Visuelles Storytelling: Was Marken von Serien lernen können (5 Prinzipien)
Shownotes
Dein Branding kann sauber sein. Und trotzdem nichts auslösen. Weil Design nicht automatisch Story ist.
Serien machen’s besser: Sie bauen Welten, Gefühle und Vertrauen – oft mit wenigen Bildern. Und genau das können KMU lernen: visuell führen, statt nur erklären.
Du erfährst:
- warum Marken wie Serien wissen müssen, wo sie hinwollen
- weshalb Menschen Führung brauchen: vom Startpunkt bis zum Abschluss
- wie Bildwelt, Rhythmus und Konsistenz Vertrauen aufbauen
- warum Wiederholung nicht langweilig ist, sondern Wiedererkennung
- was Tonalität, Timing und Pausen mit Markenstimme zu tun haben
- Bonus: warum „perfekt“ gestaltet auch abstossend wirken kann
Wenn du nach dieser Folge eine Sache mitnimmst: Reduktion + Konsequenz schlägt Deko.
Welche Serie hat für dich die beste Bildsprache? Schreib’s in die Kommentare. Und wenn du willst, dass wir deine Marke einmal wie eine Serie analysieren: Meld dich bei uns.
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Paul: Vince, ich habe seit langem mal wieder eine Serie fertig geschaut und habe die mal mitgebracht in unserem Podcast, weil ich dachte, das war so eine verdammt gute Serie. Davon können Marken wirklich was lernen. Und wir haben ja jetzt super oft über Storytelling geredet. Und du hast in letzten Folge nochmal betont, wie wichtig Vertrauen ist und dass Vertrauen auch ganz viel über den ersten passiert. Und nach der Serie, die ich geschaut habe, wurde mir bewusst, dass visuelle Storytelling ein so unterschätzter Punkt ist, den wir auch bei uns im Podcast noch viel zu selten angesprochen haben. Aber die Serie hat das einfach perfekt gelöst, obwohl sie in einem super kargen, einfachen Setting gespielt hat. wenn man sich das so anschaut, hätte die gar nicht viel hergegeben. Aber die Bilder waren einfach perfekt, perfekte Einstellungen, perfekte Musik dazu, perfekte Schnitte. Und die hat direkt eine Stimmung transportiert, die natürlich über den ganzen Rest der Serie aufgebaut wurde, aufgegriffen wurde. Aber so alleine die ist schon echt eine Kunst. Ich verrate gleich, welche Serie. Aber erst mal Frage an dich. Kannst du dir vorstellen, dass da was dran ist, dass Marken ziemlich viel von sehr guten Serien lernen können? Oder denkst du dir, was hat der Junge da geraucht, damit er sowas sagt?
Vinz: Willkommen bei «Mach mal merken!» am einzigen deutschsprachigen Branding-Podcast ohne Bullshit. Nein, logisch du. Ich habe ja auch schon ein Anspielungen gemacht. Einmal auf Film, Dramaturgie. Das ist ja eigentlich, ja, die Sache, die man eigentlich allgemein sehr viel anschauen kann. Darum bin ich da eigentlich sehr deiner Meinung. Es nimmt mich jetzt einfach wundervoll, was für eine Serie du geschaut hast. Scraps oder irgendeinen Scheiss, nein.
Paul: So Tipp oder visuell ansprechend habe ich gemeint.
Vinz: ⁓ okay. Ja, hau raus, Saveli.
Paul: Ja, es war Severance. Kennst du die Serie?
Vinz: Nein, noch nie gehört.
