Warum Marke das Krasseste ist, was du deinem KMU antun kannst (und warum es kaum jemand tut)

Shownotes

Die meisten KMUs lassen bares Potenzial auf dem Boden liegen. Nicht weil sie es nicht besser wissen. Sondern weil Marke falsch verstanden wird – als Logo, als Einmalprojekt, als Marketingthema.

In Folge 110 machen Paul und Vinz klar, was Marke wirklich ist und was sie für KMUs leisten kann.

Du bekommst:

  • Warum Marke kein Marketingthema ist – sondern ein Führungs- und Entscheidungsthema
  • Warum Standardmethoden Standard-Ergebnisse liefern – und wann das reicht
  • Drei konkrete Schritte: Substanz kennen, Richtung definieren, Mittel wählen
  • Warum ein Umsatzziel keine Marke ersetzt – und was stattdessen trägt
  • Wie Marke Nachwuchsprobleme, Unternehmenskultur und Positionierung gleichzeitig löst
  • Warum du dein Ziel selbst definieren musst – KI kann das nicht für dich tun

Takeaway:

Bereit sein ist kein Moment. Bereit sein ist eine Entscheidung. Die beste Zeit, sich um die eigene Marke zu kümmern, ist jetzt.

Und, hast du auch Gänsehaut nach der Folge? Welches Potenzial lässt dein KMU gerade liegen? Schreib's in die Kommentare oder lass uns direkt dazu reden!

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Transkript anzeigen

Paul: Liebe KMUs da draußen, ich muss ehrlich sein, ich habe das ganze lange genug mit angeschaut und finde es wirklich krass, wie wenig von euch das wahre Potential von Marke nutzen und... Mir wurde das in den letzten Tagen einfach wieder bewusst, Ich habe mich so bisschen mit meiner eigenen Positionierung auseinandergesetzt und meine Website geschärft, mein Angebot geschärft. Gedacht, was, was mache ich denn hier eigentlich? Warum sind wir denn jetzt schon bei Folge 110? Und warum haben wir uns damals Mach mal Marke genannt? Und all diese Punkte sind irgendwie zusammengekommen. Und dann dachte ich mal wieder so für mich am Abend, wenn alle schlafen und es ruhig ist, Marke ist einfach das krasseste, was du da draußen deinem Business antun kannst. gemeint. Das ist wirklich der Punkt, wenn du deine Marke im Griff hast, wenn du Marke machst, wenn du einfach sagst, mach mal Marke, wir gehen jetzt los, wir gehen das an, wir ziehen das durch, dann baust du dir wirklich Zukunft auf. Das ist mehr als dieses bisschen Pixel rumschieben und mal überlegen, was man da draußen schreiben will und wir machen ein bisschen Content. Das ist wirklich, finde ich, eine Art Überzeugungsarbeit und Grundsatzhaltung, die man mitbringt, wenn der Mann einfach sagt, Ich bin hier, ich will was bewegen, das ist meine Mission. Auf geht's. Ich mache einfach. Und das wurde mir wieder richtig bewusst und deswegen soll es heute darum gehen, warum wir uns eigentlich Machmal Marke genannt haben und was so meine drei Beobachtungen sind, die ich in letzter Zeit feststellen durfte, vor allem im Umgang mit KMUs, wo die einfach, auf gut Deutsch, bare Münze auf den Boden lassen, also ganz viel Potenzial nicht nutzen. Und warum Marke das Geilste ist, was du da draußen machen kannst. Das Wichtigste, du deinem Business, deinem KMU antun kannst. Aber jetzt erst mal zu dir. Fühlst du meine Gänsehaut, die ich bei dem Thema habe? Das ist das krasseste Thema überhaupt. Und ist dir noch bewusst, warum wir es noch mal Marke genannt haben?

Vinz: Ja, Halli hallo, lieber Paul, danke für das Thema. Wie soll ich sagen? Gänsehaut oder Gänsehosen, wie ihr das sagt. Ja, es juckt mich immer in den Finger. Ich weiss schon, was meinst. Du kannst so viel geiles Shit machen. Ich liebe es auch, wenn man sich in einen Plan verstrickt und quasi zusammen einen Masterplan erstellt. Ja. Vielfach ist es dann auch so, dass es als Papiertiger irgendwo liegen bleibt. Die Gefahr ist sehr gross, dass man im Alltag gefangen ist. Der ganze geile Shit und das ganze Potenzial, das man eigentlich hätte, einfach links liegen lässt. Yes. Und warum wir uns damals «Mach mal Marke» genannt haben, weil dort halt der grösste Ferner begraben liegt. Die Theorie hat man. Man hat es im Kopf, man weiss es, aber es liegt wie überall so oft an der Umsetzung. Darum ist das unser kleingesteckter Appell in unserem ... eigenen Namen vom Podcast. Mach halt einfach. Yes. Ist das zufriedenstellend für dich oder bin ich jetzt völlig verbeitriftet?

