Wer keine Haltung zeigt, wird austauschbar (auch als KMU)

Shownotes

Die meisten KMUs haben eine Haltung. Sie definieren sie nur nicht – und verlieren damit täglich Vertrauen, Orientierung und Unterscheidungskraft. Das ist kein Marketing-Problem. Es ist ein Führungsproblem.

In Folge 112 sprechen Paul und Vinz über Markenhaltung – nicht als Trend, nicht als Statement, sondern als das, was sie wirklich ist: ein Entscheidungssystem, das Klarheit schafft, nach innen wie nach aussen.

Du bekommst:

  • Den Unterschied zwischen Haltung haben und Haltung zeigen – und warum beides nötig ist
  • Warum kein Unternehmen in einem neutralen Rahmen agiert – und was das für deine Marke bedeutet
  • Konkrete Beispiele aus Gastro, Bau und Handwerk: wie Haltung Branchenprobleme löst, die alle anderen beklagen
  • Drei Schritte, um Haltung zu definieren, in den Alltag zu übersetzen und erlebbar zu machen
  • Warum Haltung zeigen 2026 kein Luxus mehr ist – sondern der Unterschied zwischen erinnert werden und vergessen werden

Takeaway:

Haltung muss nicht laut sein. Aber sie muss klar sein. Wer das für sich definiert, schützt seine Marke – und gibt allen, die mit ihr arbeiten, Orientierung.

Unsere Frage an dich:

Was hält dich davon ab, als KMU klar Stellung zu beziehen? Schreib's uns – auf YouTube in den Kommentaren, Paul auf LinkedIn oder direkt an podcast@paulstolle.ch.

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Transkript anzeigen

Paul: für die Folge wirst du mich absolut hassen und das ist okay, aber ich muss dieses Thema mitbringen, weil das immer mehr mein Leib- und Magenthema wird und alle die mir auf LinkedIn folgen, wissen schon ungefähr welches Thema es gehen wird. Es hat nämlich mit dieser berühmten Haltung zu tun und mein Lieblingsthema ist ja aktuell Marken mit Haltung. ich bin der Meinung Marken mit Haltung, machen nicht nur Marke, die machen auch Zukunft und

Vinz: ... klart.

Paul: dass in Marken so eine Superpower liegt, die unterschätzt wird, das hatte ich schon mal in einer der letzten Folgen mitgebracht. Und in jedem Interview wird mir das immer mehr in der Folge möchte ich mal damit aufräumen, was hinter Markenmethaltung eigentlich steht. Warum das in meinen Augen ... nicht ein trend ist, weil dieser begriff gerade hoch und runter geschraubt sondern dass es wirklich ein zukunftselement ist, was kmus das überleben sichern kann, warum ich der meinung bin, dass es auch für dich und für deine art marken ein thema ist Aber das Wichtige, erste Bauchgefühlsreaktion, wenn du was hörst von wegen Markenmitteilung, wie geht es dir damit?

Vinz: Ich könnte mir nicht gehugeln, ehrlich gesagt. Nein, das haben wir ja schon mal in einer Folge geklärt. Generell eine gute, gesunde, wie soll ich sagen, nachhaltige Marke. sollte ja eine Haltung haben, sollte eine Haltung vertreten. Ich habe auch Haltung. Egal ob als Privatperson oder als Marke. Und das braucht es ja. Und da stehe ich voll hinter dir. dass ich das Gefühl habe, meisten KMU lassen hier wirklich bare Gold auf der Strecke liegen, weil sie halt probieren, das allen Recht zu machen. Und ich habe heute gerade mit einer guten Kollegin darüber geredet, ihr habe ich damals helfen dürfen, wo sie sich selbstständig gemacht hat. Und wir haben auch so ein über das Thema geredet, weil sie von einer potenziellen Kundin ein negatives Feedback bekommen hat, weil z.B. die ganze Kommunikation auf ihrer Webseite in Du-Form ist. Wie ich auch. Oder? Wie genau, wie gemein. Dann musste sie sich zwei Stunden was anhören. Dann ich sie dann heraus, ob sie überhaupt gerne mit dieser Uschi zusammenarbeiten Dann sagte nein, auf keinen Fall. Dann sagte sie, dann kann es dir scheissegal sein. Das ist ein negatives Feedback auf ...

Paul: gemein von ihr.