Paul: Gibt es okay, also grob zusammengefasst, ohne hier was zu spoilern, gibt es auf Apple TV und die ist einfach spielt in so einem kargen Bürosetting. Es gibt nämlich ein ein Gebäude tatsächlich in Amerika. Das wurde damals erschaffen als Gebäude, was Coworking miteinander arbeiten auf ein neues Level heben sollte. Ich glaube, das ist aus den 60er, 70er Jahren in dem Gebäude spielt das Ganze und es geht eine große von dem man nicht genau weiß, was sie macht, aber wahrscheinlich ist es irgendwas mit Pharmazie und so was. Und im Keller gibt es eine geheime Abteilung, da werden Menschen separiert. Also du kriegst einen Chip in den Kopf und der Chip führt dazu, dass du ein privates Leben hast und ein berufliches Leben. Also ein privates Ich und ein berufliches Ich. Und das private Ich weiß nichts, was im Beruf passiert und das berufliche Ich weiß nichts über das private Leben. Das ist praktisch getrennt. ist Severance, die Grundhaltung. Und dieses Unternehmen hat ein eigenes Branding. Da gehe ich ganz am Schluss nochmal drauf ein, weil das spannend ist, wie die das gemacht haben. Aber der Arbeitsalltag in dem Büro spielt einfach in weißen Fluren, Neon-Licht, in einem kargen Büro, wo wirklich so eine Retro-Futurismus, also alte Computer wie aus den 90er Jahren und ein grüner Spannenteppich über alles und an den dicken Hals so Schachteldeckung mit Neonlichtern und so. Aber wie die es geschafft haben, aus dem Setting einfach nur geile Kameraeinstellungen zu machen, hat mich so fasziniert. Also Fernhub, Story, die auch echt gut ist, die packt einen und die fesselt einen, waren einfach die ersten Einstellungen. Und wie man so ein kages, cleanes schön verpacken kann, so schön. Und da dachte ich, da habe ich mir jetzt fünf Sachen rausgenommen, so klassische Serienprinzipien, von denen Marken lernen können. Aber diese Serie, also gibt viele andere coole Serien, die andere Schwerpunkte haben, aber das war einfach visuell mega schön anzusehen. Genau, gerade alle, die so cleanes Design cool finden. Für die ist es absolut was.
Vinz: Okay. Da muss ich mal schauen. Gibt's das nur auf Apple?
Paul: Ja, gibt's aber, ich meine, also ich möchte jetzt nicht große Werbung machen, aber du kriegst einen kostenlosen Gratis-Monat oder eine Gratis-Woche. Kann man sich das mal anschauen.
Vinz: Nein, dann betriebe ich wieder mal gute alte Videoperaterie oder so.
Paul: Guckt ihr erstmal, könnt ihr euch ja alle, die das jetzt hören, mal den Trailer anschauen. Also mich hat's gepackt. bin großer Fan gewesen. Gibt zwei Staffeln, wird jetzt bald eine dritte Staffel produziert werden. Und freue ich mich schon sehr darauf. Aber allein die Bilder, also für visuellen Research lohnt sich das Ganze. Aber für alle, die uns jetzt zuhören und denken, kommt jetzt mal zum Punkt, redet mal ein bisschen über Marken. Ich habe mir, wie gesagt, die
Vinz: Okay.
Paul: Grundelemente rausgenommen und wir haben jetzt wie gesagt oft über Storytelling geredet, aber ich finde so visuelles Storytelling ist ein großer Punkt. Du hast wie gesagt über Vertrauen zuvor geredet, auch das ist ein Punkt wie kann man denn so ein Vertrauen aufbauen und deswegen habe ich jetzt fünf Serien Prinzipien mitgebracht von denen Marken lernen können, die die Marken direkt auf sich übertragen können. Ich weiß nicht, hast du schon eine Idee oder soll ich einfach mal direkt reingehen?
Vinz: Hau rein, sonst bin ich wieder bei Punkt 4 von 5 und dann verwurscht wieder der Ablauf. Genau.
Paul: gut. das wird kommen. Ne, ne, das ist alles gut. Ich habe ja von dir gelernt, dass wir es ganz strukturiert angehen. Also Prinzip eins, was ich mitgebracht habe. Eine Serie weiß genau, wo sie hin will und die Marke sollte das auch wissen. Das wollte mir nämlich nach dem ganzen Schauen so bewusst. Warum funktioniert denn die erste Szene genauso gut wie die letzte Szene in der ganzen Serie oder innerhalb einer Staffel? Warum gibt es denn da so geschlossene Klammern und warum gibt es, warum versteht man etwas vom Anfang am besten, wenn man das Ende geschaut hat und so weiter und das baut ja alles aufeinander auf in der guten Serie. Also da kann man jetzt auch irgendeine nehmen, aber gute Serien machen das. Die wissen einfach am Anfang schon, wo man am Ende rauskommt und die lassen am Anfang natürlich ganz viele Punkte bewusst weg, die am Anfang noch nicht relevant sind. Du musst da erstmal reinkommen in das ganze Setting, diese Weltenbildung ist da eine große Rolle. Aber das Grundprinzip Du musst am Anfang wissen, wo du hin willst. Das brauchen Marken auch. Und das haben wir schon ziemlich oft gesagt. ist nämlich bei uns diese Substanz, von der wir dauernd reden. Also ohne zu wissen, was du willst als Marke, wird alles andere verpuffen an Storytelling, an visuellem ersten Eindruck. Also einfach klar werden, wofür sind wir wirklich da? Was wollen wir da draußen bewirken? Und wen wollen wir auf unserer Reise mitnehmen? einfach mal so drei Standardfragen damit zu geben.