Paul: Genauso und Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, genau das und ich finde es so wichtig, sich das mal wieder in den Kopf zu holen. Ich meine, das ist ja auch unsere wöchentliche Therapiesitzung hier und unser Trainingslager am Ball zu bleiben. Und ich habe das Gefühl, über das letzte Jahr, wie wir das Ganze gestartet, gemacht haben und durch die ersten Folgen durchgekämpft haben, dann kamen die ersten Interviews dazu, dann kamen Rubriken, also es ist ja wirklich viel passiert. Aber gefühlt durchsteigt man diese ganzen Themen immer und immer wieder.

Vinz: Mhm.

Paul: und kommt immer wieder zu ähnlichen Punkten. Und ich hab das Gefühl, es ist wie so ein guter Sud beim Kochen, der einkocht, wo diese Essenz übrig bleibt. Der Part von der Suppe, von der Essenz, die halt den meisten Geschmack hat. Ohne die du nicht mehr kochen kannst, weil das den gesamten Geschmack innehat. Und je mehr man das macht und je mehr wir darüber reden, desto bewusster wird mir, wie krass dieses Thema Marke eigentlich ist und wie einfach auf der anderen Seite.

Vinz: Mhm.

Paul: Also wie leicht man sich das machen kann und dass es wirklich nicht viel braucht. Man muss es nutzen. Aber es ist wirklich dieses stärkste Tool und deswegen soll es eher diese Ermutigung sein. Du brauchst nicht viel. Du brauchst auch diese ganzen Methoden nicht. Du musst es einfach machen. Und dafür fehlt das Verständnis. Und das ist direkt meine erste Beobachtung, die ich so gemacht habe. Was macht denn Marke wirklich aus? Was ist es denn? Das ist für die meisten, die uns zuhören und für noch mehr, die uns nicht zuhören, die im KMU-Alltag festhängen. ist das was völlig unterschiedliches. Also für die einen oder für die meisten ist es halt dieses Logoschrift und Farbe. Für die Nächsten gehört ein bisschen mehr dazu. Da gehören noch Mission und Vision mit dazu. Und für die Nächsten gehört sogar Haltung mit dazu. Und dann hört es auch schon schnell wieder auf. Dann ist es irgendwie Part vom Marketing. Manchmal je nach Unternehmensgröße ist es auch was Eigenes, eine eigene Abteilung, wenn man Glück hat. Und manchmal ist es nichts davon. Und dann ist Marke nur so dieses, keine Ahnung, Coca Cola ist eine Marke. Ich bin KMU, ich bin kleines Unternehmen. Ich bin das alles nicht. Und das finde ich so schade, weil da viel mehr dahinter steckt. Aber dieses Grundverständnis zu schaffen, darin sehe ich gerade so bisschen unsere Mission, die wir haben. Also nicht nur zu ermutigen, macht halt Marke, als Basis dafür, erst mal zu gucken, so Leute, das ist Marke. Also wenn ihr nur eine einzige Sache machen müsstet, dann wäre es genau das.

