Warum nostalgisches Branding wirkt (und Marken wieder Halt gibt)

Shownotes

🎙 Was dich in dieser Folge erwartet:

Die Welt dreht immer schneller – technologisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich. Kein Wunder also, dass viele Menschen sich nach Verlässlichkeit, Sinn und Halt sehnen.

In dieser Folge sprechen Paul & Vinz darüber, warum nostalgisches Branding genau deshalb wieder so stark wirkt – und weshalb es nichts mit Stillstand oder Verklärung zu tun hat.

Du erfährst:

  • warum Nostalgie ein psychologischer Schutzmechanismus ist
  • weshalb Menschen in unsicheren Zeiten Halt in der Vergangenheit suchen
  • warum nostalgisches Branding eine Haltung ist – kein Retro-Filter
  • wie Werte, Handwerk und Qualität wieder zu Markenankern werden
  • warum Sinn ein stärkerer USP ist als Geschwindigkeit
  • wie Marken Nostalgie nutzen können, ohne rückwärtsgewandt zu sein
  • weshalb echte emotionale Bindung nur über Authentizität entsteht
  • wie Nostalgie und Moderne gemeinsam Zukunft bauen können
  • warum Bewusstsein für Herkunft Marken langfristig stabil macht

Diese Folge richtet sich an Marken, die nicht lauter, sondern relevanter werden wollen. Und an alle, die spüren: Zukunft braucht nicht nur Innovation – sondern auch Erinnerung.

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Transkript anzeigen

Vinz: Liebe ich habe das Gefühl, wir leben mittlerweile in einer Welt, in jeden Tag ein neues App oder eine neue Scheisse auf der Markt kommt, die uns verspricht, mach weniger, klick mehr und denk am besten gar nichts mehr. Und gleichzeitig kaufen die Leute immer mehr wieder irgendwelche Schallplatten irgendwelche Blog-Seifen in Emalienverpackungen, was auch immer. Es ist absurd und gleichzeitig mega die Welt sich anscheinend schneller wollen Menschen aber plötzlich mehr Holz, Handwerk vor allem Herz. Und genau darum will ich dir darüber reden, ein Thema, das mich tagtäglich beschäftigt. Und zwar, warum Nostalgie gerade der grösste Fortschritt ist und wie eigentlich jedes diesen Trend nutzen könnte, statt genervt Und warum es heute konkret gehen soll, sind eigentlich drei Sachen. Zwar erstens, warum in Zeiten rasenden Fortschritt Punkt zwei, was Nostalgie eben nicht ist. und was es wirklich auslösen kann und wie Unternehmen diesen Trend strategisch nutzen können, im Jahr 2026 sein. Und kurzer Spoiler, es geht hier nicht um irgendeinen Dreck, sondern es geht um die einfache Frage, warum suchen Menschen heute Halt in der Vergangenheit?

Paul: Schade.

Vinz: Diese Frage würde ich dir gerne stellen, lieber Paul.

Paul: Willkommen zu Mach mal Markel, dem einzigen deutschsprachigen Branding-Podcast ohne Bullshit. Viel Spaß! Danke, Vince. So ein schönes Thema. Endlich sprichst mal darüber, was du eigentlich beruflich machst, Vince. Beide sind unsere Herzensthemen. Und ich durfte dir neulich schon nachhaltiges Branding vorstellen. Und wir haben, glaube ich, alleine noch mal durch den Podcast gemerkt, dass wir wirklich mit unseren beiden Sachen nicht sehr weit auseinander sind, sondern da sind unglaublich viele Parallelen. Aber jetzt soll es Nostalgie gehen, nicht schon wieder Nachhaltigkeit. Und ich kann dem nur zustimmen.

Vinz: Genau. Mhm. Genau.

Paul: dass man in der Vergangenheit Halt sucht. Ich würde dir aber fast bisschen widersprechen, dass das zwar schon ein Trend ist, aber dass das Menschen schon immer gemacht haben. ich glaube, auch wenn du 100 Jahre zurückspulst, auch damals haben Leute schon in der Vergangenheit Halt gesucht. Und du kannst es auf unterschiedlichen Leveln machen. Entweder bist du der ewiggestrige Motze, der sagt, früher war alles besser und heute darf man ja gar nichts mehr machen. Auch das gab es schon immer. Oder Es wird einem einfach bewusst, und so geht es mir auch, dass aktuell, wenn man sich so die Welt anschaut und die Nachrichtenlage und die technischen Möglichkeiten, dass das knallhart überfordernd ist und dass sich manche Dinge so schnell ändern, dass man froh ist über alles, was wirklich nochmal ist wie früher. Also alle Dinge, die Bestand haben, die es schon eine Weile gibt, wo man sich auf Sachen verlassen kann, die einem dadurch einfach eine Art Sicherheit geben. Und ich

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: bekomme hier ab und an den Manufaktum Katalog. Weiß nicht, ob du es kennst, aber die machen ja so... Das ist ja so das gute alte von früher, das Zeug. Und ich glaube, alleine Manufaktum ist Beweis genug, dass wenn man sich auf das bezieht, was es an Qualität und auch an Wertigkeit früher gab, das heute immer noch so dann holt man damit Leute wirklich ab, glaube ich. Und man gibt ihnen eben dieses Gefühl von einer Beständigkeit.

Vinz: Ja, oje. Mhm.