Vinz: Was? 50? Und der Rest, der das feiert, denen schaffst du gerne zusammen. Das ist auch Haltung, die du gegen aussen blässt. Wenn du einfach sagst, wir kommunizieren nur per du, weil wir nahbar sind, weil wir menschlich sind, das heisst ja noch lange nicht, dass du ein Leere bist oder einfach laryfary machst oder die Qualität nicht stimmt. Im Gegenteil. Das ist bewusst so gewählt. Und ich finde dort verschenkend, Kamu Aber auch viele Privatpersonen generell. Ja, mega viele. Megaviele Chancen. Anders kann ich es nicht sagen. Ich finde einfach, was mich an dieser ganzen Debatte stört, einfach, wenn man immer behauptet, nur weil du keine Ahnung zu dem XY keine aktive Position einnimmst, dann stimmst automatisch zu oder hast keine Haltung. Dann muss ich sagen, das ist Bullshit. Weil keine Haltung haben, bewusst, ist auch eine Haltung. Wie soll ich sagen? Es setzt mich auch mit vielen Sachen nicht auseinander. Ich weiss, es erraubt mir mehr Energie, als was es mir bringt. Das mich auch eine Haltung. Dann geht es mir auf den Sack, wenn man so gehört. Dann stimmst du automatisch zu oder so. Das sind Aussagen, die ich kotzen Aber Haltung haben und die aber auch gegen aussen zeigen und vertreten und etwas dafür das unterschreibe ich.

Paul: Sehr gut. das würde ich, also ich habe ja gemeint, das Politische, lass es mal außen vor, weil ich finde, es wird oft mit Politik einher genutzt und ich mache das selber oft zum Thema bei meinem Content auf LinkedIn. Aber diese Haltung, das meinte Enrico auch, als er damals bei uns zum Interview mit dabei war,

Vinz: Ist ja nicht fertig. Mhm.

Paul: diese Haltung haben wir ohnehin alle. Also wir haben alle eine Haltung, eine Einstellung zu der Welt da draußen und verhalten uns auch entsprechend dazu. Und das Ganze auf

Vinz: Mmh. Genau.

Paul: Marke auf ein Unternehmen zu übertragen bedeutet ja eigentlich nur du hast dich mit dir selber auseinandergesetzt was wir wirklich fast jeder Folge als Anfangspunkt von der Markenbildung voraussetzen würden und auch immer wieder betont haben dass du einfach weißt was ist dir denn persönlich wichtig wie verhältst dich denn zur Welt und was ist dir wichtig wie sich dein Unternehmen deine Marke zu der Welt da draußen verhält weil du bist ja nie neutral innerhalb dieser Welt aktiv also es gibt ja nicht nur dein Unternehmen, sondern das hat immer Berührungspunkte mit der Umwelt da draußen, mit anderen Menschen, mit anderen Unternehmen. Du musst ja irgendwie dich verhalten und da eine Haltung einnehmen. Und das geht eigentlich nahtlos über in dieses große Thema Positionierung, was man im ersten Augenblick überhaupt nicht mit Haltung in Verbindung setzen würde. Was aber die Basis oder die Weiterentwicklung oder das Weiterdenken von einer Haltung ist, dass du ja wie bei deiner Kollegin von der du gerade berichtet hast.

Vinz: Go!

Paul: ganz klar entscheidest, sage ich nur weil ich es kann zu allem ja oder habe ich eine Haltung, die es mir erlaubt zu bestimmten Dingen auch nein zu sagen oder für das was mir wichtig ist einzustehen und dadurch folgt dann ein nein oder eine bewusste Entscheidung und das ist ja genau das wie du auch meinst. bestimmte Dinge berühren mich persönlich nicht deswegen muss ich mich damit so auch nicht äußern oder auch nicht meine Meinung kundtun beispielsweise aber andere sachen sind für mich ganz relevant und wichtig

Vinz: Mhm.

Paul: Und dazu muss ich Stellung beziehen. deswegen ist das ein KMU-Thema dann so weit, dass das sehr oft oder sehr schnell die eigenen Angestellten betrifft oder das eigene Team. Gerade wenn das Team irgendwas von außen erfährt. Und du willst einerseits, sie sollen die Marke leben und auf der anderen Seite bekommen sie irgendeine Rückmeldung. Und dann willst du, dass dein Team sich auch verhalten kann dazu und dass es gleichzeitig auch schützt vor bestimmten Situationen, was auch immer. Und das ist halt ein riesengroßes Feld.