Vinz: Hm. Mhm. Ja. Also ... Kann ich mich ... ... voll identifizieren mit dem, du gesagt hast? Es ist ja der bekannte Weg. Wenn man mit etwas anfängt, man das Gefühl, man weiss alles und besser als alle anderen. Bis man merkt, fuck, es ist ein endloses Thema. Da spielt so viel mit rein. Und irgendeinem Sven Faust auch bisschen klarer. Und gleichzeitig weisst man aber Stand jetzt ... Also, vermutlich wirst du es nie komplett entschlüsseln können. Aber jedes Mal, wenn du dir eben solche Fragen stellst, knackst du wieder einen kleinen Minicode vom gesamten System. Und so dieser Essenz auch immer mehr. Das ist mittlerweile auch so Standard bei uns, dass man einfach einmal im Jahr sagt, okay, jetzt haben wir wieder so viel selber dazugelernt. Jetzt liegt es wieder an uns selber, um die eigene Marke wieder zu schärfen. Sei es jetzt drin, um die Webseite wieder auf den Vordergrund zu mal Texte zu schärfen, sich nur zu überlegen, ob das, was ich jetzt mache oder anbiete, noch dieser Idee oder sich die schon wieder etwas weiterentwickelt. Das ist ja eigentlich auch ein grosser Teil von Marke-Narbe an sich. Es ist nie fertig. Logisch kann man mal sagen, jetzt haben wir mal ein Logo und hier und her... Aber so eine Marke soll sich und darf sich ja auch weiterentwickeln. Das ist ja dann auch das, was viele so bisschen missverstehen. Das ist für viele einfach so ein Einmalprojekt. Dann läuft es schon irgendwie. Nein, ist eigentlich ein tägliches Hersehen und probieren einfach, das, was man macht, dieser Grundidee zu vergleichen und schlussendlich dann aber auch seine Lehre daraus zu zeuchen und zu okay, Wir haben uns davon entfernt. Ist es bewusst oder ist es unbewusst? ja ... entwickelt sich so ein Ding auch irgendwoher.

Paul: Ja, auf jeden Fall. Und ich fühle mich in dem Kontext gerade wie ein Lehrer, wurde mir gerade während du geredet hast bewusst, dass ich mir denke, so man guckt halt, wo die Leute stehen. Wir kommen ja nicht an mit einer fixen Definition, das ist Marke, sondern es ist für mich persönlich und für dich ja genauso immer dieses Wo steht denn ein Unternehmen, eine Unternehmerin, Unternehmer, wer auch immer dort im Team mit beteiligt ist? Wo sind die denn gerade und was bringen die denn mit als Grundverständnis und auch an Offenheit gegenüber dem Thema? Und aus der Perspektive nährt man sich dann gemeinsam an, rauszufinden, was wollt ihr denn überhaupt erreichen? Wo wollt ihr denn gemeinsam hin? Warum macht ihr denn? Warum kommt ihr denn jeden Tag zur Arbeit und tauscht da irgendwie Zeit gegen Geld und wahrscheinlich noch ein bisschen mehr? Weil ganz ehrlich, sonst muss man sich den ganzen Stress als KMU auch nicht antun. Und all das, da steckt da schon so viel dahinter. Und darüber nährt man sich dann an zu dem Thema. All diese Substanz, die ihr habt, das ist eure Marke. Und wenn wir das jetzt irgendwie nach draußen kommunizieren können. und intern so leben können, dass alle das verstehen und noch besser Arbeit machen können, sich noch wohler fühlen, irgendwie noch mehr reingeben können und noch mehr das Gefühl haben, das ist verdammt nochmal wichtig. Ich freue mich fast schon auf Montag, dass ich da wieder loslegen kann und weiß, wir arbeiten gemeinsam an der größeren Sache. All das motiviert der Menschen und das entwickelt man gemeinsam, ohne dass man rankommt, wie du in der letzten Folge mitgebracht hast, zu sagen, das ist eure neue Corporate Identity. Die haben wir für euch entwickelt und jetzt trag dir die oder lass die halt liegen. und dann bleibt die meist liegen. Es ist in meiner Grundphilosophie von Marke eher dieses gemeinsame Entwickeln und Herausfinden, wer man ist, was man macht und wie man das Ganze so transportieren kann, dass man sich selber wohlfühlt, dass man die richtigen Menschen damit erreicht, dass man gehört, gesehen wird, dass was zurückkommt, dass gemeinsam was entsteht und wachsen kann. Das ist diese eigentliche Magie von Marke. Und genauso machen es ja Lehrpersonen auch. Also, aber das Glück, dass meine Frau Lehrerin ist, die guckt halt auch, was für ein Wissensstand bringen die Leute mit. Dann lesen die gemeinsam ein Buch und dann erarbeitet man sich über diese gemeinsame Basis Buch, dann den anderen Stoff und die Thematiken, die da drumrum entstehen. Und manche Leute sind da vollkommen begeistert und wollen mehr lesen und mehr darüber wissen. Und dann findet man einen gemeinsamen Weg, ein Ziel zu erreichen. Aber auch dieses Ziel, gut, meine Frau macht das dann anders, in der Markenarbeit würde ich sagen, dieses Ziel kann man gemeinsam definieren und da kann man gemeinsam reinwachsen. Ich finde das einfach, weißt du, das ist fast schon so eine Art Grundhaltung, die man damit bringt. Und ich würde direkt weitergehen in die zweite Beobachtung. Das ist einfach, wenn man das einmal so verstanden hat, also dieses Grundverständnis, was ist Markon, wie kommt man da hin, dass es dann so viele Möglichkeiten gibt und die werden nicht genutzt bzw. parken die alle so isoliert voneinander in den einzelnen Containern drin und werden mal ausgepackt, wenn es gebraucht wird. Dann ist es so dieses Vince, wir haben einen Tag da auf der Tür, wir brauchen jetzt eine Facebook-Werbeanzeige. Kannst du da mal was machen? Du kennst dich doch mit Marker aus, mach mal. Oder du bist doch im Marketing, dann werd mal aktiv. So wird halt isoliert gedacht, statt irgendwie zu sagen, wir haben die Mission, wir haben an der Sache Spaß, wir wollen Menschen zusammenbringen. Welche Elemente, die es gibt, können wir dann zusammentragen? Und dann kommt halt noch jemand wie Patrick als Content-Creator vorbei und dokumentiert das ganze mit, dann laden wir Leute ein, die darüber berichten, dann machen wir ein Event raus, dann berichten wir gar nicht in Form von klassischen Newsletter, sondern wie du immer meinst, schön analog in Printform mit der Dankeskarte. Dann nimmt man nämlich die ganzen unterschiedlichen, in Anführungszeichen, Marketing-Elemente und führt die so zusammen, dass es für einen stimmig ist, dass es Spaß macht und dass es sinnvoll ist und dass man sich nicht isoliert hinsetzt und sagt, wir sind ein Unternehmen, bei uns ist Qualität an erster Stelle, wir haben ein geiles Produkt.