Paul: davon, dass nicht das neue alles alte kaputt macht, sondern dass man in dem Alten auch eine Art Sicherheit findet, weil man sich ja, das kennt man ja noch, beziehungsweise ist man auch so alt, dass man es nicht kennt. Also das ist dann fast schon Trends, wenn wir jetzt wieder anfangen, Marmelade einzukochen. Das hat nicht mal meine Oma gemacht, sondern wenn dann meine Uroma Aber das wird auf einmal wieder cool und ein altes Familienrezept ist noch mal cooler. Und man versucht vielleicht auch so ein bisschen mit der Vergangenheit. anzuschließen. sind so viele Facetten, aber ich kann es voll dass das Leute gerade gut und wichtig finden. Und ich sehe da auch einen Riesentrend, gar nicht mal so in unserem Bereich Unternehmertum, Branding und so weiter, sondern alleine im Straßenbild, dass ich nämlich wirklich glaube, dass so kleinere Läden wieder kommen werden. Also wir sind eher so an einem Punkt, würde ich sagen, dass die großen Ketten die kleinen verdrängt haben.

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: aus den Innenstädten, dass viel Leerstand ist, dass es jetzt aber wieder losgeht, dass so ein kleiner Tante-Emma-Laden die Ecke dir mehr bedeutet als die Nähe zum nächsten Krobe oder zum nächsten Mikro. Einfach weil Leute dann wieder wissen, worauf es da wirklich ankommt, dass du irgendwie wirst gekannt, kannst ein bisschen mit den Leuten reden dort. sind echt viele, Facetten, aber ich will jetzt nicht alles vorweggreifen, wie siehst du das? Ich ja nun dein täglich Brot, das Ganze.

Vinz: Mhm. Ja, wie du gesagt hast, ist ja eigentlich... Wie haben wir das hier aufgeschrieben? Wo sind wir gerade? Wir haben gerade ein richtiger Beschleunigungsmoment in allem. Vor allem das Thema KI ist ja riesig. Es gibt ständig irgendwelche neuen Tools und es wird einem das modernste, neueste, beste Versprochen. Kommunikation, die im Sekundentakt basiert. die nach einer Saison schon wieder veraltet sind. Die Menschen sind mega überfordert mit dem Ganzen. Es ist teilweise auch recht unnatürlich. Ich war ja auch vor zwei, drei Jahren in einem Strudel. Immer so up-to-date und alles digital. Und seit ich hier auch wieder mal einen Schritt bewusst zurückgegangen bin, anzusehen, mit meinem lieben Büchlein, das ich hier habe, ist einfach alles viel angenehmer. Ich habe das Gefühl, Nostalgie ist ein reiner psychologischer Schutzmechanismus. Wie du es gesagt hast. Es gibt einen Halt in Zeit von Unsicherheit. Vor allem aufs Neue. Das ist etwas, was der Mensch meidet, Zu Neuen, zu Fremden. Das ist auch etwas sehr beängstigend. Das gab es aber auch schon immer. In jeder Kunstrichtung gab es wieder eine Gegenbewegung. Generell in der Geschichte, in der Epoche, ist überall das Gleiche. der Satz, ich hier ausgeschrieben habe, Nostalgie ist ein psychologischer Schutzmechanismus, sagt das einfach. Wenn die Welt zu schnell wird oder zu befremdlich wird, dann geht man lieber dorthin, wo man sich sicher fühlt. Oder für die Jungen, die das noch nicht miterlebt haben. Für die ist es aber auch mega cool. Das ist es ja für uns... ...ist das ja auch so. Und auch als wir jünger waren, das ja auch so. Man ist immer ein bisschen... Zuerst... ...cool, wenn man den hippie Scheiss hat. Und dann ist man cool, wenn man... ...das Zeug wieder vorangrabt von den Eltern. Oder was auch immer.

Paul: Ich sehe es wirklich bei den Teenies hier vor Ort, dass auf einmal so die Spice Girls Mode die 2000er rum gerade wieder mega angesagt ist. Wo du irgendwie denkst so, Gott, das waren Zeiten. Froh, dass die vorbei sind und jetzt kommt das wieder.

Vinz: Ja. Ja, genau, also... Das ist ja das Spannende, was ich auch noch anmerken darf. Du hast es gesagt, die Jungen, die mit den 90er-Jahren-Klamotten herumlaufen. ist nicht einmal, weil sie keine Ahnung Backstreet Boys kennen oder Britney Spears oder wie die ganze Scheisse sich heissen hat. Es geht nicht per se die Vergangenheit, die sie anzügt, sondern mehr das Gefühl, das sie damit verbinden. Das muss einfach einmal bewusst sein. ist ja auch etwas, das viele missverstehen. Wenn sie von Nostalgie oder Nostalgie gehören, dann haben sie eben gerade das Altbacken im Sinn. Also braune Farben, alte Fotos, so alles ist handgemacht. so die Retro-Vintage-Geschichte, die alles verspielt und überladen ist. Muss es ja gar nicht sein. Sondern, sondern...

Paul: Ja, auch das, glaube ich, du hast immer das Beispiel, denk an einen Stein. Und wenn man jetzt sagen würde, denk an Nostalgie, haben, glaube ich, auch alle unterschiedliche Bilder vom Kopf. keine Ahnung, kannst jetzt an Omas alten Obstgarten denken und so eine Kittelschürzer aus den 60er Jahren beispielsweise. Oder Nostalgie sind für dich die goldenen Zwanziger, was ja auch mal eine Zeit lang ein absoluter Trend war, wieder auf irgendwelchen Partys verkleiden wie damals und so. Also ich glaube, hat schon viele unterschiedliche Facetten.

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: für die nächsten sind vielleicht die 80er Jahre gerade mit Musik und beginnenden Techno Raves und so Nostalgie genug. Also das ist ein sehr, sehr offenes Spektrum. Und ich meine, wir reden jetzt so beide als Kinder der 90er darüber. Für eine ältere Generation ist ja Nostalgie nochmal was ganz anderes.