Vinz: Es ist ja generell eine solche Grundlage. haben schon die Weisen Stoiker gesagt. Jede Handlung ohne Absicht ist einfach nur verschwindete Energie. Oder du trägst die blöde Seite ein im leeren Raum. Das kannst du eigentlich auch das ganze Leben anwenden. Aber vor allem natürlich bemerkenbezogen. Und gibt es ja doch auch teilweise grössere Unternehmen, die dann auf einmal merken, hm, da, da, da.
Paul: cool.
Vinz: besteht bei uns eigentlich noch eine rechte Lücke, dass man das Ganze effizienter, kanalisierter angehen könnte. und diesen Punkt unterschätzt halt doch noch sehr viel.
Paul: Ja, es ist einfach immer die Basis für alles. Man denkt da meist aus einem einzelnen Anlass oder Punkt heraus, wo ist meine Substanz, wenn ich einen Funnel baue? Also wo kommen Leute in den Funnel rein und wo gehen sie raus? Aber ein Funnel alleine ist ja keine Weltenbildung. Und dieses, ich erschaffe eine Welt, in der man eintaucht, das schafft ja eine Serie wie Severance perfekt, weil ich einfach von der ersten Sekunde an langsam ein Gefühl bekomme für die Welt, in der das Ganze spielt.
Vinz: Mhm. Mhm.
Paul: und wie die Atmosphäre dort ist. Das baut ziemlich schnell Spannung auf und hat aber auch sehr lustige Momente drin. Man weiß noch gar nicht so genau, wie man sich dazu verhalten soll, aber es fühlt sich vertraut normal an, es fühlt sich komisch an. Dieses Gefühl kann man nur erzeugen, wenn man weiß, was für ein Gefühl man überhaupt will erzeugen. Wo soll jemand, der das sieht und das erste Mal damit interagiert, wo soll der rauskommen? Und im Großen und Ganzen müssen Marken das für sich auch beantworten.
Vinz: Mh.
Paul: Also die müssen ja auch Emotionen erschaffen und Vertrauen herstellen. Die müssen auch ihre eigene Welt bilden, in der sich eine Kundin, ein Kunde befindet, aber in der sich auch ein ganzes Team befindet, Mitarbeitende. Genau so wichtig.
Vinz: Ja,
Paul: würde ich direkt übergehen zum Prinzip Nummer 2. Das wäre nämlich die Charakterentwicklung, also eine gute Serie, wo man sich verstanden fühlt oder wo man auch mitfiebern kann, funktioniert dann nur, weil sich ein Charakter entwickelt. Und das gleiche Prinzip müssen Marken auch leben. Der Charakter im Fall der Marke ist natürlich eine Kundin und die befindet sich am Anfang in einem anderen Stadium. als am Ende eines Prozesses. Und dieser Prozess kann so was sein wie wir bauen erstmal Vertrauen auf oder wir informieren über ein Produkt oder über ein Bedürfnis, was du hast als Kunden und danach führen wir dich durch den Prozess, bis du das fertige Ergebnis hast und wir dir, keine Ahnung, du mit dem Produkt zufrieden bist oder du mit der Dienstleistung zufrieden bist und ihr abgeschlossen bist. Und innerhalb dieses Prozesses entwickelst du dich ja als Mensch weiter und
Vinz: Hm.
Paul: Das ist so wichtig, diesen Entwicklungsprozess im Auge zu behalten, weil Menschen am Anfang nicht ein anderes Bedürfnis haben, aber einen anderen Wissensstand und anders voreingenommen sind als am Schluss. Also begleitet eine gute Marke diesen charakterlichen Zug auch mit, würde ich meinen.