Vinz: Mhm.

Paul: unser Geschäftsführer macht jetzt Personal Branding auf LinkedIn. Das ist unsere Marke. Ja toll, da kannst du es auch sein lassen. Und die Website hat seit 2000 niemand mehr angefasst, weil das ist der Standardweg. genau, denen will niemand gehen. Also da ist ja nur eine Frage der Zeit, bis du dort überholt wirst und in der Versenkung landest.

Vinz: Heumann, ist halt einfach zu deinem Punkt eins vielleicht noch. klare, dass du weisst, für was du das stehst, was du erreichen willst und wo du jetzt bist. Je einfacher, lässt sich dann einfach entscheiden, was für uns überhaupt der Relevant ist. Was macht am meisten Sinn? Weil, das sagen wir auch immer, fokussiere dich lieber auf wenige Sachen. Dafür machst du dich halt gut. Oder? Und... Wenn du weisst, wer dich abholen willst, mit was und in welcher Branche das bist und wer deine Zielgruppe ist, dann weisst du auch, was dich geil findet, wie dich erredet usw. Oder welches Medium dich spannend findet oder generell, was dich jetzt hat, mit was dich du kriegst. ich finde, logisch kannst du dir sagen, ja, die Standard-Wege bringt dir nichts. Aber wenn du auch die Standard-Wege einfach auf deine Art und Weise machst, dann kann es genauso funktionieren. Das ist auch ein bisschen ein Irrglauben, wenn man dann immer so anfängt, zu verpönen. Obwohl man es dann halt einfach soll ich sagen, standardmässig durchführt. Ich die Sache an sich ist nicht einmal so schlimm oder schlecht. Aber man muss sich mehr hinterfragen, ob es zu uns als Unternehmen als Marken überhaupt. Und wenn nein, kann man es einfach mal sagen, okay, ja, gibt es denn einen Weg, wie wir jetzt zum Beispiel so ein Medium oder so ein Format einfach auf unsere Art und Weise nutzen können. Und auf einmal macht es dann wieder Sinn, oder? Darum sagen wir ja auch immer, ist so wichtig, setz dich am Anfang wirklich einmal mit der Essenz des Unternehmens auseinander. Fragen wie, für was machen wir denn ganz Spass? Wo wollen wir hin? Wo stehen wir? Was haben wir denn aktuell für Mittel und Möglichkeiten? Und logisch, ist auch schnell mal einschränkend, aber ich finde, gleichzeitig wirst du auch erst richtig kreativ. Und es wird dir auf einmal auch wichtig. Und weil, wenn du einfach so aus einem unerschöpflichen Pool Schöpfen kannst, dann ist man auch viel halbherziger dahinter. Also wenn du einfach sagst, das sind unsere Leitplanken, wie können wir uns innerhalb von denen bewegen, das Maximale herausholen als Unternehmen. Und schlussendlich sind solche Entscheidungen hauptsächlich auch dazu da, etwas zu erwirtschaften. Jedes Unternehmen ist ja dazu da per se, Umsätze zu generieren. Löhne zu Angestellte zu einfach einen Mehrwert zu für die Wirtschaft. So blöd wie es dort Es ist ja so, oder? Aber Marken ist einfach ein unglaubliches, starkes Werkzeug, dir das Leben zu vereinfachen. Darum verstehe ich so ein deinen Unmut darüber, warum es von vielen KMU vor allem nur so halbherzig, bis gar nicht, benutzt wird. Obwohl die so prädestiniert sind, etwas richtig Geiles aus ihrem Unternehmen zu