Vinz: Mhm. Genau. Da habe ich vielleicht gerade beim zweiten Punkt, den ich hier anhocke, was es eben nicht ist, da habe ich es schon angesprochen, das ganze Geschnörgel und drumherum oder die ganzen Stilrichtungen. Das ist für mich nicht einmal Nostalgie, das ist eher Dekoration. Aber was Nostalgie für mich wirklich bedeutet, ist eben wieder mal das schöne Wort, das du so gerne hast. Das ist eher eine Haltung. Für mich sind das Dinge wie Ehrlichkeit, sich Zeit nehmen, ein gewisses Handwerk ehren, Persönlichkeit zeigen, Wert wirklich spürbar machen, aber auch Kunden ernst nehmen, Qualität statt Quantität und Menschen statt irgendwelchen Algorithmen in den Fokus setzen. Das heisst, echte Nostalgie erzählt nicht. Früher war alles besser. früher war etwas wichtig, das heute wieder wichtig wäre. Das haben wir auch im Interview mit Michi gesehen, als wir das KI-Thema angesprochen haben. Man merkt mittlerweile den Einheitsbrei der KI. Auch die ... Normale Leute, nicht alltäglich damit zu tun haben oder arbeiten. Aber man merkt es einfach. Ist es ein Mensch gemacht oder nicht? Eben die Echtheit. Genau.

Paul: Und es ist ja für mich, klingt das fast nach so einem Bewusstseinsprozess, also Bewusstsein wiederherstellen und schaffen für das, was uns eigentlich ausmacht und was wichtig ist. Und da kann man schon sagen, früher war nicht alles schlecht. Gibt da eben die Sachen, die du angesprochen hast, diesen Wert fürs in Anführungszeichen echte, also zu sagen, das ist nicht alles digital und es muss nicht alles neu sein, sondern

Vinz: Mhm.

Paul: Handwerk und ein gutes Holzmöbel beispielsweise, das ist was, das wird uns auch überdauern. Also wenn ich alleine denke, hier auch bei mir im Büro, hinten irgendwie das Kleine, das so ein kleines das ist älter als ich. So und wenn ich gut und pfleglich damit umgehe, dann kriegen das meine Kinder eines Tages noch und finden das vielleicht auch noch Aber das ist kein Ikea-Schrank, denn Ikea-Möbel, die sind zwar gut und günstig und die erfüllen ihren Zweck, aber das sind keine Möbel, die man verehrt.

Vinz: Mhm. Hm.

Paul: Und so ein Schrank, der ist noch handgemacht, der hat eine andere Wertigkeit. Da steckt was anderes drin. Und ich glaube, da kriegt man, je mehr Angebot man hat mehr man wählen kann, desto mehr Bewusstsein bekommt man mit der Zeit auch dafür, wie viel Wertigkeit in einem einzigen Produkt steckt. Oder vielleicht auch eine alte Methode, irgendwas herzustellen und auch diese Entschleunigung. Ich glaube, das ist ein riesengroßes Thema. Auch eins, wo ich mich

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: persönlich damit echt viel da wir in Zeiten von den ganzen Social-Media-Sachen einfach so viel Informationen ausgesetzt sind, wie man ja, da siehst du an einem Tag so viele Bilder, wenn du ein paar Stunden auf den Social-Media-Plattform unterwegs bist, wie du früher ein ganzes Leben lang gesehen hast, wenn überhaupt. Und all die Eindrücke können wir gar nicht verarbeiten. Und zeitgleich wollen wir aber immer weiterkommen und immer besser werden und immer mehr dazulernen und immer mehr vorankommen.

Vinz: Hm. Hm.

Paul: Und sich da aber rauszunehmen aus diesem Digitalen und wieder mit der Natur, der echten Welt da draußen zu verbinden und sich selber zu spüren. Auch das ist für mich eine Art Bewusstwerdung. Und da wird man auch wieder nostalgisch im Sinne von es gab eine Zeit vor dem Handy und die war nicht schlecht. Man hatte einfach andere Voraussetzungen, aber da spürt man sich anders. Ich würde auch sagen, auch das ist ein relevanter Fakt. Und es hat alles nichts mit Schnörkeln zu tun. Da würde ich dir voll zustimmen. Also das.

Vinz: Mhm.

Paul: Gott, es geht nicht visuelle Trends. Da drin.

Vinz: Nein, gar nicht. ist vor allem auch bisschen zu menschlich. Wir haben jetzt viel von Handwerk geredet. Das verbindet man auch schnell mit dem Begriff Nostalgien. Aber das kann ja auch nur im Umgang sein. Mit Kunden zum Beispiel. Was ich meine, ist die gewisse Handschlagmentalität. Eine persönliche Beziehung aufbauen mit den Leuten. Anstatt blöd zu was viel grössere Unternehmen machen. Oder keine Ahnung, wenn du eine Frage hast bei deiner Versicherung und dann rufen an, dann wirst du bei 20 Dinge umgeleitet. Dann musst du zehnmal probieren, rufen, bis endlich mal ein Mensch hergeht. Ich bin digital auch nicht so unaffin, aber wenn ich eine Frage habe halte den Leuten am liebsten fünf Minuten an, kläre das und dann ist es erledigt. Anstatt dass ich wieder selber muss, mich durch irgendwelche FAQ-Listen durchzuwälzen, bis ich endlich weiss, was ich Ich glaube, hat es auch viel Potenzial in allen Branchen. Ich mir ein Beispiel aufgeschrieben, anstatt immer zu probieren, schneller, besser, wie das halt auch so Strudel ist, wo viele drin gefangen sind, kannst du einfach auch mit Rückgrat sagen, hey, wir sind zwar nicht die Schlemmsten, also wir sind extra langsamer, damit du länger Freude daran hast. Also halt wirklich mal probieren, wie der Michi das auch so gesagt hat, mal so ein bisschen spielen mit diesen Erwartungshaltungen, sondern einfach mal das Gegenteil bepreisen. Also ja, Wir sind nicht die Schnellsten, aber dafür spricht Qualität auch für sich. Dafür hebt es länger oder ist es ausgereifter. Genau. Also ...