Vinz: Das ist mitunter einer der grössten Punkte, warum viele Marken der einen Seite gefährlich sind, dass recht flach und oberflächlich wirken oder sterile, nicht nahbar sind. Dementsprechend auch Dienstleistung des Produktes, obwohl die meisten Unternehmen schon viel Potenzial haben, was sie einfach nicht gekonnt nutzen. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein grosses Problem, warum viele moderne Filme nicht mehr so funktionieren wie früher. Hauptcharakteren zu glatt, zu perfekt. Sie haben keine Schwäche, die sich der Zuschauer identifizieren kann. Sie ihnen auf eine Reise auf dieser Entwicklung. Das kann man sehr gut vergleichen. Ich noch die restlichen drei Punkte gespannt. Das ist an alle, zuhören und zusehen. Versetzt euch einfach mal in die Situation eurer Kunden. Was wollen die wirklich? Wo stehen die? Und dann schaut euch einfach mal aus diesen Brillen heraus, was ihr gerne hören oder lesen oder sehen würdet. von einer Firma wie euch. Wie könnt ihr denen helfen? Das ist eigentlich etwas so einfaches und Stupides, aber die wenigsten machen es.
Paul: Also gerade der Punkt in technischen Dienstleistungen oder Berufen, da wird meist ganz viel technisches Wissen schon vorausgesetzt, wenn man sich als Kunde mit den Unternehmen auseinandersetzt, so ich muss am Anfang, wenn ich keine Ahnung, Fenster brauche und zum Fensterbauer gehe, dann muss ich nicht die Spezifikation von Glasdicke und Luft zwischenräumen und weiß ich nicht, was es da noch alles für Abdichtungsmaße gibt und so weiter kennen. Erstmal muss der ja verstehen, wofür brauche ich das Fenster?
Vinz: Mhm.
Paul: Also was habe ich mit dem Projekt vor? Und dann kann man im nächsten Zug in die technische Details rein tauchen und beraten. Und genauso bei IT-Produkten auch. Also wie oft ich auch schon auf irgendwelchen Websites war, die coole Tools haben. Aber die Tools haben es nicht geschafft, mein Bedürfnis zu erkennen und haben mich direkt zu bombardiert mit Features und Leistungen und Premium AI Funktionen und irgendwelchen Toolpaketen und so weiter. ich immer, gut und schön, aber wofür soll ich das denn alles einsetzen? Das meine ich auch mit der Charakterentwicklung. Zu gucken, wo stehen Menschen am Anfang? Was brauchen die, dich zu verstehen? Damit du ihnen das Gefühl gibst, wir verstehen dich. Und dann kann man gemeinsam auf diese Reise gehen. Und genauso bei der Serie, da war es genauso, man lernt den Charakter am Anfang, oder die Hauptpersonen, die es gibt, von der einen Seite kennen. Und lernt erst mit der Zeit aufgefächert die persönlichen Hintergründe kennen. Und dadurch ergibt dann auch im Rückblick manches ... neue Facette oder einen neuen Sinn oder neuen Zusammenhang. Also das ist mega spannend in Serien zu beobachten, wenn es diese Charakterentwicklung gibt. Aber Marken können das auch. Also nutzt es mal, guckt mal eine gute Serie und dann übertragt das mal.
Vinz: Mhm. Ja. Ich viele dort vielleicht noch... Ja, oder wo ich den Fehler vielleicht auch viel sehe, kommen dann halt mit irgendwelchem Marketinggeschwurbel, der ihnen vielleicht auch eine Agentur gemacht hat oder was auch immer. Und dort habe ich schon von vielen Leuten selber gehört, die zum Marketing kommen. Die meisten, ja, prablen dann einfach irgendwas, was da her und es klingt einfach gut. Aber es sagt eigentlich gleichzeitig nichts Relevanz aus. Und dort auch einfach mal den Mut zu haben, den Punkt zu einfach zu und direkt zu Anstatt immer mit dem aufblasenden Geschwurbel, der cool klingt und cool aussieht. Aber schlussendlich checkt es auch
Paul: Ja, genau so. Gehen wir einen Schritt weiter, oder? Hin zum dritten Prinzip von Fünf. Das wäre nämlich jetzt endlich visuelle Storytelling. Und das wurde mir ja noch mal beim Schauen der Serie allein durch die Bilder- und Kameraeinstellungen so richtig bewusst. Man kann mit visuellem Storytelling, also mit Gestaltung von einer Marke Vertrauen aufbauen. Man kann diese Welten erschaffen, in die man eintauchen soll. Und so eine Welt kann direkt Emotionen transportieren.
Vinz: Mhm.