Paul: Ja und das machen sollten. dazu gleich mehr. Ich möchte einfach noch noch kurz ergänzen. Nee, nee, nee, nee. Das ist gar nicht mal ein Punkt. Das war eher so auch ein aussteckgebender Grund, die Folge zu machen.

Vinz: Ja. Oder habe ich jetzt vorgerufen?

Paul: Aber bevor ich es vergesse, noch angefügt an das, was du sagst, ich stimme da natürlich voll zu. Das mit den mit den Methoden und Standardweg. Die sind Standardwege, weil sie funktionieren. Ich finde einfach nur so wichtig, dass man

Vinz: Mhm. Hm.

Paul: darüber hinaus das Bewusstsein hat, warum man so einen Weg geht oder ab welchem Punkt man so einen Weg abändern oder abbrechen sollte. Weil dieser Standard-Standardweg, der macht halt auch ein Standard-Ergebnis. Und es muss auch gar nicht sein, dass alle Ergebnisse immer besonders sind oder ganz unvorhergesehen oder noch nie dagewiesen, sondern Ergebnisse müssen halt stimmig passen zu dem KMU, für das es später wirken soll, für das die Marke dort auf die Beine stellt.

Vinz: Ja.

Paul: Und das ist halt dann die Gratwanderung zu überlegen, welche Möglichkeiten habe ich denn? Und diese Möglichkeiten aber einzubinden in die Marke. Also ich denke wirklich so an unsere gesamten Interviews zurück, wo halt eine Möglichkeit Content und Community Management war und die nächste war dann Personal Branding und da war eine Möglichkeit mit Content Creators zusammenzuschaffen. Und das ist ja isoliert füreinander alles cool. Und da gibt es auch überall Dienstleisterinnen und Dienstleister, die genau das für dich zugeschnitten machen. Aber du musst halt dahinterstehend verstehen, wie sich das in deiner Marke einführt und was du davon umsetzen möchtest und was auch nicht. Ist ja genau wie bei Websites. nicht jedes Unternehmen braucht eine Website wie Apple. Das wäre ja übertrieben. Manche brauchen auch einfach nur ein One-Pager, wo die Öffnungszeiten draufstehen, weil der gesamte Rest vor Ort im Ladengeschäft stattfindet. Dann ist es doch auch gut oder

Vinz: Ja. Das stresst mich teilweise auch bei vielen, die immer alles auf einen Goldwagen legen. Die immer das Gefühl haben, du musst bei jedem Chemifeger oder Barbershop das Gefühl haben, du den neuen heissen Shit draus machen. Sorry, musst die Welt nicht immer neu erfinden. Wenn du einfach ein Handwerksbetrieb bist...

Paul: Ja mach nur.

Vinz: Was willst du denn dort Gross-Welt-Veränderung anders machen als alle anderen Handwerksbetriebe? Dann geht es einfach eher darum, Beispiel zu was macht uns aus? Ist vielleicht lange Geschichte dahinter? Ist es einen speziellen Vibe? Ist es spezieller Typ Mensch, der in einem Unternehmen arbeitet und den wir auch als Kunden haben? Oder ist es etwas Spezielles, auf das wir uns spezialisiert haben, als Handwerksbetrieb? Macht man nur keine Ahnung. Designerkuchen in Holz zum Beispiel. Oder solche Sachen. Und so kann man dann wieder so spezielle Eigenheiten rausschälen. Aber ja, man muss nicht aus allem den neusten Shit krampfhaft versuchen, das rauszuholen. Das braucht es nicht.