Paul: Oder du hast eine persönliche Ansprechperson. Das auch. sind auch alles Faktoren, eine Rolle spielen. Ich glaube, sind so. Eigentlich ist es ja dieses Bewusstwerden über die Dinge, die wichtig sind, die es vielleicht früher gab und jetzt alle weg rationalisiert und weggespart werden, genauso wie gerade mein Beispiel Support, dass es alles irgendwelche KI-Chatbots sind und so weiter. Aber dadurch geht das persönliche verloren. Und dann aber mitzubekommen, das ist gerade extrem wichtig, deswegen lieber da rein investieren. Im Hintergrund kannst du immer noch sagen, du machst keine Ahnung.

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: Kundenmanagement machst du mit einem KI-gestützten CMS beispielsweise. Und dafür ist der KI auch wunderbar. Also bestimmte Dinge zu beschleunigen, neue Medien zu nutzen, die eigene Geschichte zu teilen beispielsweise. Also alles, was es heute gibt, ist nicht per se schlecht. Aber es geht ja eher das bewusste Einordnen. Was nimmst du aus welcher Welt? Und was ist ein bestimmter Anker, der in der Vergangenheit sehr wichtig war, den Leute jetzt bewusst wieder mehr schätzen? Auch wenn du gleichzeitig

Vinz: Mhm. Mhm.

Paul: neue Methoden und Techniken nimmst und du bist das beste Beispiel mit nostalgischen Branding. Ich meine, du arbeitest jetzt auch nicht hinter dem Mond am Zeichentisch, sondern mit einem Computer, mit Tools, mit Digitalen und so weiter. Und deswegen sehr, gut, dass wir endlich mal die Folge machen, weil das, glaube ich, für viele erhellend ist, worum es eigentlich geht.

Vinz: Nein. Ja. Ich habe hier fünf Kernpunkte oder Kurzanleitungen zusammengestellt. Wie könnte das Unternehmen für sich nutzen? Im strategischen Sinn, ohne dass kitschig wird. Viele haben immer Angst, dass Nostalgie kitschig Nein, überhaupt nicht. Das ist das Spannende daran. Ich kann mal anfangen, dann kannst du auch mal reingerätet sein, wenn dir in den Sinn kommt. Der erste Punkt wäre ...

Paul: Gerne.

Vinz: Was ich finde ist Story for Style. Ich sage zwar immer, früher war nicht alles besser, dafür es stylischer, aber finde Story for Nutze die Sachen, du hast, klare Herkunft, irgendeine authentische Geschichte. Warum machst du das, was du machst? Was treibt dich an? Menschen suchen einen Sinn in erster Linie. Die wollen sich mit etwas identifizieren können. Dann hebt halt auch die Eier und steht dazu und macht halt dein Ding. Genau, das ist Punkt 1.

Paul: Find ich gut, kann's direkt weitermachen.

Vinz: Punkt 2 ist, dein Handwerk, damit nicht per se Handwerk wie eine Schreinerei, was du auch nicht weisst, sondern es kann eben auch eine einfache Dienstleistung sein, eine Dein Handwerk, dein Beruf, deine Berufung und deine Menschlichkeit sichtbar machen. Beides kombinieren. Wir auch schon ein Mal gehört, auch von unseren Interviewgästen, Menschen wollen weniger KI. Sie wollen mehr menschliche Also wirklich den persönlichen Kontakt wieder. Das wäre Punkt 2.

Paul: Ja und das sind ja auch dann Geschichten, die du teilen kannst auf Social Media. Sprich, da bist du ja wieder im Heute und im Jetzt hat nichts mit Technikverteufelung zu tun. Aber die Geschichten, die man erzählt und so, darum geht es ja dann eher.

Vinz: Genau. Ja. Punkt 3, ist etwas, das sehr viel missversteht. Ich finde, das Erfolgsrezept ist Nostalgie mit Modernität gemischt. Es reicht nicht, einfach nur retro auszusehen. Denn es muss funktional modern und wertmässig nostalgisch sein. Die Formel, mit der arbeite, den meisten Fällen. ist der Prozess. so modern wie möglich, aber nostalgisch im Charakter und mutig in der Haltung. Also modern, der heutige Standard entsprechend. Nostalgisch, mit der meine nicht verstaubt, sondern halt ein bisschen Charakter. Es soll Charakter haben. soll merken, das ist nicht einfach das 700.000. Unternehmen, das fucking futura als als Brand-Typografie braucht. Sondern trau dir mal etwas, zeig ein Statement. Und das Gleiche auch in der Haltung, auch in der Wortwahl, eben im Storytelling.

Paul: nämlich das Futura Buch hier im Regal, aber das so viel Zeit muss sein.

Vinz: Aaschtu! Okay. Das alle wissen, was das ist. Genau.

Paul: ist eine schriftartig als mein in ein schönes buch dazu ganz schön erschinken ist das ja ja also

Vinz: Das sind doch alle Unternehmen, die Futuren brauchen.

Paul: Ja, ich glaube, ist so Schriftgeschichte. Sieht so ein bisschen Wie damals konstruiert wurde die Also, es kannst du ja auch sehr bewusst Futura nehmen, indem du dich auf die Zeit beziehst, in der Futura entstanden ist. Heißt eben nicht, dass alle heutzutage eine serifenlose Schrift brauchen. Und nicht alle brauchen eine serifen Schrift, die aber nach heute aussieht. Kann auch. Das ist... Also...

Vinz: Ja, logisch. Nein, auch nicht.