Paul: Es kann auch eine Haltung transportieren, kann eine Spannung aufbauen, es kann Erleichterung schaffen. Das ist wirklich der erste Eindruck und der entscheidet darüber, fühle ich mich wohl oder bin ich interessiert, ⁓ das Ganze weiter zu verfolgen? Und das atmet in dem Fall der Serie oder spielt ganz, stark mit Rhythmus beispielsweise, mit viel Weißraum, mit starken Kontrasten, aber auch mit einer Bildwelt, die sehr symbolisch funktioniert.
Vinz: Mhm.
Paul: Und gerade dieser Punkt Bildwelt, also wie KI-Bilder es mittlerweile gibt auf irgendwelchen Websites oder nicht zusammenhängende Bilder oder schlecht bearbeitete Bilder oder ein Bild von früher und ein Bild von heute. ist so viel Innenkonsistenz auf ganz vielen Seiten oder auch im Vergleich von der Seite hin zum Social Media Auftritt. sieht es irgendwie auf Instagram anders aus als auf LinkedIn und die Website ist komplett in einem anderen Jahrzehnt hängen geblieben und so weiter. Da gibt es einfach dieses visuelle Storytelling nicht. Aber es gibt eben auch gute Beispiele, wo das komplett funktioniert. Also wirkt du wirklich gerne auf einer Seite bleibst, wo du merkst, ich fühle mich auf der Seite wohl, ich werde gut durch den Shop geführt, ich kriege ein Produkt zugeschickt und das Paket sieht so aus wie der Banner auf der Website und ich habe ein Produkt Flyer und da sehe ich ein Foto wieder, was ich so ähnlich schon mal auf der Website gesehen habe. Das ist dann konsistentes visuelles Storytelling. Und bei all dem fühle ich mich wohl. Oder bei all dem habe ich das Gefühl, dass es wie bei einem Apple Produkt, was man unglaublich gerne kauft und auspackt, das ist ein pures Erlebnis. Und das ist eben alles dieses Vertrauen, was aufgebaut wird. Da schafft man einfach diese Weltenbildung und diesen gesunden ersten Eindruck. Genau.
Vinz: Hm. Ich glaube, dort sind zwei Kernfaktoren, die man berücksichtigen kann. Die man eigentlich schon 80 Prozent besser ist. Zum einen, ich Mut zur Reduktion habe. Also nicht immer alles vollklatschen mit irgendwelchem Scheiss und das Logo noch grösser machen und was auch immer. Sondern einfach mal ein bisschen weniger. Wie du gesagt hast, weiss das ist ja wie beim... Ahnung. In einem Hörbuch oder beim Lied. Die Pause ist eigentlich auch das, was den Rhythmus angeht. du auch schon mit so recht viel Dramaturgie aufgebaut Und wenn du Mut gefunden hast zur Reduktion, dann mach halt das, was du wirklich machst, einfach on top. Also mach das geil. Und halt... Nicht alles vollklatschen nur nach 15, sondern bewusst. Aber das natürlich top.
Paul: noch mal Severance anschauen, weil die spielen auch ganz viel mit Rhythmus. Also ich glaube beim Film arbeitest du ja noch mehr mit einer bestimmten Kameraeinstellung, nicht nur in welchem goldenen Schnitt oder Winkel befindet sich das Ganze, sondern auch wie lange wird eine Szene gehalten. Gibt es vielleicht eine Kamerafahrt auf eine Person zu? Langsam ist die schnell und durch diese geraden Flure und den vielen Weißraum gibt es einfach sehr viele Linien, die eine Rolle spielen, die diese räumliche Tiefe schaffen.
Vinz: Mh.
Paul: und bestimmte Fluchtpunkte haben und so. Aber genau das kann man auch auf einem Flyer machen. Genauso kann man das auch auf einem Bildpost machen oder auf einer Website vor allem, dass man genau da mit dem Rhythmus spielt, der eine Rolle spielt. Also wann kommt Text? Wie viel Text kommt da? Ist der große, ist der klein? Kommt davor ein großes Bild oder ein kleines Bild? Ist vielleicht auch einfach Ruhe zwischendurch. Also man muss solche Seiten nicht vollstopfen an Informationen und überladen, sondern da ist wirklich Rhythmus und Konsistenz ganz ganz wichtig.