Paul: Ja, ist das auch meine größte Kritik am Standardweg, weil ich mir gerade überlege, ich habe mir selber, als ich reingekommen bin in dieses ganze Branding, in die ganze Brandingwelt, gibt es halt ganz viel Wissen, was so aus Amerika kommt. Und da sind natürlich die ganzen Standard Schablonen, welche Elemente gehören dazu und wie kannst du mit welchen Übungen dort zu einem Ergebnis kommen, dass dann so ein Vision Statement auf der Website steht. Später oder halt in in irgendeinem Dokument, was dann das Ergebnis ist von dem ganzen Branding Prozess. Irgendwie musst du es ergreifbar machen.

Vinz: Ja.

Paul: Aber das Problem ist doch, das ist der Standardweg für alle KMUs da draußen. So und wie du gerade richtig gesagt hast, was braucht der Chemifeger oder Bäckerei ums Eck? Was braucht die denn Mission? So wenn die eine hat, ist doch geil. Wenn die keine hat, ist es auch nicht schlimm. Dann kannst du einfach sagen, guck mal hier, du willst gutes Brot. Das sind die Öffnungszeiten. Und wenn du wissen willst, wie es gebacken wird, wir sind auf Instagram. Komm vorbei. Das reicht ja aus. So wenn du eine krasse Familiengeschichte hast, dann verpack die halt gut. Aber das ist ja der springende Punkt fast schon. Die haben es halt. weil es die Bank die Ecke auch hat. Die hat auch eine Vision. Und die Bank hat die Vision, weil Coca-Cola eine Vision hat. Oder was auch immer. Die haben ja alle voneinander abgeguckt und alle Agenturen schaffen und Studios schaffen mit ähnlichen Methoden. Wir ja auch. Aber ich bin gerade eher an einem Punkt, wo ich mir sage, ja, dann scheiß auf die ganzen Standardwege und auf die ganzen Modelle. Wir nutzen halt das, was es braucht. Nur weil ich als Handwerksbetrieb 20 krasse Werkzeuge habe.

Vinz: Mmh. Mh.

Paul: muss ich doch nicht jedes Mal alle Maschinen mit an die Baustelle schleppen und alle auch verwenden, ich ja für die gezahlt habe. Weil ich die ja auch kann. Keine Ahnung, ich kann ja einen Trennschleifer verwenden. Ich werde den schon irgendwie brauchen, bei dir die Küche zu Hause aufzubauen.

Vinz: Oder einfach gesagt, f***ing Nagelschlage, habe ich mir Baumaschinen nie. Dann nimmst einfach den Hammer.

Paul: Ja, genau. wenn du einen Hammer hast, siehst du auch überall einen Nagel. Das ist halt das Thema. Dann kannst du ja gar nicht mehr darauf eingehen und irgendwie kreativ oder anders Lösungen finden. Und da würde ich einerseits so unserer Zunften bisschen auf die Finger klopfen und andererseits halt denken, es braucht diese Aufklärung da draußen. Und genau deswegen machen wir den Spaß und versuchen irgendwie zu animieren, zu sagen, macht halt einfach Marke, so sieht es nicht so verkrampft und

Vinz: Ja.

Paul: Haltet euch fest an den Stellen, wo ihr Halt braucht und ansonsten macht das, was euch selber gut tut und was sich für euch richtig anfühlt. Und es gibt mega krasse Möglichkeiten da draußen. Aber, und das ist meine dritte Beobachtung, mal so einen charmanten Bogen hier zu schlagen, ihr müsst euer Ziel schon selbst definiert haben. Das nimmt niemand für euch ab. Und gerade KI kann eure Ziele nicht aus der Nase bohren. die wird generische Ziele ausspucken, wenn ihr euch anhand der Ziele... an eurem Umfeld orientiert, dann seid ihr genauso auf dem Standardweg unterwegs. So das Ziel, warum ihr das macht, was ihr macht und was ihr mit eurem KMU die nächsten zehn Jahre noch vor habt, das muss schon von euch kommen. Und das kommt, glaube ich, eher, wenn ihr mal eine Wanderung macht oder eine ruhige Minute habt oder mal kurz nicht aufs Handy schaut oder nicht diesen Podcast hört. Dann entstehen solche Dinge und daran kann man sich orientieren. Und dieses Ziel, das finde ich, wie gesagt, dritte Beobachtung, fehlt bei ziemlich vielen, bei erschreckend vielen. Und der einfachste Test ist ja mal zu fragen, liebes Team, was haben wir denn eigentlich als Unternehmen für ein gemeinsames Ziel? Und solange das Ding ein Umsatzziel ist, habt ihr ein Problem, weil das nicht reicht. ich komme noch nicht freiwillig zur Arbeit, weil ich weiß, da steht ein Umsatzziel dahinter. Wenn wir das erreichen, was passiert denn dann? Also dann haben wir keine Ahnung, die 10 Millionen Marke geknackt. Schön. Und wie geht es denn dann weiter? Dann ist das nächste Ziel 20 Millionen. Und dann? Was passiert denn wirklich? Warum machen wir denn den ganzen Spaß? Ich meine, wir haben jetzt Wir haben jetzt unser Zielpublikum KMU, die haben jetzt keine Aktionäre im Hintergrund, wo es nur Gewinn geht. Da gibt es noch irgendwas anderes. Und dahin muss man kommen, das wieder auszugraben und für alle greifbar zu machen. Und auch dafür machen wir Marke. Das hat so viele Aspekte, das hat so viel mit Kultur und Unternehmensführung zu tun, dass ich mich ja persönlich selber immer eher als Berater sehe, als klassischer Designer. Und das ist die Magie.