Vinz: Mhm.

Paul: Aber ich verbinde es alles mit dieser Haltung und ich finde die eben aktuell wichtiger denn je. Den Punkt will ich noch kurz loswerden, weil halt alles bunter und wilder und lauter und voller wird und KI ein riesengroßes Thema ist, was uns alle überfordert und überwältigt und gefühlt jeden Tag die Nachricht aufploppt, bald gibt es unsere ganzen Jobs nicht mehr und dann gibt es ja halt übermorgen doch noch. Und dazu musst du dich einerseits verhalten und Menschen auf der anderen Seite eine Orientierung geben. Und das ist eben diese Kraft, KMUs oder Marken allgemein unterschätzen, dass wenn sie sich zu etwas bewusst verhalten, zu sagen, natürlich haben wir beispielsweise gerade KI und natürlich können wir dadurch bestimmte Prozesse beschleunigen. Aber natürlich ist uns der menschliche Austausch zu unserem Zielpublikum so wichtig, dass wir unsere Service Abteilung nicht schließen werden und durch KI ersetzen werden. Und dann ist das eine Haltung, die eine Konsequenz hat, für die du auch zahlst.

Vinz: Mhm.

Paul: Aber das ist gut und das ist wichtig und dafür mögen dich Menschen und dafür lebt auch oder steht deine Marke.

Vinz: Wir haben auch mal ein Folge über das Thema gemacht. Viele kleine Unternehmen, KAMO, Selbstständige, die haben immer das Gefühl, so eine Haltung haben alle Unternehmen oder generell Branding. Das ist nur etwas für die Grossen. Das ist halt der grösste Trugschluss, den es gibt. Die grossen Unternehmen, die Imperien, die sind ja nur so gross geworden, weil sie bewusst Branding, Markenentwicklung gemacht haben. und ihre Haltung konsequent durchgezogen haben. Das ist etwas, das ich stundenlang darüber philosophieren — Aber das macht mich auch immer ein bisschen traurig. Viele haben nicht den Mut, klare Kanten zu Das muss nicht immer laut, schrill und bold sein. Es kann auch sehr reduziert Stil sicher sein. Aber mach's halt einfach. Weil sonst, wie gesagt, man lässt halt einfach sehr viele Chancen und Potenziale liegen. Das ist vor allem jetzt so in meiner Branche mit dem ganzen Nostalgischen. Tut mir das eigentlich, ja, da blutet mein Herz, wenn es einfach... ...eigentlich so einfach, so viel besser gehen könnte. Und der Unternehmen würde es nämlich, der ganze Branche würde es nämlich auch gut.

Paul: Ja, und gerade

Vinz: No Show!

Paul: so in deinem Bereich, die meisten haben das ja irgendwo. So die stehen ja für bestimmte Werte, denen ist das ja auch wichtig. Und dann beziehen sie aber keine Haltung und machen einfach mit bei irgendwelchen Trends sagen das Gleiche, was alle anderen auch sagen, dass KI furchtbar ist und dass man nicht die richtigen Leute findet und dass der Preisdruck steigt und so weiter statt dich halt dazu zu verhalten. Und wenn du diese Haltung lebst und zeigst, aber vor allem eben lebst.

Vinz: Yo! Yo!

Paul: Dann gibt es halt, und das finde ich so, schönen Effekt, anderen Leuten Orientierung. Also dann weißt du ja, woran du bist. Und das ist ja dann ganz oft bei nostalgischen oder bei Heritage Brands der Fall, das ist dieses Vertrauen, was man aufbaut. Und dass du genau das ist diese Ehrlichkeit, die wir alle schätzen und mögen.

Vinz: Ja. Ja, genau. Aber das hat eigentlich jedes Unternehmen. Und es ist einfach schade, eben wie du sagst, das meiste ist ja eigentlich immer irgendwo vorhanden. Aber es wird halt wie nie selten aktiv wirklich genutzt. Dabei ist es gar nicht so schwierig. Das versuchen wir ja hier eigentlich auch immer so ein bisschen vermitteln. Es ist gar nicht so eine Hexerei. Es ist einfach nur bewusst. Bewusst zu machen. Ja.