Paul: Da bist du auch Fan davon oder ist ja unser gemeinsamer Arbeitseinsatz, Ansatz erst mal rauszufinden, worum es eigentlich geht, dann die passenden Elemente zusammenzufinden. Und bei dem, was du gerade gesagt hast, fällt mir immer nur ein, es geht wirklich manchmal nur ⁓ einzelne Details, die einen an früher erinnern, die vielleicht auch die Zielgruppe bewusst an etwas aus der Vergangenheit erinnern oder wie so eine Art Referenz an früher sind. wegen, guck mal, wir haben das eine Material.

Vinz: Hm.

Paul: verwendet oder die eine, keine Ahnung, Verarbeitungstechnik, die man schon vor 200 Jahren benutzt hat. Jetzt geht es eigentlich schneller. Wir machen es aber immer noch so, diese Wertigkeit herzubekommen. Darum geht es. Nicht alles so machen wie früher, sondern wirklich einzelne Details, die Leute aber auch bewusst sehen und erkennen, mit denen man bewusst rausgehen kann und zu sagen, wir sind ein Unternehmen von heute, haben aber die eine alte Technik mit drin oder den einen alten Ansatz oder das dem einen

Vinz: Mhm. Ja. Hm.

Paul: Ansatz bleiben wir treu seit 200 Jahren, zu dem es uns gibt. Das ist ja der entscheidende Punkt.

Vinz: Ja. Ich kaufe meine Klamotten mittlerweile bei so einem Online-Shop und die machen so Loop-Wheeled-Shirts. Also wirklich so oldschool, dass du keine Seitennöte hast. Viel bequemer, 100 % Baumwolle. Einfach geile T-Shirts. Der ganze Style ist mega oldschool gemacht. wirklich, ja... Könnte ich gerade schmelzen, könnte ich gerade ganzen Laden kaufen. Aber der Customer Support...

Paul: Ja, ja.

Vinz: Und die Aufmachung. Top! Wenn du deine erste Bestellung machst, oder auch regelmässig, je nachdem, bestellst, dann bekommst du von denen im Vorfeld eine Rückmeldung und sie fragen dich wirklich, gib uns doch schnell deine Masse anhand von dem sagen wir dir wirklich, ob das du bestellt hast dir auch passt. Das ist zuvorkommend und das ist nicht einfach nur, ja schau, da hast eine Grösse-Tabelle und so weiter, sondern

Paul: Hm.

Vinz: die wollen wirklich guten Job machen.

Paul: Ja, und das ist auch wieder Win-Win für alle Beteiligten. Da könnte man jetzt nämlich sofort reingehen und sagen, das ist sehr sinnlos, da brauchen die mehr Zeit, mehr Geld, das ist teuer. Im Endeffekt, wettig, sparen die damit Geld, weil die weniger Retouren haben, weil die zufriedenere Kunden haben, dadurch alleine durch den Anfang eine bessere Kundenbindung aufrecht erhalten können. Du fühlst dich ja direkt wertgeschätzt und willkommen. Und es sind so tausend kleine Softfaktoren, die da eine Rolle spielen, die dir am Ende Gewinn bringen.

Vinz: Genau. Ja. Ja.

Paul: Also das ist ein reiner, auch ein reiner Business Case eigentlich.

Vinz: Das ist schon... Also vor allem für alle Business Keyword-Fetischisten. Customer Lifetime Value spielt da natürlich extrem rein. Weil ich bin jetzt extrem zufrieden und ich kaufe immer wieder bei denen. Ich muss gar nicht studieren, wo gehe ich meine Shirts holen. Sondern ich bestelle einfach bei denen. Weil ich weiss, die scheren sich darum, dass ich die richtigen Shirts bekomme. Das ist die Magie. Du hast viel weniger Ausgaben und der Kunde bleibt einfach viel länger bei dir. Yes. Ich mache jetzt noch schnell Punkt 4 und 5 weiter. Punkt 4 wäre, was ich finde, Sinn statt Geschwindigkeit kommunizieren. Ich bin der Meinung, dass je länger er mehr langsam aber richtig wieder ein echter USP wird.

Paul: perfektes Beispiel.

Vinz: Und zwar nicht nur in Nische-Sachen, sondern ja, je länger je mehr, nur schon auf dem Bau. Dass die Leute wirklich sagen, ja gut, machen wir es lieber einmal richtig, weil haben einfach alle langsam die Schnauze voll von dem Oberflächlichen, der dann immer massive Fehler mit sich bringt. Also ja, wir arbeiten nicht schnell, dafür richtig.

Paul: Mhm. Ja, aber das kann man auf ganz viele, das kann man aber echt auf viele Bereiche anwenden, weil man immer sagen kann, ich nehme mir bewusst Zeit für meine Kundschaft und wenn ich das mache, dann aber auch richtig. Und nicht dieses, händel acht Sachen parallel, dafür halbbatzig, aber mit einer guten Automatisierung, mit einer guten E-Mail-Sequenz oder was auch immer, sondern sich bewusst Zeit nehmen für jemanden. Das ist größte Geschenk, was man heutzutage Kundinnen und Kunden da draußen machen kann.

Vinz: Mhm.

Paul: Man nimmt sich Zeit für dass er eine Art Wertschätzung, die du den Menschen, deiner Zielgruppe da draußen, entgegenbringst, das ist allein ein Wettbewerbsvorteil genug.

Vinz: Auf jeden Fall. Oder wenn du einfach... Das mache ich auch. Eingang lieber zu den Leuten persönlich vorbei, wo sie sich arbeiten dort mit ihnen zusammen. Das Persönliche. Weil sie fühlen sich abgeholt. Dann kannst du dir nämlich die 50 E-Mails sparen, die im Vorfeld vielleicht der Aufwand viel geringer aussehen. Aber wenn du keine Ahnung, eine Stunde zusammenhockst und alles Relevantes schnell besprichst... Ich habe nie auf die persönliche Erfahrung gemacht, schnellstmögliche Resultate als wenn du deine 50 Mails hin und her schreibst und man redet das eigentliche, relevante Detail umeinander.