Vinz: Mhm.

Paul: aus der dann eine starke Marke, eine resiliente Marke, eine Marke, mit der alle arbeiten können, erwachsen kann.

Vinz: Ja. Was mir jetzt gerade dazu einfallen ist, vor allem in meinem Milieu, in ich unterwegs bin, sind sehr spezifische Sachen. sind eigentlich auch recht viele Handwerkskünstler auf ihrem Gebiet, die alle das gleiche Problem haben. Und zwar fehlender Nachwuchs. Und das ist etwas, das ich einfach nicht check. Es ist ja ganz in Verbänden, jommernd, beklagend sich. Aber schlussendlich liegt es auch genau an den Unternehmern, den neuen Generationen zu was dahinter ist. Wie freut es jemandem machen kann oder was es für Möglichkeiten gibt usw. Das ist bei mir generell in dieser KMU-Landschaft immer noch ein Rätsel, warum sich dann viele Unternehmer immer aufregend ab irgendwelchen... Da kann ich politische oder marktrelevanten Einschränkungen stören. Obwohl sie ja eigentlich in der Position sind, das auch ein bisschen umzugehen oder ausspielen. Für ihr Unternehmen, für ihre Branche. Also man... bis halt das Unternehmen, das halt einfach mal sagt, gut, fuck it, bei uns gibt es vier Tage pro Woche. Oder, weisst du auch, geleitende Arbeitszeiten. Und bevor du nicht ausprobiert hast und nicht sagen kannst, dass es das Resultat war, kannst du auch nicht sagen, ob es funktioniert oder nicht. Bei vielen funktioniert es vor allem auf dem Bau, im Handwerk. Es funktioniert vier Tage pro Woche oder geleitende Zeiten. Und es nützt extrem, es nützt jedem Unternehmen. Also dort einfach auch ein bisschen. Das ist genau so Punkte, wo Marken einfach eine unheimliche Macht haben. Zum... Ja, sagen Sie mal, deiner Handwerkszunft zum Beispiel auch einfach wieder mal ein bisschen Feuer unter den Marsch machen. Dass halt eben frischer Wind rein kommt. Dass wieder Leute Bock haben auf irgendwelche Gewerke, fast schon vergessen gehen. Ja.

Paul: Genau da passen jetzt auch die drei Schritte rein, die ich mitgebracht habe. Für mich ist immer der gleiche Ablauf zu sagen, du musst wissen, was du machst. Kenn deine Substanz, die du hast. Dann definier die Richtung, in die sich das Ganze entwickeln soll. Was hast du nur vor mit deinem Betrieb? Warum macht ihr das denn? das ist ja gerade im Handwerk ist es diese Liebe zum Handwerk selbst, zur Qualität, zum Erschaffen von Neuem mit alt bewährten Methoden beispielsweise und so. Wenn du diese Leidenschaft wieder rausgefunden hast und wenn die auch einen Namen hat oder ein Bild oder irgendwie eine Art Kommunikation drum herum, dann kannst du das ja nach außen tragen. Und das ist dann der dritte Schritt. Find halt die Mittel und Wege, das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast. Und wenn es Nachwuchs ist, weil das ein Problem ist, dann guck halt, wie du das, was du machst, nach draußen transportieren kannst. Leute lieben gute Geschichten. So ich gucke mir doch selber Renovations Videos an, auch wenn ich hier gerade nichts renovieren muss. So einfach, weil es Unterhaltung ist und ich

Vinz: Mhm.