Paul: Ich habe so drei Hauptgedanken mitgebracht und da geht direkt der erste Hauptgedanke in genau die gleiche Richtung zu sagen, Haltung das ist nichts Großes oder Kompliziertes, das ist eher, das ist auch kein Statement, was irgendwo auf der Website steht, es ist wirklich eher dieses Entscheidungssystem, was du dir selber gibst und es ist auch ein Schutz, den du dir selber auferlegst. Weißt du, du stehst zu dir selbst und du stehst auch für dich ein und damit auch für alle anderen, die mit dir zusammenarbeiten und zusammen schaffen.

Vinz: Mhm.

Paul: Und das ist dann eher dieser Teamgedanke, der dann aufkommt, zu sagen, wie bei einer Fußballmannschaft oder bei irgendeinem Sportverein, sagen, guck mal, wir können das nur gemeinsam erreichen. Und deswegen müssen wir uns auch einander helfen, unterstützen und schützen. Und deswegen stehen wir zu den Werten und leben die. Und manche davon sind auch einfach unausgesprochen. Und wenn du das aber definierst für dich, dann können sich daran alle Entscheidungen ausrichten. Und das ist ja gerade wichtig für Leute, neue Leute, die mit ins Team reinkommen. oder wenn du allgemein neue Leute suchst oder wenn du mit deiner Marke irgendeine Geschichte erzählen möchtest da draußen oder halt überhaupt den Alltag leben möchtest, dann sind es ja diese Grundsatzfragen, wozu entscheiden wir uns, wozu sagen wir nein, wozu sagen wir ja, was ist uns wichtig, wie reagieren wir, gerade besonders viel Druck ist, wo ziehen wir eine ganz klare Grenze bis wohin wir gehen, aber nicht weiter. Das ist dann alles diese Haltung und die kann man für sich definieren, damit es für alle auch klar wird. Also dass alle genau wissen, woran man ist.

Vinz: Mmh. Genau. Ja, spart halt einfach Ressourcen. Punkt.

Paul: Sehr gut. der zweite Grundgedanke, dass man niemals in einem neutralen Rahmen oder in einer neutralen Welt unterwegs ist. Das hatte ich vorhin schon anklingen lassen. Und das ist dieser Punkt, der oft mit der Politik verwechselt wird. Letztlich ist alles politisch, weil wir halt als Gesellschaft zusammenleben. Aber ich will jetzt nicht in irgendwelche metafilosophischen Debatten abdriften. Wir leben halt nur mal miteinander. Wir müssen irgendwie miteinander klarkommen und alles, was ich als Person mache, hat irgendwie eine Konsequenz, für die ich auch gerade stehen muss. Gerade wenn es andere Grenzen verletzt. Also wenn ich irgendwo einbreche, dann bin ich dafür haftbar und strafbar und muss dafür gerade stehen, weil das nochmal unsere Rechtslage ist und die schützt uns. Also die schützt ja auch mein Eigentum und dein Eigentum und so weiter. Und genauso finde ich, müssen das Marken für sich auch verstehen. Also wenn sie als Unternehmen irgendwas tun, dann wird das wahrscheinlich eine Konsequenz haben. Und die kann man mit einplanen und mit einrechnen. Und für die kann man gerade stehen. Und das Ganze jetzt beziehen auf ökologische Aspekte, auf wirtschaftliche Aspekte und auf soziale Aspekte. Bis hin zu irgendwelchen Kampagnen. Wenn du halt sagst, wir sind das geilste Unternehmen, dann musst du auch damit rechnen, dass Leute ankommen und sagen, nö, seid ihr nicht. Sondern steh halt dafür ein und klick dich gleich weg. Und genauso bei allen anderen Aspekten eben auch. Was sind deine Arbeitsbedingungen? Wie geht ihr in Teams miteinander Wie ist eure Kultur, die ihr lebt? So welches Verhalten legt ihr da an den Tag? Wenn ihr euch die ganze Zeit anschnurzt und anbrüllt, dann fühlt das genauso, dass eure Marke anders wahrgenommen wird, als wenn ihr halt ein Wertschätzendes miteinander habt und das im Umkehrschluss auch von eurer Kundschaft erwartet. Und das sind alles so Dinge, die halt da zusammenführen und beruht alles auf diesem Aspekt. Das ist kein neutrales Gebilde. Da kommen Leute von außen, mit euch zusammen arbeiten und dann gehen die wieder und wir tragen alle unsere Rucksäcke mit und so weiter und so fort.