Paul: plus du baust direkt persönliche Bindungen, Vertrauen auf und so weiter. Aber auch da, selbst wenn du es nicht schaffst, persönlich irgendwo hinzufahren oder du hast andere Gründe, warum es digital sein muss, dieses Gefühl alleine kann man auch digital aufbauen, bin ich fest davon überzeugt. Indem du dir eben direkt Zeit nimmst für den Menschen, indem du vielleicht auch angenehm persönlich antwortest, indem du nach einem ersten Kontakt oder nach dem ersten Auftakt vielleicht auch

Vinz: Genau. Geh ja, was her!

Paul: handschriftlich noch mal eine Karte schreibst oder ein kleines Packli schnürst oder was auch immer. Also es gibt so viele Möglichkeiten diese Wertschätzung entgegen zu bringen. Ich glaube das ist das so ein Schlüssel, oder?

Vinz: Mhm. Ja. kommt bei vielen Online-Shops auch je länger, mehr aufgeholt. Dass du nur eine kleine persönliche Notiz in der Bestellung hast, ist einfach ein kleines Dankeschön. Und das macht mega viel aus. Das sind eben kleine Details. Das geht auch in Punkt 5 rein. Wo ich aufgeschrieben habe, das ist halt Die Nostalgie lebt von Geschichten, von Es muss Emotionen geweckt werden. Menschen kaufen Emotionen und Produkte sind meistens nur der Transporter dieser Emotionen. Darum kann man es durch Kleinigkeiten, handgeschriebene Nachrichten, Einmal mehr anrufen und fragen, ob alles klar Haben Sie alles, Sie brauchen? Kann man helfen?

Paul: Mhm.

Vinz: Und das sind halt die Sachen, die es ausmachen.

Paul: Finde ich sehr gut.

Vinz: Das wären die Hauptsachen gewesen. Alles in allem habe ich das in fünf Minisets zusammengefasst. alle, die nicht nachgekommen sind. Wenn die Welt zu schnell wird, dann wird Nostalgie plötzlich zur Orientierung oder kann zur Orientierung führen, wenn man es bewusst nutzt. Nostalgie heisst aber nicht ... reines Retro-Design, sondern es geht halt mehr ⁓ echte Werte und Vertrautheit, die man dann auch spürt. Menschen suchen heute Halt, Menschlichkeit und Authentizität. Vor allem eben nach dieser ganzen Corona-Geschichte auch, aber auch mit dem ganzen KI-Boom. Spürt man das, glaube Mein Geheimrezept in diesem Thema ist halt einfach Nostalgie mit mit dem Modernen zu verbinden. reine Nostalgie ist halt eben Altbacken. muss es immer verschmelzen. Geschieht verschmelzen, dass es auch zum Unternehmen passt. Und ich glaube, dass das aber auch die Zukunftsmarken des Ohren formt. Die, das begreifen. Und quasi wer, wer in Zukunft florieren will, dann muss es nicht unbedingt schneller werden, sondern ...

Paul: ⁓ und?

Vinz: meiner Meinung nach noch spürbarer, echter, haben wir auch schon ein Mal angesetzt.

Paul: Ja klar, zumal Enrico ja richtigerweise meinte, lauter brüllen schaffst du irgendwann nicht mehr. Wenn es nur Lautstärke geht, da geht es ⁓ andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Und trotzdem, jetzt muss ich nochmal reinhaken, du blutet ja ganz auf das Herz, wenn du gerade Handwerksbetriebe oder allgemeinen Unternehmen mit einer Jahrhunderte alten Tradition siehst, die dann ein komplett seelenloses, modernes Design haben.

Vinz: Genau. Mmh, ja.

Paul: Und da würde ich jetzt doch noch mal eine Lanze fürs Design brechen. Das muss keine Störkel haben. Ich glaube, man entdeckt trotzdem recht schnell. Hat sich da jemand Gedanken gemacht und mit der Geschichte eines Unternehmens auseinandergesetzt ganz simpel einfach die Retro-Platte aufgelegt, das gibt es auch, oder einfach alles radikal abrasiert und neu Dann fehlt aber wirklich die Seele. Und dann wäre ein Unternehmen, finde ich auch, komplett austauschbar.

Vinz: bin der Meinung, jeder ist Fachmann oder Fachfrau auf seinem Gebiet. Von daher ist völlig verständlich, dass nicht jedes kleine und mittelständische Unternehmen einen Top-Auftritt hat. Das ist nicht derartes Daily Business. Dort gibt es auch in jeder Branche, in unserer Branche, auch viele schwarze Schafe, die einfach nur Bullshit abliefern. Ich habe so viele Kunden, Kinder sind. Weil sie schon das eine oder andere Mal einen Haufen Geld bezahlt haben. ein Inresultat, ich mich dafür Und ich würde so etwas nicht einmal für 100 Franken auf gut Deutsch sagen. Ich es eine Frechheit, was teilweise abgeht. Und dann muss man zuerst einmal mit ihnen ein Gespräch finden.

Paul: Ja.

Vinz: Aber wenn die dann mal begreifen, was alles möglich ist und dass es eben gar nicht schwierig ist, dann blühen die völlig auf und die sind mega dankbar. Und das ist etwas sehr Schönes. Und es geht halt auch nicht immer darum, den Leuten einen Komplex-Redesign zu klickern oder zu verkaufen, sondern die meisten haben auch schon etwas, das zu ihnen passt. Ich bin auch der Auffassung, auch wenn ein Logo, keine Ahnung, 50-jährig das ist ja nicht schlecht. Aber man muss einfach mal schauen, wo steht man jetzt? Wo sind gewisse Hürden umeinander? Wo will es hin? Und dann sieht man recht schnell. In den meisten Fällen reicht auch einfach mal kleines Makeover oder eine neue Arrangierung des Bestehenden. Gewisse Dinge kommen weg, gewisse Sachen kommen dazu. Und auf einmal hast du Gefühl, andere Firmen. Aber das Schlimmste...