Paul: Ich finde das super faszinierend, wie andere Leute für ihre Jobs brennen. Und wir können alle mal an unsere Schulzeiten zurückdenken. Die Lehrpersonen sind uns in Erinnerung doch geblieben, die für ihr Fach absolut gebrannt haben. Auch wenn die vielleicht einen kleinen Spleen hatten oder irgendwie ulkig waren oder was auch immer. Aber an die können wir uns erinnern. Und die haben mit Leidenschaft ihren Job gemacht. Und darum geht es. Damit kannst du auch Nachwuchs gewinnen. Und dann den Punkt, den du angesprochen hast, das ist auch ein relevanter Markenpunkt.

Vinz: Mh.

Paul: zu überlegen, nicht nur wie ist meine Positionierung, sondern auch wie ist mein konkretes Angebot, meine Produkte und das auch hinsichtlich meiner Angestellten, meines Teams. So was biete ich denn den Leuten? Warum kommen wir denn hier alle freiwillig zusammen und arbeiten miteinander? Warum haben wir denn so eine gute Kultur oder eine gute Stimmung? Was braucht es denn dafür, das aufzubauen? Und keine Ahnung, wenn das vier Tage Woche ist, dann ist das vier Tage Woche. Dann macht halt einfach so. Ihr könnt nur gewinnen. Und es hat ja selbst für alle Leute, die zweifeln, genügend Studien mittlerweile, die bewiesen haben, dass das sinnvoller ist. Oder dann seid halt der einzige Handwerksbetrieb, der erst neun beginnt, damit die Leute ausgeschlafen auf zur Baustelle kommen können oder noch ihre Kinder in den Kindergarten oder Schule bringen können. Dann ist das euer Weg. Oder beginnt bewusst sechs und dann habt ihr schon zwei Feierabend. Ist doch auch geil. So man kann sich für Wege bewusst entscheiden, solange man halt weiß, warum man das macht. Und dann ist das eingebettet in ein größeres Ganzes. Und dann fällt es euch auch leicht, so was zu kommunizieren nach draußen, weil alle Elemente darauf aufbauen, weil alle Elemente ineinandergreifen. Und das ist nicht nur die

Vinz: Mh.

Paul: Macht von Marke, sondern auch der Sa-Appell. Macht halt Marke so, kümmert euch dran, dass das, was ihr macht, stimmig zusammenpasst

Vinz: Mhm. Yes. Ja, da hab ich gar nichts mehr zum... Das ist eigentlich schon so... Ja, genau. Nein, gar nichts. Das Das kann ich so eigentlich recht voll und ganz unterschreiben. Ja.

Paul: fast schon so ein halber Schlusssatz. Hast du noch was? Und der letzte Gedanke, der mir noch auf der Seele brennt, wirklich, macht das Ganze genau jetzt. Es gab nie eine bessere Zeit, das anzugehen. Und es gibt ja den schönen Satz, wo die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren und die zweitbeste ist genau jetzt. Und genauso ist es mit Marke auch. So fangt einfach an, euch jetzt eure Marke zu kümmern. War falsch oder wie? Okay.

Vinz: Da habe ich auch noch gehitzt. Nein, nein, da habe ich auch noch gehitzt. So einen Kalenderspruch, den ich jetzt einfach mal spontan zwar... Bereit sein ist kein Moment. Bereit sein ist eine Entscheidung. Genau.

Paul: Oh, deep, deep, deep. Kommt bald Stoizismus 2.0 hier raus, das ist doch gut.

Vinz: Ja, es ist langsam zu viel.

Paul: Wir wachsen ja selber mit dem Format und versuchen da einfach dieses Feuer rüber zu bringen, damit man damit... Jetzt fehlt mir das passende Bild. Brennt nichts an. Macht einfach Makel fertig.

Vinz: für andere den Weg erhält und sich dabei nicht verbrennt.

Paul: Gerettet. Besser als die Bude abfackeln. In diesem Sinne, Vince. Hey, danke dir fürs Mitdenken, Mitmachen. Auf die nächsten 110 Folgen und bis zum nächsten Mal.

Vinz: Hey. Bis zum nächsten Mal. Danke vielmals. Ciao.

Paul: Ciao!

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