Vinz: Ich aber gerade noch wichtigen Generell, dass Unternehmen, wenn sie es konsequent machen würden, sehr viel Einfluss auf ihre jeweilige Branche haben können. Da rede ich von Branchen wie Gastro oder Bau. auch immer bisschen an Mommamotzen sind. Sie finden keinen Leuten, keinen Nachwuchs. gewisse Unterbranchen Die Gewerke haben wirklich auch einfach, keine Ahnung, Hundsträckige Mindestlöhne zum Beispiel. Du hast zum Beispiel die Maurerbranche, die ja recht gut in dem ist. Die haben recht gute Löhne, wegen der Gewerkschaft. Aber dann hast du zum Beispiel Schreiner. Die haben das nicht. Und anstatt einfach jommern wie alle anderen, kannst du ja einfach in deinem Unternehmen ... andere Standards setzen und siehe das auf einmal hast du genug Leute. Das muss ja nicht immer nur mit dem Lohn zwingend zusammenhängen, sondern halt einfach generell mit Umständen in diesem Unternehmen. ich habe eine Geschichte schon ein paar Mal erzählt, halt kein Ahnung, typisches Thema, das alle immer Hände verwerfen und sagen, ja das geht bei uns nicht, geleitende Arbeitszeiten. Oder? Und dann hörst du aber andere Sachen von anderen Unternehmen, da geht es auf einmal und die haben keinen Mangel an Mitarbeitern. Und du nicht ein halbes Jahr Zeit, bis du Projekt anfangen kannst. Sondern dort funktioniert es. Und das sind halt immer so Sachen, bei ich denke, gut, hast die Möglichkeit, einfach Ja und Amen zu und am ganzen Scheissdreck, wo alle am Stand sind, sich auskotzen und zustimmen. Oder du kannst halt einfach selber sagen, hey, ich habe die Verantwortung selber für meine Marke, für mein Unternehmen. Dann mach es halt anders als alle anderen. Zeig halt Eier auf gut Deutsch gesagt. Und in der Regel hast du dann eben nicht so Probleme. Vor allem auch Gastro genau das Gleiche. Die meisten Läden, ich bin jetzt auch ein bisschen in dieser Szene gewesen und so, aber auch jetzt noch, wenn ich mit den Leuten spreche, die in der Gastro sind, die meisten haben einfach keine klaren Linien in ihrem Betrieb. Und dann hast du irgendwelche zusammengewürfelten Leute, Niemand weiss, was wir genau Jeder macht einfach nach bestem Wissen und Gewissen. Das ist Bullshit. Dann hast du immer Probleme. Du immer über Ende am Lösen. So geht es den Leuten auf die Eier. Dann können sie krank werden. du hast keine Ahnung, ob zwei Personen krank sind und ausfallen. Die anderen grübeln sich den Arsch auf. Und klotzen und machen. Dann merken sie auf einmal, es geht ja auch mit weniger Personal. Und schliessendlich verheizt sich ganze Team. Es sind alles so kleine Sachen, sich summieren. Wie wir immer sagen, die sind der Sommerallte teilen. Und da vermisse ich teilweise auch einfach so ein bisschen gesunden Menschenverstand bei gewissen. Es war sehr kritiklastig, Entschuldigung. Aber das musste ich jetzt einfach mal loswerden. Weil Marken haben sie ja in der Hand. Und genau wie du sagst, durch eine gesunde Haltung können sie eben auch viel bewirken.