Paul: Auch da wieder ist es ja ganz viel Bewusstsein schaffen.

Vinz: Das Schlimmste für mich ist immer, so eine, keine Ahnung, ich bringe immer den Vergleich, wenn du einen Oldtimer-Garage hast mit einem Web-Auftritt wie eine drittklassige Versicherung. Dann ist einfach irgendwas falsch gelaufen und dann sind es aber meistens auch die, die jammern, sie finden keine Leute. Das ist halt auch... Ja, das wir auch mal.

Paul: Und das darf man auch nicht unterschätzen. Also das Thema bringen wir ja fast in jeder Folge mit auf, weil das ein echtes Thema ist für viele Unternehmen, die richtigen Menschen zu finden, die mit einem zusammenarbeiten wollen. Alleine, so hört euch nochmal den Satz an, den ich gerade gesagt habe, miteinander arbeiten, dann hast du schon eine andere Wellenlänge, auf der du aufbauen Aber auch muss man manchmal einfach ein Statement setzen. Und da denke ich gerade an das Interview mit Michi zurück. Man muss auch manchen Leuten nicht gefallen. Und natürlich gibt es eine junge Zielgruppe, die vielleicht nur auf das neue Zeug stehen. Vielleicht aber eben auch nicht. Und vielleicht hat es dir oder die ein oder andere, die bewusst auf das Nostalgische anspringen. Und dann zeigt das ja, ist der Stil vielleicht auch gar nicht so wichtig. Hauptsache, man merkt, dass dahinter wirklich was steht und dass die Leute das leben. Und dann lieber das zeigen, so wie man ist.

Vinz: Mhm. Ach so.

Paul: mit der hundertjährigen Tradition, die man hat, als sich neu anzustreichen und so zu tun, als wäre man jetzt super hip und jung und modern, nur die jungen Leute zu erreichen, was ja dann auch bloß wieder eine Verzweiflungshandlung ist. Also Ehrlichkeit und Authentizität spürt man einfach 30 Meter gegen den Wind. Das kannst du nichts anderes erzählen. Das hörst du genauso bei Geschichten raus. Ist das jetzt Erstunken unter Logen oder ist das wahr?

Vinz: Hm.

Paul: Ich finde mein Lieblingsbeispiel für mich persönlich sind aber die ganzen Gurus, die einem irgendwelche Funnel verkaufen wollen. Und man spürt alleine, wie die reden und was die machen. Ob die jetzt einen auf dicke Hose machen und sich extra eine Neurolix vom Kumpel, der schon erfolgreich ist, ausgeliehen haben für das eine Werbevideo, wo sie einem verkaufen wollen, warum das jetzt der geile Weg ist. Oder ob sie wirklich helfen wollen, ob da wirklich was dahinter steht, ob da wirklich eine Ahnung ist oder ob das einfach nur dieses, Ahnung. Business rumgehampel ist, da abgeliefert wird. Böse gesagt. so dieses macht es jemand nach oder macht es jemand richtig und steht jemand zu dem, was man tut, was er tut oder ist es nur so aufgesetzt. All das spürt man und das spürt man vor allem so verdammt schnell, dass wenn der erste Eindruck verbrannt ist, dass man skeptisch ist als Zielgruppe. Im besten Fall und im schlechtesten Fall einfach nicht wiederkommt. Fertig. Dann war es das nämlich.

Vinz: Mh. Das ist so genau. es geht ja auch immer, wie du immer so schön sagst, es geht auch hier die Sommer aller Teile. Also Nostalgie kann auch sein, du kannst auch ein top modernes, minimalistisches Auftreten haben. Im Design zum Beispiel. Aber das kann genauso nostalgisch angekucht sein. Futura ist ja auch, es zeigt, die Einschrift schlechthin.

Paul: Mhm.

Vinz: Touristisch, nostalgisch. Du kannst es dann aber auch mit dem ganzen Kontext, dem ganzen Rest, mit dem Arrangieren von Bildern, Text, der Textinhalt natürlich, kannst du dir eine ganz spezielle Note zufügen. Dass es komplett anders wirkt und aufgenommen wird und andere Gefühle vermittelt als irgendein 0815 Ratze.

Paul: Ja, es ist immer der Kontext. Ja, Und dafür ist es ja genauso wichtig, dass man die eigene Basis kennt, die eigene Geschichte und für etwas steht. Und dann lieber mit dem, wofür man steht, einer Person richtig gut gefallen, statt alle abholen wollen. Und dann bist du so ein gemischt Warenhändler. Selbst als gemischt Warenhändler kannst du, glaube ich, nostalgisch dich positionieren als die Bauchladen-Nummer, die da viele Leute abziehen, ...

Vinz: Ja. Genau. Ja.

Paul: gefallen und niemanden nicht zu gefallen.

Vinz: Genau. Ich habe noch meinen berühmten Schlusssatz vorbereitet. Oder musst du noch etwas loswerden? Okay, gut. Also, lieber Zukunft gehört nicht denen, die am Leuteesten schreien oder am schnellsten liefern, sondern denen,

Paul: ⁓ dann improvisiere ich darauf hin, das berühmte Call to Action.

Vinz: die uns an etwas erinnern, das wir schon längst vergessen haben. Dass echte Marken Zeit brauchen und Charakter so wie früher und so wie es heute wieder zählt.