Vinz: Ja, dass es überall gleich aussieht. wie soll ich sagen? Ich vergleiche immer so. Je dezenter du zum Beispiel nur schon dein Logo platzierst, auf einem Produkt oder auf einem Flyer oder was auch immer, desto selbstbewusster wirkt es. Logisch muss es auch im Verhältnis Es heisst ja nicht, dass es nur noch so klein sein darf. soll schon wiedererkennungswert haben, aber soll einfach bewusst dezenter platziert sein. Das gilt für alle visuellen Elemente. Egal ob Typografie oder Bild oder was auch immer. Der Text spielt auch die Ausrichtung an Rollen. Wenn man da auch eine Grundlage geschafft hat, dann es einfach, es konsistent durchzuzeigen. Über alle Medien hinweg. Und dann kannst du auch gezielt Brüche einbauen. Du kannst mit deinen eigenen Standards auch wieder spielen. Dass es dann auch wieder interessant bleibt für den User oder den Kunden. man zuerst die Gewohnheit schafft und auf dem Mal gibt es einen Bruch. Und dann ist es wieder frisch, dann ist es wieder aufregend. Das ist ja im Film und in den Serien gang und geben.
Paul: Das ist eine perfekte Überleitung zum vierten Prinzip. Vorher noch kurz, Sera Rance arbeitet damit, dass es eine schmale Linie gibt als Bildtrenne, wenn man so will, beim Vor- und beim Abspannen. Sprich, es steht Sera Rance einfach da, clean geschrieben, darunter eine durchgehende Linie. Und ganze Abspann funktioniert so, dass oben steht, weiß nicht, Name der Person im Film und drunter Name der Person im echten Leben. Und diese Linie
Vinz: Okay.
Paul: Die bleibt einfach die ganze Zeit da. Das ist so ein visuelles Element, was immer in der Mitte im Zentrum steht. Und normalerweise in, ich glaube, neun von zehn Folgen war der Vor- und der Abspann schwarzer Hintergrund mit weißem Text. Und es eine Handvoll Sonderfolgen, die ein anderes Setting hatten und ein bisschen andere Storyline hatten im Hintergrund. Da war es auf einmal invertiert. Also schwarzer Text auf weißem Untergrund. Und alleine solche Brüche kannst du dir leisten.
Vinz: Mh.
Paul: wenn du es davor ganz oft gemacht hast, und das ist Prinzip Nummer vier. Das ist nämlich Wiederholung von Motiven und von bestimmten Elementen. Und es wäre auf eine Marke übertragen einfach eine visuelle Konsistenz. Man nennt es auch ganz oft Corporate Design, aber das wird meist so weggeschmunzelt und ist irgendwas von von Gestalter in für Gestalter. Aber diese Leitplanken sind eigentlich so entscheidend, weil wenn du einmal Elemente definiert hast, die fix sind, die immer wieder kommen. Und das wäre bei Sarenz einfach die weißen Flure.
Vinz: Mhm.
Paul: Oder in einem Raum, der eine ganz große Bedeutung hat, einfach ein grüner Teppich da drin. Dann spielt auf einmal der grüne Teppich visuell, wenn er in einem anderen Raum auf einmal vorkommt, eine ganz neue Rolle. Und dann weißt du, das eine Bedeutung, Motiv. Und genau diese Fixpunkte kannst du auch schaffen durch Farben, durch Typografie, durch einen Bildstil, durch eine Art Anordnung vom Layout oder sei es nun einfach eine einfache Linie, die man irgendwo verwendet. Aber wenn du die gut einsetzt, dann führt das dazu, dass sich Menschen sofort einordnen können. Das hat beispielsweise Coca-Cola mit dem Flaschendesign perfekt durchgespielt. Wenn man die Flaschenform sieht von einer Coca-Cola-Flasche, weiß man direkt, die muss von Coca-Cola sein, ohne dass da irgendwas draufgedruckt ist. Bis hin zu anderen Marken. Ich glaube, wir kennen alle irgendwelche Marken. Und sei es nur ein Apple, wo man das Gefühl hat, eine Verpackung so aussieht, dann muss sie von Apple sein, beispielsweise.
Vinz: Oder nur schon mit Farben. Oder? Da gibt es auch genug. Beispiel IKEA zum Beispiel. weiss ich nicht was. Ja, wie du gesagt hast, ist unterschätzend oder belächelnd immer viel. Und für die meisten ist dann, keine Ahnung, Corporate Identity einfach nur ein Logo. Aber wenn du es schaffst, auch mit anderen Elementen Wiedererkennbarkeit erzeugen bei den Leuten in den Köpfen. dann ist das Logo auf einmal gar nicht mehr so relevant, sondern es ist eben auch ein Element von vielen, das dazu führt, du wieder erkennbar wirst.