Paul: Ja, und das passt perfekt zum dritten Gedanken, den ich mitgebracht habe, dass so eine Haltung erlebbar werden muss. Sonst bleibt es wirklich nur irgendein nettes Statement auf der Webseite oder ein Marketing Trick zu sagen, so wir sind wertschätzend miteinander. Und im Hintergrund wird sich in der Küche aber angeschrien. Und gerade wenn du sowas sagst, wie in der Gastro Leute verheizen, dann kannst du doch mal das Ganze, die ganze Geschichte, die dir eigentlich am Herzen liegt, von hinten aufwickeln, zu überlegen, warum hast du denn dieses Restaurant? Warum ist dir denn das wichtig? dass Leute zu dir zum Essen kommen. Was sollen die denn dort für ein Erlebnis haben? Und dann machst du das nicht alleine für dich, sondern mit deinem Team zusammen und überlegst, was wollen wir ihnen denn bieten? Und das bieten zu können, was brauchen wir denn? Und wie wollen wir denn miteinander umgehen, das den Leuten bieten zu können und so weiter und so fort? Und auf einmal kommst du dahin, dass dann vielleicht ein Aspekt ist, dass zu wenig Pausen ein Problem sind oder dass die Schichten zu lang sind oder dass, dass zu viele Leute in der kleinen Bar sitzen und man gar nicht hinterherkommt mit dem wenigen Personal, was man hat. Und auf einmal kann man sich dann überlegen, wo übernimmt man dann Verantwortung? Und letztlich geht es ja immer darum, wenn du eine Haltung hast, und die ist definiert für dich, und die ist klar, und alle wissen darum Bescheid, dann musst du die auch leben und dann übernimmst du dafür Verantwortung, dass die gelebt wird und dass die funktioniert. Und wenn sie für dich nicht stimmig ist, kannst du die anpassen. Das sind ja keine Handstellen, die du dir anlegst, sondern es ist halt eine Orientierung. Und ich finde diesen Aspekt so unglaublich wichtig, zu sagen, alle die... mit dir zusammenarbeiten und in der Gastro auf dem Bau, wo auch immer, was gemeinsam erschaffen sollen. Weil das ist ja der Witz an der Arbeit. Da tauschen Leute Zeit gegen Geld, gemeinsam irgendwas herzustellen. Und es geht noch eine Sache mehr als diesen funktigen Lohn oder Geld, den man bekommt. So, alle die arbeiten, sind Teil von etwas Größerem. Und das rauszuarbeiten und zu sagen, warum ist das wichtig? Was beziehen wir da für eine Stellung? Wo übernehmen wir Verantwortung? Und wie wollen wir das gemeinsam gestalten?

Vinz: Mhm.

Paul: Das klingt jetzt vielleicht bisschen groß, aber ich meine, das ist am Ende auch bloß in einem Workshop definiert. Und wenn ihr Unterstützung braucht, dann fragt Vince an, fragt mich an. Wir helfen dabei. Aber dann habt ihr es definiert. Dann können sich alle daran orientieren. Und dann wird eure Marke automatisch anders wahrgenommen und anders gelebt und kommt anders rüber. Und das ist doch der schöne Part, warum man den ganzen Spaß macht. Und deswegen sehe ich da diese Superkraft drin oder diese ganzen Möglichkeiten dahinter.

Vinz: Mhm. Genau. Ja, was ist denn?

Paul: das umzusetzen, hätte ich noch drei kleine Schritte mitgebracht, wie man das Ganze machen kann. bisschen davon ist jetzt schon vorgeklungen, aber es geht im Grunde genommen darum, das zu definieren. Also ganz konkret zu sagen, welche Prinzipien gelten bei uns und welche ziehen wir vor allem auch durch, wenn es unbequem wird und was passiert. Dann also wo ziehen wir ganz aktuell eine Grenze und das kann ja dann auch so was Simples sein wie, ich duze hier alle.

Vinz: Mhm.

Paul: Also ich sitze nur Menschen, die ich nicht mag und mit Menschen, die ich nicht mag, arbeite ich auch nicht zusammen. Fertig. Dann ist das eine Grenze, die du dir setzt und die dich selber mit deiner Arbeit, mit deiner Person schützt und im Zweifelsfall dann eben auch alle, die in deinem Team noch drin sind. Das Ganze dann zu übertragen und zu übersetzen im Alltag, zu sagen, jetzt beim Du-Beispiel zu bleiben, dann duzen wir natürlich auch auf der Website und dann duzen wir natürlich auch auf der Rechnung. Also warum sollen wir auf der Rechnung auf einmal sitzen? Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Dann schreiben wir den ganzen Namen voll aus, aber duzen gleichzeitig so. das fängt dann alles damit zusammen, ein kohärentes Erlebnis zu haben plus halt zu der Haltung zu stehen. Und das kann man natürlich auf allen anderen Aspekten auch noch durchdefinieren. So das kann ja auch Beispiel Bau oder Schreinerei, wenn die schlecht bezahlt sind, drück halt größere höhere Löhne durch oder nimm halt ein größeres Auftragsvolumen an oder sprich halt mit den Kunden darüber. was die Gefahr ist, wenn deine Leute schlecht bezahlt sind, dass sie auch kein gutes Ergebnis abliefern können und so weiter. Also dann liegt es halt in der Kommunikation, in der Verpackung, dann gibt es vielleicht noch andere Hebel, an die man rangehen kann. Auch da, wenn ihr Unterstützung braucht, fragt uns an. Wir helfen, wir setzen uns zusammen hin, wir finden Lösungen und darum geht es, gemeinsam zu überlegen, wie kann man das Ganze übertragen. Und der dritte ganz entscheidende Punkt ist, die Menschen mitzunehmen und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger, was auch du nicht magst und was Ich auch nicht mag. Also ich meine, das mag niemand von uns, wenn Leute ankommen und sagen du du du, da ist aber ganz schön, da hast du dich ganz schön weit aus dem Fenster gelähmt hier.

