anderen funktioniert oder nicht funktioniert. Und das ist dann ein Wettbewerb, Spaß macht. ich mittlerweile mag den kreativen Wettbewerb sehr, weil ich es cool finde, wie sich andere Kreative zeigen und präsentieren, weil ich genau weiß, wo meine Stärken sind und dass so, wie ich mich aktuell präsentiere, richtig gut zu mir passt. Natürlich sehe ich Inspiration links und rechts und gucke, ob ich die Elemente noch mit aufnehme und für die Zukunft mit einplane und mal ausprobiere. Das sind ja kleine Experimente am Rand. Aber das Grundfundament, wer ich bin und was ich mache und was ich kann und wofür ich stehe, das hat sich extrem gefestigt über die letzten Jahre. Und dadurch ist Wettbewerb für mich gar kein großes Thema mehr. Und ich denke mir eher so, ist doch cool, dass es viele unterschiedliche Akteure da auf dem Markt gibt. können die auch unterschiedliche Personen erreichen. Ich weiß halt genau, ich erreichen will. So und wenn sich die Person angesprochen fühlt, ist cool.
Vinz: Yes. Ich einen kleinen Vergleich mit deinen Schuhen. Den Vergleich habe ich oft abgebracht. Bei Kunden. Wir haben immer die Strategie und Wirkung. Das ist bei den Schuhen das Gleiche. Es nützt dir keine bärlichen Schuhe, die vielleicht mega schön aussieht. Aber du kriegst jedes Mal, wenn sie anliegen, Blätter. Genau so kannst du die bequemsten Schuhe haben.
Paul: Das noch dazu.
Vinz: Aber wenn das Scheisse ausgesehen und dich alle auslacht, ist es auch nicht schön. Du brauchst beides. Du musst dich wohlfühlen, aber es muss auch funktionieren. muss einen Zweck dienen. Und anschliessend habe ich noch vielleicht meinen Abschlusssatz. Mein Merksatz, Kalenderspruch. Ja, hau rein. Okay?
Paul: Wobei, einen Gedanke habe ich noch zum Thema Schuhe. Die bequemsten und lächerlichsten Schuhe spielen nämlich keine Rolle, wenn das zu seiner Persönlichkeit passt, würde ich noch sagen. Und bestes Beispiel dafür, wenn irgendwie als Steve Jobs noch lebte, haben wir seinen Kleidungsstil gefeiert. Obwohl du ja sofort sagen wolltest, professionell ist das nicht, dass der Typ da mit weißen Sneakers und, also nicht mal Sneakers, waren ja irgendwelche Laufschuhe, Jeans und Rolli auf den auf der Bühne trat. Aber es hat zu seiner Persönlichkeit gepasst. Ob man die jetzt mag oder nicht, sei dahingestellt. Aber du hast dich nicht drüber lustig gemacht. Und wenn du dich drüber lustig gemacht hast, dann wolltest du direkt von allen, die ihn mochten, verurteilt. Und das ist eben auch Teil der Persönlichkeit. Also das noch als Anmerkung. Man kann über Persönlichkeit sehr, sehr viel rausholen und wegmachen. Genau.
Vinz: Mhm. Ja, es muss einfach passen. Yes. Weil du ja jetzt immer länger wirst mit deinem Abschlusssatz. Weil ich jetzt immer kürzer. Jetzt Intro halt jetzt kurz und bündig mein Abschlusssatz. Und zwar, wenn Betrieb funktioniert und an Margen wirkt. Aber nur was wirkt, bleibt. Ich habe fertig.
Paul: Ciao! schön vorgetragen. Und wenn man das mal in echt spüren will, schreibt uns an, kommt mit uns ins Gespräch. Wir beißen nicht, wir helfen und wir schaffen es ausbetrieben, Marken zu machen. Und das geht. Wenn man sich die Folge gehört hat, kann man sich vielleicht schon vorstellen, eigentlich leichter als man denkt. Man muss nur ein bisschen rausfinden, warum man das Ganze macht, was man macht. Aber das könnt ihr sonst auch alleine. Hört einfach den Rest. Schreibt uns an, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, Themenwünsche, Vorschläge, was auch immer. Wir sind dafür offen und dankbar. ansonsten viel Spaß beim Markemachen und danke fürs Thema, Vince.
Vinz: Danke, bis zum Mal.
Paul: Bis dahin, Merci fürs Zuhören. Macht Marke, hinterlasst eure Gedanken als Kommentar, like den ganzen Spaß und bewertet uns gerne auf Apple, Podcast und Spotify. Viel Spaß beim Marke machen und bis bald. Ciao.
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