Paul: jeden Fall. Und Widererkennbarkeitspunkt Nummer 5 bzw Prinzip Nummer 5, das zahlt nämlich darauf ein, wäre in dem Fall Musik und Timing und das wäre für Marken Timing auch als wichtiger Punkt, aber vor allem Tonalität und Pausen habe ich mir aufgeschrieben. Tonalität ist ja so bisschen der Klang einer Marke, also wie wird kommuniziert, in welchem Stil, wie will man klingen, das entscheidet auch darüber, wie will man wirken.
Vinz: Mmh.
Paul: Manchmal hat man auch Musik, die das untermauern kann bei kleinen Videoclips und so weiter. Aber dieser Tonalitätsaspekt, der spielt eine ganz große Rolle und dadurch schafft man einen bestimmten Klang Eindruck. Und bis hin zum Audio Branding, das wäre dann so was wie der Jingle von berühmten großen Marken. Also in Deutschland kennen alle den Jingle von der Telekom. Alle wissen, die Telekom ist Magenta und die hat diesen einen bestimmten Jingle. einfach ganze Generationen alle können wiedergeben und genau da kann ich auch noch mal ans Herz legen Sarellands hat das perfekt vorgemacht Musik bewusst einzusetzen Timing bewusst zu planen bewusst auch Brüche einzuführen wie du das vorhin meintest ein Bruch ist auch manchmal ganz wichtig ⁓ ein Statement zu setzen aber ansonsten einfach sich auch Pausen zu gönnen und Ruhe einzuplanen und da einfach bewusst den Eindruck auf das lenken worum es wirklich geht und das ist meist die Hauptcharaktere, also im Markenfall eigentlich immer Kundinnen und Kunden.
Vinz: Ja.
Paul: Das wären meine fünf Prinzipien.
Vinz: kann ich eigentlich gar nichts mehr ergänzen. hast du jetzt eigentlich gerade auf den Punkt gebracht.
Paul: bin ich froh, wenn es Prüfung bestanden. Einen spannenden Bonus habe ich noch mitgebracht und das ist einfach, wenn man sich Sarens anschaut, habe ich ja schon gemeint, da gibt es ein großes Unternehmen, was dort eine bedeutende Rolle spielt. Das ist Lumen und es spielt wie gesagt in so einem Retro Look das Ganze und ich fand es noch spannend zu beobachten, immer wenn man sieht, wie die Corporate Design durchgespielt haben. Dieses Unternehmen ist nämlich sehr unnahmbar, unmenschlich und kalt.
Vinz: Mhm.
Paul: Aber die haben das perfekte Corporate Design. Also die haben wirklich von der Mappe für ein Feedbackgespräch, was ausgedruckt als Heft, die hier überreicht wird als Mitarbeiter, bis hin zur Kaffeetasse mit einem eigenen Gesicht vorne drauf, bis hin zu einem eigenen Pamphlet. Also die Serie dreht sich dann auch sehr stark ⁓ Sekten und wie so eine Kult gegründet wird. es hat ganz, ganz viele Facetten. Es nimmt auch die komplette Arbeitswelt eigentlich einmal auseinander. Warum wir? Arbeit und Privatleben so stark drin. Aber wie Corporate Design dort durchdefiniert ist von A bis Z, also wirklich von allen Elementen bis hin zur Schlüsselkarte und das trotzdem nicht hilft, dass das Unternehmen als Narber sich anfühlt oder gut designen, sondern man eher das Gefühl hat, es ist völlig kalt und ja fast schon abstoßend in diesem perfekten durchchoreografierten Corporate Design Geschiss. Das ist noch sehr, spannend zu sehen. fast wie übertreibt. Und da schließt sich eigentlich jetzt der Kreis hin zu unseren ersten Episoden von diesem Jahr. Wagt mal ein bisschen mehr Natürlichkeit, entspannt euch mal, seid mal auch rebellisch, aber achtet trotzdem auf die fünf Prinzipien, würde ich jetzt sagen.
Vinz: Ja. Soll ich noch sagen? Danke. Also ich finde es Serienteams.
Paul: Ich weiß nicht, hast du noch Serientipps? Also fühlst du dich an irgendeine Serie erinnert, wo du das Gefühl hast, hey, das klingt so bisschen ähnlich wie die eine Serie oder bestimmt hast du alle Elemente schon gekannt aus anderen Serien oder aus Filmen auch.