Vinz: Das sagt in LinkedIn Content, aber etwas anderes.

Paul: Naja, das trenne ich mal schön vom Podcast hier. Ich nehme es mit, Vince. Aber dass man einfach die Leute, das Team mit einbezieht und da einfach einen Raum eröffnet, in dem man dann ein ähnliches Gespräch haben kann, wo Leute ihre Ängste, Wünsche, Bedürfnisse grund tun können und dass man das dann eher als gemeinsames Vorankommen definiert. So als wir können hier Dinge gemeinsam besser machen. Das schützt uns. Das bringt uns als Marke weiter. Und dadurch wird auch eine

Vinz: Schau

Paul: Zielgruppe besser erreicht und die Zielgruppe hält langfristig zu uns und da sind wir irgendwie bei den Punkten, die langfristig dann so eine Marke die Haltung zeigt voranbringt. Du stärkst einfach das Vertrauen nach innen, nach außen. Du bist für eine Sache bekannt, weil du für die eine Sache einstehst und das stärkt deine Marke. Das ist langfristiges Kapital für alle, die nur an Geld denken, was du dir damit aufbaust und Das kannst du zwar sehr schnell einreichen und brechen, aber wenn du zu deinen Werten stehst und damit einen Umgang findest, vor allem auch kommunikativ, dann ist das Gold wert.

Vinz: Ja, kann ich gar nicht mehr dazu sagen. Hast du ja alles schon gesagt. Nein, also einfach klar definieren und halt auch gut Deutsch gesagt, die Eier haben, es einfach durchzuziehen. Ja, auch wenn es mal vielleicht bisschen kriselt, aber alles andere bringt nichts, wenn man dann einfach wieder Haruka-Aktionen macht und wegen jedem Fan im Wind irgendwie das Gefühl hat, muss alles über den Haufen werfen. das ist halt eher semi-optimal

Paul: Dazu passt dann noch mein Abschlusssatz, den haue ich jetzt auch noch schnell mehr draus. Marken mit Haltung sind Marken, Orientierung geben. Nach innen und nach außen. Nicht über perfekte Worte, sondern über ganz klare Entscheidungen und ein sichtbares Verhalten für alle. Und für KMUs ist das 2026 kein Luxus mehr oder nichts politisches mehr, sondern der langfristige Unterschied zwischen

Vinz: Mhm.

Paul: ihr werdet austauschbar oder ihr bleibt bei den Köpfen von eurer Zielgruppe in Erinnerung und gebt dort Orientierung.

Vinz: Mh.

Paul: nicht ganz so kurz wie sonst, aber ich glaube, das passt schon. Jetzt bin ich gespannt, wie andere Leute zu dem Thema Markenmethaltung denken, weil ich finde, das ist ein Thema. Ich finde, es wird noch wenig darüber geredet. Ich finde ganz oft ist das im Politischen verstrickt, wo es auch definitiv Punkte gibt, die ich da unbedingt sehe und die ich wichtig finde. Aber ich heute mal von der Seite aufrollen und zeigen, dass es für alle wertvolle Möglichkeiten da drin stecken, sich

Vinz: Hahaha

Paul: zu der Welt da draußen irgendwie zu verhalten. Und das müssen wir trotzdem irgendwie alle immer.

Vinz: Aber nicht zu allem und jedem.

Paul: immer. Danke dir fürs einordnen Vince.

Vinz: Easy. Danke vielmals und bis zum nächsten Mal würde ich sagen. Ciao.

Paul: Bis dahin, ciao!

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