Paul: Schön, Vince. Wurde mir ganz warm ums Herz. Also, ja, sehr schön. Falls da jemand Unterstützung braucht und sich gerade sehr gesehen fühlt, ich kann Vince wirklich uneingeschränkt empfehlen. Ich kenne niemanden, der sich so leidenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzt, der dieses Thema überhaupt besetzt, weil auch auf Agenturseite sind die mitunter nostalgisch, wenn sie den Anschluss verloren haben seit 20 Jahren.

Vinz: Das ist schön. Ihn auch fast brült. Sorry.

Paul: eine negative Art und Weise oder einfach unglaublich zeitgemäß was so Grafikdesign Trends betrifft und die gehen nun mal immer nach vorne was ja auch richtig ist Vince versteht sein Handwerk und der macht das mit einer Leidenschaft und Liebe zum Detail und zu dem was Unternehmen wirklich ausmachen, dass er der absolut Richtige ist, dass wenn man das Gefühl hat man verrät sich hier gerade selber mit seiner Firmgeschichte weil man irgendwas machen will zu dem man selber nicht steht Was man aber auch nur macht, weil man glaubt, dass es irgendwie alle machen. Ihr wisst schon, was ich meine. Dann wendet euch an Vince, der hilft euch. Und nostalgisches Branding hat jetzt nichts mit Schnörkeln zu tun, sondern beginnt immer bei der Substanz, die zu finden, die Basis auszukramen, die es wirklich geht, darauf gemeinsam aufzubauen. Und dann kann das am Ende sogar hochmodern aussehen und trotzdem nostalgisch rüberkommen. Und wenn das jemand kann, dann Vince. Vince, das ist, ich, deine Folge.

Vinz: Genau. Dankeschön.

Paul: Von dir, für dich und für die Welt da draußen.

Vinz: Das ist lieb. Yes. Gleiches... Unter dem Strich geht es eigentlich ums Gleiche. Wir haben sehr ähnliche Ansätze. Es geht eigentlich nur um Substanz. Wirklich Sachen abliefern, die aber auch lange Zeit verheben und nicht in zwei Jahren wieder revidiert werden müssen. Und das geht so gleich im Kern von uns beiden. Yes.

Paul: Und ich mach das nachhaltig, das ist auch nicht so anders. Aber ⁓ mich geht's heute gar nicht. Genau.

Vinz: What?

Paul: bei dir ist es sowohl nostalgisch als auch nachhaltig. Bei mir ist es nachhaltig als auch nostalgisch. das gibt sich da echt die Klinke in die Hand. Ich glaube, wenn man uns jetzt hört, und das ist Folge 73 hier, dann hat man schon hoffentlich 70 Folgen mitbekommen, dass wir einerseits da immer uns die Basis kümmern und die Substanz lieben und da wirklich die

Vinz: Genau.

Paul: Essenz darin sehen, als Mark überhaupt zu funktionieren und darauf aufzubauen. Und die Folge heute hat nochmal eindrucksvoll gezeigt, welche Aspekte eine Rolle spielen, ⁓ eine bestimmte Wertigkeit zu transportieren. Und Wertschätzung ist ja wirklich das, was in den Köpfen hängen bleibt.

Vinz: Ich glaube... Ja, und ich glaube, an alle, die immer noch nicht begreifen, worum eigentlich geht, es ist eigentlich... Es ist eigentlich im Wort selber, einfach, dass ich das noch mal klugscheisserisch beschreiben darf, Merkenentwicklung. Es geht nicht darum... Also wir sind nicht die Leute, die euch sagen, packen noch mehr Bullshit drauf, die ihr nicht braucht, sondern zwar sagen sie ja selber, entwickeln, wie...

Paul: Dann hört auch dem Podcast nicht mehr. Nein, das ist Spaß.

Vinz: die Lindor-Schockenkugeln zurück zum Kern finden. Also alles Überflüssige einfach mal wegnehmen und wirklich mal schauen, was ist unser Kern? Was macht uns wirklich aus? Und wenn man diesen gefunden hat, in einer Marke, Unternehmen, dann ergibt sich der Rest, Step by Step, meistens von alleine. That's it. Genau.

Paul: Genau so ist es. Und in der nächsten Folge, jetzt können wir endlich mal einen Cliffhanger aufbauen, entwickeln wir unser Weihnachtsgeschenk im Sinne von, das packen wir gemeinsam aus und zeigen euch mal, was wir dafür euch vorbereitet haben. Falls ihr keine Ahnung habt, worum es geht oder euch noch schnell eintragen wollt in die Liste, macht das super gerne. Falls ihr das nach Weihnachten hört, die Liste wird fortgeführt. Wir sammeln fleißig, falls dann irgendwann wieder ein Ostergeschenk gibt und so weiter. Das hätte auch mit Wertschätzung zu tun, einfach Danke zu sagen an alle Leute, die uns hören. Von dem her, werdet Teil von Mach mal Marke, tragt euch ein, folgt uns, bleibt uns gewogen und macht nostalgische Marken. Denn das ist was unglaublich Schönes, was die Leute heutzutage suchen.

Vinz: Genau. Yes. Und wenn ihr irgendeine Frage habt oder Anmerkungen habt, hinterlässt gerne einen Kommentar. Ihr könnt auch wirklich mal sagen, nein, das finde ich jetzt scheisse, was Paul oder Vince gesagt haben. Dann lasst uns das wissen, weil wir lernen auch immer gerne dazu. Wir wissen noch längst nicht alles, aber das ist ja das Schöne Ja, danke vielmals.

Paul: Stevens? Die Wins, tausend Dank für die Folge, hat Spaß gemacht.

Vinz: Danke auch und ich freue mich schon auf die nächste. Mit dir und Schönen. Ciao!

Paul: Merci fürs Zuhören. Hinterlasst uns gerne eure Meinung als Kommentar, eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast. Teilt das Ganze und folgt rein für mehr tolle Markeninhalte. Viel Spaß und bis bald.

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