Vinz: Ja, logisch. Mir wurde das in den Kopf gerichtet in meinem Studio. Seit ich Elemente auch kenne, kann ich keine Filme Serien mehr schauen, ohne dass ich das Zeug wirklich analytisch auseinanderlange. Das nervt viele Leute. Man sieht dann auch so viel Bullshit. Auch in guten Filmen, die einfach nicht durchdacht sind. Und das ist halt schon Wenn man es selbst mal probiert
Paul: Ja. Ach, einmal...
Vinz: umsetzen, auch vor allem in einer Marke, dann sieht man dann auf einmal bei anderen oder eben auch bei sich selber immer etwas. Also es hört nicht mehr auf, aber es ist ja auch irgendwie wieder gut, weil Marke soll ja leben, sie soll ja sich entwickeln dürfen und können.
Paul: Ich finde es eben noch spannend, wenn man so bisschen hinterfragt, warum welche Szene oder welche Einstellung ein bestimmtes Gefühl erschafft oder wo es so bestimmte Überschneidungen gibt. Da merkt man nicht nur, dass das Zeug handwerklich gut gemacht ist und das machen nicht alle Serien, aber ein paar schaffen es eben. Und man kann direkt analysieren, woran es jetzt genau liegt. Und deswegen ich jetzt das als Themenfolge für unseren Podcast ganz spannend. weil man das eben alles auf Marken übertragen kann. Eigentlich haben wir den geilsten Job der Welt, weil wir, egal was wir machen und erleben, man kann es immer auf Marken übertragen, das ist gut.
Vinz: Das stimmt schon.
Paul: Genau. Ich hätte sogar noch einen Satz zum einen Rahmen, einen schönen Abschlusssatz, weil du da immer vorlegst und ich habe mir vorgenommen dieses Jahr, ich will ein bisschen besser werden mit diesen Sätzen. du machst deinen Kalender und vielleicht kriege ich da mal eine Rückseite, wenn der Satz jetzt gut ist. gute Serien funktionieren nicht, weil sie hübsch gefilmt sind, sondern weil sie genau wissen, wo sie hinwollen. Und genau das können Marken für sich nutzen. Denn wenn sie wissen, was sie wollen,
Vinz: Mhm. Ja.
Paul: dann kann jeder Eindruck auf dieses Ziel einzahlen. Sei es nun mit visuellem Storytelling und durchdachten Touchpoints, die eine Marke tragen und Menschen begleiten. Ja, hinten raus bisschen kitschig geworden, aber der Anfang...
Vinz: Dann muss ich den Kalender fast an Null Format haben, damit der Spruch drauf passt.
Paul: Ja. Wir können den ganz Kleinen streiten, ist schon okay. Genau.
Vinz: Genau. Ja, ist doch gut. Nein, hey, spannendes Thema finde ich gut. Ich könnten ja auch... Ja, ich glaube, könnten das bisschen mehr so vergleichen bringen. Von... So, jetzt geht es ein bisschen in das LinkedIn-Game rein. Nicht, dass man eigentlich aus allem Scheiss trägt. Irgendwie einen Bezug auf die eigene Arbeit... äh, herauszüchten.
Paul: Mhm. Ja, das wird noch gemacht, aber es wird nicht mehr gerne gesehen auf LinkedIn. Also der Zug ist auch langsam abgefahren.
Vinz: Ah, okay. Dann können wir sie jetzt in unserem Podcast weiterführen. Nice, weich.
Paul: Aber ich hau mal noch einen Call to Action raus. Also falls ihr sehr gerne Tipps habt, wo ihr das Gefühl habt, schaut euch mal das an und analysiert es vielleicht auch. Also wir wollen jetzt kein Film Podcast werden, aber manchmal kann man ja Dinge für Markenbildung, für Branding mit übernehmen. Kommentiert immer gerne. Und wenn ihr mal so einen analytischen Blick auf eure Marke haben wollt, meldet euch einfach bei Wins oder bei mir. Wir gucken gerne drauf. Wir zerlegen das mal ganz fachmännisch und bauen es danach auch wieder mit zusammen. damit das genauso gut funktioniert wie eine gute Serie.
Vinz: Ja cool, danke vielmals fürs Thema und bis zum nächsten Mal würde ich sagen.
Paul: Bis dahin, danke dir Vince. Ciao.
Vinz: Ciao! Ihr habt bis am Schluss durchgekippt und es hat euch gefallen. Dann hinterlässt gerne eine Bewertung. Das würde uns extrem helfen. ja, für euer Gewissen macht es auch etwas. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
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